Leuchtenburg: „Königin des Saaletals“ wird Erlebnisburg



Die Leuchtenburg von oben. Foto: Wikipedia - Dr. Thomas Köhler/Jena
Die Leuchtenburg von oben. Foto: Wikipedia – Dr. Thomas Köhler/Jena/Public Domain

In Thüringens Burgenwelt tut sich was: Eine neu gegründete gemeinnützige Stiftung hat die Leuchtenburg vor der drohenden Versteigerung gerettet. Für einen eher symbolischen, sechsstelligen Betrag erwarb die Stiftung die Anlage von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen.

Das Land konnte die notwendigen Mittel zur Sanierung der historischen Gemäuer nicht aufbringen. Das will nun die Stiftung schaffen.

Geplant ist, die „Königin des Saaletals“ touristisch noch attraktiver zu machen. Wie das genau geschehen soll, ist noch nicht klar, 3000 Quadratmeter stehen aktuell leer. Gemunkelt wird von einer Hotel-Nutzung, von einer geplanten Erlebnisburg will Die Welt wissen. (Update Mai 2014: Die Leuchtenburg bekommt ein Porzellanmuseum und einen „Skywalk“)
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Vor 700 Jahren: Verhaftung der Templer

templarsign.pngEs war ebenso ein Freitag, der 13. Oktober, wie heute, als französische Beamte landesweit versiegelte Umschläge aus der Kanzlei Philipps IV. öffneten. Sie enthielten die Haftbefehle gegen die Mitglieder des Templer-Ordens.

Die Aktion, die sich heute zum 700. Mal jährt, erfolgte zeitgleich, eine für damalige Verhältnisse unerhörte Leistung, das erste polizeiliche Kommandounternehmen der Geschichte. Es kam für die Templer völlig überraschend.

Allein in Paris wurden 138 Personen festgenommen. Besitztümer und bewegliche Habe der Templer wurden beschlagnahmt.

Das Ende ist bekannt: Andere Monarchen folgten Philipps Vorbild. Der Orden wurde vom Papst aufgelöst, Großmeister Jacques de Molay kam 1314 auf den Scheiterhaufen. Was bleibt sind diverse Legenden und eindrucksvolle Burgen.

Der Sage nach sollen sich die letzten zwölf Templer auf Burg Lahneck bei Koblenz tapfer gegen königliche Truppen verteidigt haben.

Mittlerweile sind in den Archiven des Vatikan übrigens Dokumente aufgetaucht, die die Templer entlasten.


Schloss Stettenfels: Jüdischer Besitz sollte NS-Ordensburg werden



Das Tor zum Schloss Stettenfels / Fotos: Burgerbe.de
Das Tor zum Schloss Stettenfels / Fotos: Burgerbe.de

Die bewegte Geschichte vieler Burgen wurde im 20. Jahrhundert um ein weiteres, dunkles Kapital bereichert. Die NS-Machthaber enteigneten und „kauften“, was ihnen passte. So ging es mit diversen Burgen (wie zum Beispiel Kransberg) – auch Schloss/Burg Stettenfels, gelegen an der Autobahn zwischen Stuttgart und Heilbronn, teilte dieses Schicksal.

1924 hatte der jüdische Schuhfabrikant Siegfried Levy die Anlage erworben. Er richtete dort ein Gestüt ein. Nach der NS-Machtergreifung wurde das Schloss „arisiert“, Levy entkam dem Holocaust durch Flucht nach Südafrika.

Die Nazis hatten große Pläne mit Schloss Stettenfels. Noch wenige Monate vor dem Überfall auf Polen wurden die alte Vogtei (1576) umgebaut und Teile der Anlage abgerissen. Hitlers Hofarchitekt Albert Speer plante dort eine „Ordensburg“.
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Bücher über Burgen: Polyglotte Burgenkunde



Die Autorin Gabriele Knoll hat bei Polyglott eine 256 Seiten starke Übersicht sehenswerter Burgen herausgebracht. Positiv fällt das Büchlein erstmal durch den Preis von 12,95 Euro auf. Vorgestellt werden 45 Burgen und Schlösser, geordnet nach Bundesländern.

Am Anfang steht eine historische Einführung („Warum ist eine Burg so wehrhaft?“), den Abschluss bilden fünf Tourenvorschläge mit Landkarten („Zu Raubrittern und Landesfürsten am Rhein“). Das Layout des durchgängig farbigen Heftes ist professionell.

Keine öde Bleiwüste, sondern optisch gut aufgelockerte Seiten.5976805_bz2725582_big.jpg

Überraschungen darf man keine erwarten. Natürlich steht Schloss Neuschwanstein drin ;-). Durch den Umfang des Buchs bleiben jedoch für jede Anlage mehrere Seiten Platz, die fachmännisch – und aufgelockert durch Sagen und Legenden – gefüllt sind. Die Fotoqualität ist auf gutem Reiseführer-Niveau.

Besonders gefreut hat mich, dass auch das Auerbacher Schloss (Hessen) Aufnahme gefunden hat.

Fazit: Für den Preis als grobe „Was-ist-Wo?“-Übersicht durchaus zu empfehlen.

Info: Burgen und Schlösser in Deutschland, Polyglott, 2007/2008, 12,95 Eur



Runde Sache: Burg Roßlau



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Die runde Burg Rosslau

Burg Rosslau in Dessau-Rosslau
Burg Rosslau in Dessau-Rosslau
Zwischen Wittenberg nach Magdeburg liegt sie am Weg: Burg Roßlau an der Elbe. Eine vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammende Wasserburg, die auf einem slawischen Vorgängerbau steht (erste Erwähnung: 1358).

Die Burg war Sitz des Ministerialen-Geschlechts der Schlichtings. Sie wurde als Niederungsburg mit drei Wassergräben angelegt. Ein Graben ist heute noch erhalten.

Bis ins 16. Jahrhundert wurde die Anlage immer wieder aus- und umgebaut. Die Roßlauer mochten es bequem: Eines der Häuser verfügte sogar über eine mittelalterliche Steinkammer-Warmluftheizung.

Mitte des 17. Jahrhunderts verlegten die Burgherren, die Fürsten von Anhalt, ihre Residenz nach Zerbst. Mitte des 18. Jahrhunderts bevorzugte die Ortsverwaltung dann das neue Rathaus als Amtssitz, und der Zerfall der Burg begann. Die Rundburg ist über eine Brücke mit einem Jagdschloss von 1740 verbunden.
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