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Schloss Neersen: Neubau dank Kriegsbeute


Der Dreißigjährige Krieg kostete Millionen das Leben, entvölkerte ganze Landstriche und warf die deutschen Territorien um gut 200 Jahre zurück. Doch der eine oder andere profitierte auch vom Krieg.

Große Vermögen und Ländereien wurden neu verteilt, Söldnerführer kamen zu Reichtümern. Alte Soldatenfamilien hatten Hochkonjunktur. Neben den Zerstörungen gab es dadurch auch allerlei bauliche Renommierprojekte.

Eines davon ist Schloss Neersen bei Willich am Niederrhein.

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Schloss Marienburg: Letzter Gruß vom Königreich Hannover



Wer einen Staat wie Bismarcks Preußen zum Nachbarn hatte, war besser in der Regel beraten, kanonenbewehrte Festungen zu bauen, statt neogothischer Lustschlösser. Das musste auch das Haus Hannover im Deutschen Krieg von 1866 auf bittere Weise lernen.

Aber da war es schon zu spät. Das machthungrige Preußen schluckte den Nachbarn, und das letzte Burgprojekt des Königreichs Hannover wurde nie völlig fertig: das imposante Schloss Marienburg (zwischen Hannover und Hildesheim).
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Schloss Lichtenstein: Eine Idee aus einem Roman




Schloss Lichtenstein
Schloss Lichtenstein
Was so ein richtiger Modellbahner ist, der hat auf seiner Anlage auch Berge. Und was gehört ganz oben drauf? Klar, eine schaurig-schöne Ritterburg! Besonders beliebt im Fachhandel ist das Plaste-Modell der schwäbischen Burg Lichtenstein (Firma Faller, ca, 29,75 Euro, Link zu Amazon Ich hab das Teil auch noch irgendwo im Keller.

Und das Original bei Reutlingen steht tatsächlich auf einer Höhe der Schwäbischen Alb mit einem phänomenalen Blick ins 250 Meter darunter liegende Tal. Als ich zum ersten Mal da war, präsentierte sich mir leider nur eine geschlossene Tür, daher gibt es hier nur Fotos von draußen.

Dass das Gebäude mit seinem charakteristischen Turm so gar nicht nach Ruine aussieht hat einen einfachen Grund: Das „württembergische Märchenschloss“ ist ein Neubau aus dem 19. Jahrhundert. Es handelt sich um ein Stück steingewordener Literatur.
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Berliner Stadtschloss wird seit 2013 wieder aufgebaut




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Das Stadtschloss im späten 18. Jahrhundert. Bild aus Wikipedia, Urheberrecht abgelaufen / Foto oben: Burgerbe.de
Das Berliner Stadtschloss entsteht erneut, und zwar nach den stark historisierenden Plänen des Architekten Franco Stella (65). Der Italiener gewann den Architektur-Wettbewerb mit 15:0 Stimmen.

Der Palast der Republik ist schon lange verschwunden. Artikel dazu finden sich u.a. bei Welt Online (bei Springer ist man pflichtgemäß begeistert), Spiegel-Online (neutral) oder auch mit kritischen Stimmen wie bei „n-tv“ (der zunächst hier verlinkte Artikel ist inzwischen nicht mehr online).

Drei der vier Fassaden sollen möglichst originalgetreu wieder aufgebaut werden. Auch die Kuppel kommt zurück. Das Innere wird jedoch nicht rekonstruiert. Der ganze Komnplex formiert als Humboldt-Forum. Er soll knapp vier Jahren dann die außereuropäischen Sammlungen Berlins sowie die Zentral- und Landesbibliothek beherbergen.

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Einstiges Düsseldorfer Schloss: Wo die kopflose Markgräfin spukt



1872: Das Düsseldorfer Schloss brennt
1872: Das Düsseldorfer Schloss brennt. Bild von August von Wille (Wikipedia/Urheberrecht abgelaufen)

In der Nacht vom 20. auf den 21. März 1872 tauchten hoch auflodernde Flammen die schmucken Fassaden der Düsseldorfer Altstadt in ein bizarres, flackerndes Lichterspiel. Das Schloss direkt am Rhein, das die renommierte Kunstakademie beherbergte, brannte lichterloh!

Die Freiwillige Feuerwehr war machtlos und musste den Bau ausbrennen lassen. Der Maler August von Wille hat den Moment in einem eindrucksvollen Gemälde verewigt.

Was da brannte, um nie mehr wieder aufgebaut zu werden, war die ehemalige Residenz der Herzöge von Jülich-Kleve-Berg. Knapp hundert Jahre nach der Stadterhebung des Fischerdorfs an Rhein und Düssel im Jahr 1288 begannen die Bauarbeiten für eine Burg.

Sie sollte den Ort schützen und beim Kassieren des Rheinzolls helfen. Zwei Feuer (1492, 1510) warfen die Burgpläne aber zunächst zurück.
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