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Ratschläge für einen schlechten Burgenblogger*


Burgenblogger gesucht: Am Mittelrhein startet 2015 ein interessantes Experiment...  Foto: Burgerbe
Burgenblogger gesucht: Am Mittelrhein startet 2015 ein interessantes Experiment…

Für Burg Sooneck wird seit 2014 jedes Jahr „Burgenblogger“ gesucht, der dort ein halbes Jahr lang frei wohnen darf und über seine Erlebnisse im Welterbe Mittelrheintal gegen eine Monatspauschalte berichten soll.

Hier ein paar Ratschläge für einen schlechten Burgenblogger…

Rassele Jahreszahlen herunter. Je mehr je besser. Sie sind das Rückgrat einer jeden Burggeschichte und auch ohne jeden Zusammenhang ein dankbares Mittel zur Entspannung. Das kennen die Leute aus dem Geschichtsunterricht. Es schafft gleich so eine träumerische Atmosphäre wohligen Wegsäuselns.

Du hast einen Bildungsauftrag, also rein mit dem Ziffernsalat in die Köpfe…
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Billig-Burgenblogger für Burg Sooneck gesucht


Burg Sooneck am Mittelrhein
Burg Sooneck am Mittelrhein: Hier soll der Burgenblogger wohnen / Fotos: Burgerbe.de
„Das Mittelrheintal“ sucht einen Burgenblogger. Genauer: Die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, die Rhein-Zeitung und die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz suchen jemanden, der ein halbes Jahr lang auf der malerisch über dem Rhein gelegenen Burg Sooneck wohnt.

Von dort aus soll er gegen eine „Aufwandsentschädigung“ von 2000 Euro Brutto (Werkvertrag) über den „Pulsschlag des Mittelrheintals“ bloggen. Auch kritische Anmerkungen sollen erlaubt sein.

Nein, ich werde mich nicht bewerben. Ich finde einen urlaubslosen Sommer für 2000 Brutto auch nicht gerade üppig. Jede Zeitungsvolontär im zweiten Lehrjahr hat da mehr in der Tasche – sofern sein Arbeitgeber noch Tarifgehalt zahlt.

Um die Qualität zu bekommen, die sie suchen, hätten die so etwas knausrig erscheinenden Organisatoren besser noch einen Tausi oder zumindest 500 Euro draufgelegt.

Dann wäre ich allerdings neidisch.
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Ausstellung: Werbetrommel für die Rheinromantik

Postkarten-Idyll Burg Rheinstein / Foto: Wikipedia / Manfred Heyde / CC-BY-SA 3.0
Postkarten-Idyll Burg Rheinstein / Foto: Wikipedia / Manfred Heyde / CC-BY-SA 3.0

Akute Rheinromantik war etwas, das im 19. Jahrhundert vor allem Engländer, Amerikaner und Preußen befiel. Gebürtige Rheinländer waren beim Anblick der verfallenden Burgruinen über dem tückischen Strom pragmatischer. Sie sahen sie eher als Quelle kostenlosen Baumaterials.

Später freuten sich die Einheimischen an den Burgen als Magneten, die  Rheinwein-durstige Touristen aus Übersee und bauwütige Hohenzollern-Prinzen anzogen. Aber Romantik bei den Rhein-Anliegern? Fehlanzeige.

Das Siebengebirgsmuseum in Königswinter widmete dem Thema „Sagen und Burgen am Rhein“ jetzt eine Ausstellung mit Bildern von Künstlern der Düsseldorfer Schule aus der Privatsammlung Rheinromantik (bis zum 14. Mai 2014).

Das Bild oben stammt von Karl Buchholz aus dem Jahr 1872. Es zeigt die Schönburg bei Oberwesel und Pfalzgrafenstein (gemeinfrei).
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Schloss Koblenz: Beamte fliehen vor Benzoldämpfen



Schloss Koblenz im Buga-Jahr Foto; Wikipedia/Holger Weinandt/CC-BY-SA-3.0-DE
Schloss Koblenz im Buga-Jahr Foto; Wikipedia/Holger Weinandt/CC BY-SA 3.0 / Foto oben: Burgerbe.de

Das Koblenzer Schloss strahlt blendend weiß. Für 3,8 Millionen Euro hat der Bund die Fassade des klassizistischen Prachtbaus und den Mitteltakt restaurieren lassen. Doch nun flüchten die Beamten in Scharen aus den Büros in Nord- und Südflügel. Das berichtet die Rhein-Zeitung.

Grund seien offenbar hohe Benzol- und Naphtalinwerte. Das Schloss, von dem aus die Generäle in Kaiser Wilhelms Großen Hauptquartier im Sommer 1914 Frankreich schlagen wollten, ist heute Sitz des Hauptzollamts Koblenz und des Rechnungsprüfungsamt des Bundesrechnungshofs.
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Wie aus Burg Kaub die Burg Gutenfels wurde



Burg Gutenfels hoch über dem Rhein bei Kaub
Burg Gutenfels hoch über dem Rhein bei Kaub / Fotos: Burgerbe.de

Als die revolutionären Franzosen 1793 ins Rheinland einmarschierten, waren die früher strategisch so wichtigen Burgen keine besondere Hilfe mehr. Die Invalidenbesatzung von Burg Gutenfels bei Kaub über dem Rhein hatte jedenfalls Besseres zu tun, als sich mit den Invasoren Feuergefechte zu liefern. Die Burg wurde kampflos übergeben.

Kaiser Napoleon traute dem folgenden Frieden mit seine rheinischen Nachbarn nicht so recht – und ließ die historische Anlage 1806 kurzerhand sprengen. 1805 war bereits das Inventar verkauft worden, 1807 wurden die Holzbalken und 1813 das Mauerwerk versteigert. Die Befestigung 110 Meter über dem Städtchen Kaub war zu diesem Zeitpunkt gut 600 Jahre alt.
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