Schlagwort-Archive: Mittelrhein

Der Ochsenturm von Oberwesel



Der Ochsenturm in Oberwesel - Symbol städtischen Selbstbewußtsein aus dem Mittelalter
Der Ochsenturm in Oberwesel – Symbol städtischen Selbstbewußtsein aus dem Mittelalter

Wenn man durchs burgenreiche Mittelrheintal fährt, steht er irgendwann urplötzlich an der Straße: Der Ochsenturm von Oberwesel. Der prägnanteste von 16(!) erhaltenen Türmen der Stadtbefestigung des Rhein-Städtchens fällt durch seine Doppelstock-Bauweise auf:
Auf einen zinnenbewehrten Rundturm wurde noch ein achteckiges Mini-Türmchen (natürlich auch mit Zinnen) gesetzt, das früher noch von einem spitzen Turmhelm gekrönt wurde.

Diese eigenwillige Bauweise (genannt Butterfassturm) stammte aus Italien und galt zur Bauzeit des Turms um das Jahr 1400 in der Region als très chic. Der Turm der nahen Marksburg sieht verdächtig ähnlich aus.
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1885: US-Millionär kaufte die Schönburg am Rhein




Die Schönburg am Rhein - hier der Hoteltrakt (Palas) und der Barbarossaturm / Fotos: Burgerbe.de
Die Schönburg am Rhein – hier der Hoteltrakt / Fotos: Burgerbe.de

Man nehme: einen der Burgenromantik verfallenen US-Millionär mit reichlich Dollar-Reserven und Entschlusskraft. Diesen lasse man eine verträumte Ruine in malerischer Lage hoch über dem Rhein finden, die gerade als Schnäppchen zu haben ist.

Drumherum kreucht allerlei gutmütiges Landvolk in pitoresken aber etwas fadenscheinigen Trachten (für die niederen Arbeiten und zum Jubeln bei Besuchen der Obrigkeit).

Jetzt die Zutaten einmal kräftig schütteln und ans ZDF schicken.
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Burg Stahleck: Keimzelle der Kurpfalz



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Burg Stahleck von der rechten Rheinseite aus gesehen / Fotos: Burgerbe.de
Eine Burg am Rhein war im Mittelalter eine sichere Einnahmequelle. Die Straßen waren seit dem Ende der Römerzeit miserabel, der Fluss mit seiner angenehm schnellen Strömung hingegen fast durchgängig befahrbar.

Kein Wunder, dass das enge Mittelrheintal nur so mit Zoll-Burgen (z.B. Pfalzgrafenstein) gespickt ist, deren Besatzungen bei den Kaufleuten kräftig abkassierten. Eine dieser Festungen – Burg Stahleck – sollte sogar zur Keimzelle eines Kurfürstentums werden.
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Schloss Stolzenfels: Preußens Flagge am Rhein




Schloss Stolzenfels: Preußischer Wiederaufbau / Foto: Burgerbe.de
Schloss Stolzenfels: Preußischer Wiederaufbau / Foto: Burgerbe.de
Burgen tauchen gerne als Paare auf. Zum Beispiel die „feindlichen Brüder“ am Rhein oder die Drei Gleichen in Thüringen. Südlich von Koblenz findet sich auch so ein Paar: Burg Lahneck und Schloss/Burg Stolzenfels. Beide sind Grenzburgen.

Nachdem der Mainzer Erzbischof die rechtsrheinsche Burg Lahneck (an der Nordgrenze seines Territoriums) hatte bauen lassen, folgte sein Trierer Amtsbruder Arnulf II. von Isenburg Mitte des 13. Jahrhunderts in Sichtweite mit der linksrheinischen Burg Stolzenfels. Kurtrier erreichte am Rhein seine östlichste Ausdehnung, stieß hier auf Kurmainz, Kurköln und die Pfalz.

Der 22 Meter hohe, fünfseitige Bergfried hat sich aus dieser Zeit noch erhalten (er sollte so Geschossen weniger Angriffsfläche bieten und sie möglichst abgleiten lassen). Zwischen 1388 und 1418 fügten die bischöflichen Landesherren mit einem Wohnturm und einem Palas an der Rheinseite den dringend nötigen Wohnkomfort hinzu.

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Der hoch aufragende Turm

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Burg Lahneck: Verdurstete eine junge Schottin auf dem Turm?



Portal der Burg Lahneck / Fotos: Burgerbe.de
Portal der Burg Lahneck / Fotos: Burgerbe.de
Viele Burgen sind mit grausigen Geschichten verknüpft. Bei Burg Lahneck bei Koblenz soll diese Geschichte gerade mal 170 Jahre her sein.

Und so geht die Geschichte (zitiert nach Wikipedia):
Die 17-jährige Schottin Idilia Dubb ging 1851 mit ihren Eltern auf einer Rheinreise. Allein unternahm sie einen Ausflug zur Ruine Lahneck, um diese zu zeichnen. Sie kletterte den überwucherten Burgweg hoch und stieg auf einen Turm der Burg Lahneck.

Gerade als sie oben angekommen war, stürzte die morsche Holztreppe unter ihr ein. Aus ca. 20 Meter Höhe sah sie keine Möglichkeit mehr nach unten zu kommen. Idilia versuchte, sich bemerkbar zu machen.

Bauern und Schiffer winkten zwar zurück, doch niemand merkte ihre Not. Schließlich verdurstete sie dort oben. Im Jahr 1860 sollten Bauarbeiter auf dem Turm ihr Skelett entdeckt haben – und habe ihr Tagebuch gelegen, mit der ebenso erschütternden wie detaillierten Schilderung ihrer letzten Tage.

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