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Die Große Harzburg als Modell für Bad Harzburg



Das erste Burgmodell, das Vorbbild für den Bronzeguss war © Stadtmarketing Bad Harzburg
Ein erstes Burgmodell, das als Vorbild für den Bronzeguss diente © Stadtmarketing Bad Harzburg
Bad Harzburg bekommt seine (namensgebende) Burg zurück – wenn auch nur als Bronzemodell. Mitglieder des Fördervereins Historischer Burgberg sahen sich jetzt den fertigen Guss in einer Eisengiesserei an. Darüber berichtet die Goslarsche Zeitung.

Die Große Harzburg hatte „Canossa“-Kaiser Heinrich IV. zwischen 1065 und 1068 auf dem heutigen Burgberg errichten lassen, um die Sachsen im Zaum zu halten und die Kaiserpfalz Goslar zu sichern.

Das war auch bitter nötig, denn 1073 erhoben sich die Sachsen und zwangen den Kaiser mitsamt der Reichsinsignien zur Flucht von Goslar auf die Harzburg. Angeblich soll er den Belagerern dann durch einen Geheimgang entkommen sein.
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„Die verschwundene Burg“: Ausstellung im Stadtmuseum Pirna

Schloss Sonnenstein über Pirna / Foto: Wikipedia/Norbert Kaiser
Schloss Sonnenstein über Pirna / Foto: Wikipedia/Norbert Kaiser/CC BY-SA 3.0



Schlösser und Burgen haben ihr Aussehen und ihre Funktion durch die Jahrhunderte oft komplett verändert. Aus Holzburgen („Motten“) wurden Festungen aus Stein. Aus trutzigen Wehrburgen mit Bastionen und Wassergräben entstanden malerische Renaissance- und Barockschlösser mit prächtigen Gärten, aus diesen wieder triste Ruinen.

Eine Ausstellung im Stadtmuseum Pirna (Sachsen) verfolgte die Geschichte von Schloss (früher Festung) Sonnenstein durch die Jahrhunderte zurück. Titel: „Die verschwundene Burg. Der Sonnenstein in der Burgenlandschaft des sächsisch-böhmischen Oberelberaums“. Sie lief bis November 2013.

Die Festung Sonnenstein auf einem Gemälde von Canaletto von 1755 / Bild: Wikipedia/Urheberrecht abgelaufen
Die Festung Sonnenstein auf einem Gemälde von Canaletto von 1755 / Bild: Wikipedia/Urheberrecht abgelaufen

Eine Burg in Pirna wird erstmals 1269 als Castrum Pirne urkundlich erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt war die ursprünglich slawische Befestigung wohl schon mehrere hundert Jahre alt. Ausgrabungen im Jahr 2009/10 hatten auf dem Schlossplateau Funde aus der Zeit der slawischen Besiedlung ans Licht gebracht, die die Fachwelt aufhorchen ließen.

Der bislang bekannten Geschichte des Schlosses mussten neue, hochmittelalterliche Kapitel hinzugefügt werden.

Viele Jahrzehnte war zuvor über die hochmittelalterliche Nutzung des Sonnensteins geschrieben, geforscht und auch spekuliert worden. Mit den großflächigen Ausgrabungen konnten nun umfangreiche Spuren einer Wehranlage des späten 10. und 11. Jahrhunderts gesichert werden.

Auf der Seite des Stadtmuseums Pirna heißt es dazu: „Damit sind Ansatzpunkte zur Neubewertung der Stellung Pirnas im Prozess der Ausprägung markmeißnischer und böhmischer Territorialherrschaft in der Elbregion gegeben“.

Erwähnenswert am Sonnenstein ist (unter anderem), dass die Festung im Dreißigjährigen Krieg einer mehrmonatigen Belagerung durch die Schweden getrotzt hat. Trotz starken Artillerie-Beschusses hielt die Besatzung unter Johann Siegmund von Liebenau 1639 bis zum Abzug der Schweden durch.

In der Ausstellung werden noch die Spuren einer zweiten „verschwundenen Burg“ gezeigt: Auf der südlichen Seite des Elbdurchbruchs, im tschechischen Decin, ist zwischen 2009 und 2011 auf dem dortigen Schlossgelände ebenfalls gegraben worden. Wie in Pirna, galten die Arbeiten auch hier der Suche nach der nicht mehr sichtbaren Befestigung.

Die Ausstellung wurde vom Landesamtes für Archäologie Sachsen und dem Stadtmuseums Pirna in Zusammenarbeit mit Schloss Decin, dem Institut für Archäologische Denkmalpflege Nordwestböhmens in Most und weiteren tschechischen Partnern konzipiert. Sie ist zweisprachig: Tschechisch und Deutsch.

Es gibt auch ein umfangreiches Begleitprogramm. Das Stadtmuseum liegt in Pirna am Klosterhof 2/3.

Link: Mehr Informationen auf der Seite des Stadtmuseum Pirna.



Wilhelm von Oranien plante auf Schloss Dillenburg




Der Wilhelmsturm über den Kasematten von Schloss Dillenburg (Foto: Meins / Bild oben: Wilhelm von Oranien in jungen Jahren / gemeinfrei)[/caption]
Der Wilhelmsturm über den Kasematten von Schloss Dillenburg (Foto: Meins / Bild oben: Wilhelm von Oranien in jungen Jahren / gemeinfrei)
[/caption]Dass die Vereinigten Provinzen der Niederlande gegen die übermächtigen Habsburger schließlich ihre Unabhängigkeit erkämpften, hat viel mit einem eher wortkargen Fürsten aus dem hessischen Dillenburg zu tun. Wilhelm von Oranien (1533-1584) kam im Dillenburger Schloss zur Welt.

Der elfjährige Wilhelm von Nassau-Dillenburg wurde durch den Kriegstod eines Onkels zu dessen Erben – und somit zu einem der reichsten Adeligen der Niederlande. Kaiser Karl V. holte ihn aus dem engen Dilltal an seinen Hof nach Brüssel, zwecks Indoktrinierung Erziehung.
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