Schlagwort-Archive: Schlösser in Frankreich

Schloss Benrath erinnert an Versailles-Gartenkünstler André Le Nôtre



Orangerie von Schloss Versailles / Foto: tkx / CC-BY-SA-3.0
Orangerie von Schloss Versailles / Foto: Wikipedia / tkx / CC-BY-SA-3.0
André Le Nôtre (1613-1700) hat die europäischen Schlossgärten geprägt wie kein Zweiter. Der oberste Gärtner des Sonnenkönigs Ludwig XIV. schuf den Park von Versailles in seiner heutigen Form und entwarf die Gärten so berühmter Schlösser wie Vaux-Le-Vicomte, Chantilly, Fontaineblau.

In England zeichnet er für den St. James Park in London verantwortlich. Einer seiner Schüler gestaltete den Barockgarten von Schloss Nymphenburg und den Park von Schloss Augustusburg in Brühl.

Auf Schloss Benrath (selbst von einer großen Parkanlage umgeben) wird in diesem Herbst an Monsieur Le Nôtre erinnert: Das dortige Museum für Europäische Gartenkunst nimmt den 400. Geburtstag des Gartenkünstlers von Versailles vom 15. September bis zum 17. November2013 zum Anlass für die Ausstellung „Illusion und Imagination. André Le Nôtres Gärten im Spiegel barocker Druckgraphik“.
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Chateau Chenonceau und die Rache der Medici-Königin



Schloss Chenonceau / Foto: Burgerbe
Schloss Chenonceau / Foto: Burgerbe
Wenn von den Schlössern der Loire die Rede ist, fällt unausweichlich der Name Chenonceau. Nach Versailles steht das malerische Chateau, das gleichzeitieg als Brücke über den Cher fungiert, auf Platz zwei der meistbesuchten Schlösser Frankreichs. Bei der Menge an herrlichen Schlössern will das schon etwas heißen.

Die jährlich 800.000 Besucher haben natürlich zur Folge, dass es im berühmten Korridor, an den Aussichtspunkten und auf den Parkplätzen recht voll werden kann. Der elf Euro teure Besuch (mit Gärten: 15 Euro) lohnt trotzdem, schon allein wegen der garstigen Geschichte zweier Frauen und eines tragischen Turniertods…
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„Red Obsession“: Reiche Chinesen kaufen Wein-Châteaux



Etikett eines Chateau Loudenne
Etikett eines Chateau Loudenne
Umbruch auf Frankreichs altehrwürdigen Weingütern: Investoren aus Fernost haben die Châteaux als Geldanlage und Prestigeobjekte entdeckt und kaufen rund um Bordeaux auf, was sie kriegen können.

Geld spielt keine Rolle: Für 20 Millionen Euro sicherte sich jetzt die Guizhou Moutai Wine Industry das traditionsreiche Château Loudenne im Médoc, bekannt für seinen Cru Bourgeois Supérieur.

Das waren elf Millionen mehr als der Vorbesitzer für das Gut und das Schloss aus dem 17. Jahrhundert bezahlt hatte. Auch so kann Globalisierung also laufen…

Im Jahr 2012 übernahmen Chinesen in der Region Weingüter in der Größe von 440 Hektar, unter anderem das bekannte Château Bellefont-Belcier nahe Saint-Emilion. Zu dieser Entwicklung gibt es jetzt sogar einen Kinofilm: „Red Obsession“.

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Chateau des Milandes: Josephine Bakers Märchenschloss



Josephine Baker 1927 im bekannten Bananen-Röckchen / Foto: Walery French, Public Domain
Josephine Baker 1927 im bekannten Bananen-Röckchen / Foto: Walery French, Public Domain
Josephine Baker und Frankreich – das war auf beiden Seiten Liebe auf den ersten Blick. Die junge Tänzerin startete ihre Karriere in Harlem und begeisterte 1925 als 19-Jährige das Publikum in Paris. Die Franzosen hatten im Gegensatz zu einem Teil der amerikanischen Zuschauer keine Probleme mit ihrer Hautfarbe und ihren „Oben-Ohne“-Auftritten. Im Gegenteil.

Mit einer Mischung aus Stimme, Erotik und Tanz wurde das Mädchen aus St. Louis in den folgenden Jahren die bestbezahlte US-Unterhalterin in Europa. Und sie blieb auf dem Alten Kontinent. 1937 nahm sie die französische Staatsbürgerschaft an.

Doch wo wohnt man stilecht als gefeierter Bühnenstar? 1937 lernte sie ein etwas heruntergekommens 24-Zimmer-Anwesen in der burgen- und schlösserreichsten Region des Landes kennen: das malerische Chateau des Milandes im Périgord am Ufer der Dordogne.

Ein historisches Plätzchen: Das Schloss war zur Zeit der Entdeckung Amerikas vom Grafen von Castelnaud gebaut worden (seine Frau hatte darauf gedrängt). Während der Französischen Revolution wurden die adeligen Besitzer enteignet. Chateau des Milandes: Josephine Bakers Märchenschloss weiterlesen

Chateau Saint-Fargeau: Gerettet durch Historienspektakel



Massive Türme flankieren das Tor von Chateau Saint-Fargeau
Massive Türme flankieren das Tor von Chateau Saint-Fargeau

Wie macht man ein heruntergekommenes Chateau aus dem 15./17. Jahrhundert zum Besuchermagneten? Ein Schloss, das zudem derart abgelegen liegt, dass es unter Ludwig XIV. als Abschiebungsort für unerwünschte Herzoginnen diente.

Michael Guyot, Initiator des Guédelon-Burgbauprojekts, hat es bei Chateau Saint-Fargeau versucht. 1979 kaufte er das baufällige Gemäuer im Departement Yonne (Burgund), circa 40 Kilometer südlich von Auxerre. Ein Festival der Hochkultur wollte er ins Leben rufen – und scheiterte am mangelnden Interesse. Klassiker im Schlosshof wollte niemand hören.
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