Schlagwort-Archive: Mittelalter

Schloss Hallwyl: Laser macht Ornamente sichtbar




Schloss Hallwyl / Foto: Burgerbe.de
Schloss Hallwyl / Fotos: Burgerbe.de

Überraschung auf Schloss Hallwyl, einem der bedeutendsten Schweizer Wasserschlösser im Kanton Aargau: Unter einer Rußschicht wurden auf Deckenbalken Muster gefunden. Nach 700 Jahren werden diese nun mit einem völlig neuen Verfahren Stück für Stück sichtbar gemacht: per Laser.

Hintergrund: Das Mittelalter war auch in der Eidgenossenschaft bunter als man heute gewöhnlich denkt. In Schlösser und Burgen verdeckten farbige Wandteppiche das feuchtkalte Mauerwerk, Wände und Decken waren oft fröhlich bemalt.

Zeit hatten die Künstler in den dunkle Wintermonaten ja genug auf den eingeschneiten Festungen…
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Burg Hohenfreyberg: Letzte Festung des Mittelalters




Die große Zeit der Burgenbaus war im 12. und 13. Jahrhundert. Doch es gab auch im 15. Jahrhundert noch Nachzügler. Während die ersten einst stolzen Höhenburgen schon wieder verfielen oder zu wohnlicheren Schlössern wurden, entstand in den Jahren 1418 bis 1432 im südlichen Allgäu die Burg Hohenfreyberg.

Und zwar als eine der letzten hochgelegenen, mittelalterlichen Wehrburgen in deutschen Landen. (Foto oben: gemeinfrei)
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Veste Heldburg: Burgenmuseum öffnet erst im Mai 2016


Innenhof der Veste Heldburg
Innenhof der Veste Heldburg / Fotos: Burgerbe.de
Erst 2011, dann 2013, dann 2015: Immer wieder wurde die Eröffnung des zentralen deutschen Burgenmuseums auf der Veste Heldburg aufgeschoben. Jetzt steht der Termin endlich fest: Das Museum rund um Burgen und Schlösser öffnet am 3. Mai 2016. Das meldet der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR).

(Ich hatte in einer vorherigen Version des Textes von 2015 geschrieben. Es ist aber 2016. Danke Armin!)

Die Ausstellung kostet 2,1 Millionen Euro, das Geld kommt aus diversen öffentlichen Töpfen.
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Schloss Beichlingen 1014: Burgherrin Reinhilde wird entführt



Schloss Beichlingen / Foto: gemeinfrei
Schloss Beichlingen / Foto: gemeinfrei

Der Innenhof von Schloss Beichlingen / Foto: Wikipedia / Peter Schmelzle / CC-BY-SA 3.0
Der Innenhof von Schloss Beichlingen / Foto: Wikipedia / Peter Schmelzle / CC-BY-SA 3.0

Bischof Thietmar von Merseburg (975-1018) war ein fleißiger Geschichtsschreiber. Was die Ottonen so alles an Glorreichem und Trivialem trieben, ließ er von acht Schreibern zu Pergament bringen – und korrigierte notfalls auch selbst mit spitzer Feder in den Texten herum*).

Für den November 1014 berichtete Thietmar ausführlich vom Raub der Beichlinger Burgherrin Reinhilde durch Markgraf Werner von Walbeck („sie ließ sich nur unter Weinen und Klagen entführen“). Der Kaiser zeigte sich darüber äußerst erbost, was blutige Folgen hatte.

Damit taucht die Burg im thüringischen Beichlingen erstmals in der Geschichtsschreibung auf (den ganzen Text findet man auf der Schloss-Homepage). Schloss Beichlingen 1014: Burgherrin Reinhilde wird entführt weiterlesen

Belagerungs-Geschosse aus Pech und Schwefel nachgebaut




Forscher beim Rekonstruieren von Feuerballen / Bild: Screenshot YouTube
Coburger Forscher beim Rekonstruieren von Feuerballen / Bild: Screenshot YouTube

Wer die Besatzung einer mittelalterlichen Burg demoralisieren wollte, der setzte Feuer ein. Die Befestigungen bestanden oberhalb der Mauern und Steinwände zu großen Teilen aus Holz: Wehrgänge aus Holzbalken und Fachwerkfassaden bestimmten das Bild. Entsprechend gefürchtet waren Brände.

Kanonen galten in ihrer Anfangszeit noch als unzuverlässige, sündhaft teure Monster mit dem fatalen Hang zur Explosion inmitten der eigenen Leute. In dieser Zeit entwickelten Belagerer eine Fülle von äußerst wirkungsvollen Brandgeschossen aus einfachsten Utensilien – und Schwarzpulver.
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