Schlagwort-Archive: Wasserschlösser

Schloss Borbeck: Wo Essens Fürstäbtissinnen herrschten



Schloss Borbeck in Essen / Foto: Burgerbe.de
Schloss Borbeck in Essen-Borbeck (links die ehemaligen Wirtschaftsgebäude)/ Fotos: Burgerbe.de
Das Barockschloss der Fürstäbtissinnen von Essen
Das Barockschloss der Fürstäbtissinnen von Essen

Das mittelalterliche Stift Essen war ein wunderliches Gebilde: Es wurde jahrhundertelang von Frauen beherrscht. Die Fürstäbtissinnen von Essen hatten das Sagen über rund 120 Quadratkilometer zwischen Emscher und Ruhr. 3000 Bauernhöfe zahlten ihnen Abgaben.

Residenz der mächtigen und äußerst wohlhabenden Äbtissinnen mit eigenem Sitz im Reichstag war 500 Jahre lang Schloss Borbeck im heutigen Essen-Borbeck. Seit etwa dem Jahr 1300 regierten die geistlichen Damen von Borbeck aus.

In der Burg, dem Vorgängerbau des heutigen Schlosses, fanden sie in Kriegszeiten Zuflucht. Die Äbtissinnen hatten das Recht, eigene Münzen zu prägen, die Borbecker Gulden und Groschen. Das passierte ab 1400 auf Burg Borbeck (das Schlossrestaurant im Keller heißt deshalb heute „Zur Münze“).
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Wasserschloss Menzingen: Ruine seit April 1945




Das Schloss Menzingen nahe Karlsruhe galt als das Wasserschloss des Kraichgaus. Hier konnte man noch vor 80 Jahren genau sehen, wie ein Renaissanceschloss aussah, das auf den Fundamenten einer mittelalterlichen Burg errichtet worden war.

Später haben die Herren von Mentzingen nur noch wenig daran herumgebaut, so dass die Architektur des 16. Jahrhunderts fast vollständig erhalten blieb.

Das änderte sich am 2. April 1945. US-Jagdbomber unterstützten den Vormarsch der amerikanischen und französischen Truppen im deutschen Südwesten. Ein eher unwichtiger Kriegsschauplatz. Dabei nahmen die Piloten im Vorfeld der Front alles aufs Korn, was ihnen irgendwie bedeutsam erschien. Schloss Menzingen lag für die Air Force wie auf dem Präsentierteller.
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Schloss Brake: Wo Graf Simon in die Sterne schaute



Schloss Brake beherbergt heute das Weserrenaissance-Museum / Fotos: Burgerbe.de
Schloss Brake beherbergt heute das Weserrenaissance-Museum / Fotos: Burgerbe.de

Eine der größten mittelalterlichen Burganlagen Westfalens ist… verschwunden. An der Stelle des Castrum der Edelherren zur Lippe in Lemgo steht jetzt das Wasserschloss Brake. Es beherbergt heute das Museum der Weserrenaissance – und war auch mal Sternwarte…

Die mittelalterliche Burg hatte ohnehin nur bis 1447 gehalten. In der sogenannten Soester Fehde wurde sie erobert und in Brand gesteckt. Das heutige Renaissanceschloss entstand 1584 bis 1589 durch einen Umbau im Auftrag von Reichsgraf Simon VI., Landesherr von Lippe-Detmold.

Von hier aus regierte dieser durchaus bemerkenswerte Fürst seine Grafschaft. Zumindest solange er nicht in Prag bei Kaiser Rudolf II. weilte, der ihn als seinen Gesandten mit allerlei kniffeligen Aufgaben durch die Welt schickte.

Außerdem nutzte der Kaiser den Lipper als Kunstagenten, um seine Gemäldesammlung aufzubauen. Beide hatten offenbar einen ähnlichen Kunstgeschmack.
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Schloss Senden: Wie ein Münsterländer Wasserschloss verfiel (Archiv)



Schloss Senden in Senden im Kreis Coesfeld
Schloss Senden in der Gemeinde Senden im Kreis Coesfeld
Verlassene Schlösser, die noch im Verfall von der einstigen Pracht ihrer lange verflossenen fürstlichen Bewohner künden, erwartet man eigentlich eher auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.

Im geschichtsbewussten, wohlhabenden Münsterland sollte eigentlich kein Platz für verrammelte historische Säle, blinde Scheiben und vor sich hin rottende Bausubstanz aus der Feudalzeit sein. (Dieser Artikel über den Verfall von Schloss Senden gibt den Stand von 2014 wieder und gibt den Stand von 2014 wieder. Eine äußerst erfolgreiche Aktion zur Rettung des Schlosses läuft)
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Schloss Ahrensburg: Sanierung ab 2015 geplant



Wasserschloss Ahrensburg: Brandschutz soll verbessert werden / Foto: Wikipedia / Podracer HH / CC BY-SA 2.5
Wasserschloss Ahrensburg: Brandschutz soll verbessert werden / Foto: Wikipedia / PodracerHH / CC BY-SA 2.5
1,175 Millionen Euro soll die für 2015 geplante abschließende Sanierung von Schloss Ahrensburg kosten – einem Wasserschloss 30 Kilometer nördlich von Hamburg. Die Stadt will 215.000 Euro beisteuern. Dieser Beitrag ist die Voraussetzung dafür, dass Bundes- und Landesfördermittel fließen. Das meldet das Hamburger Abendblatt.

Der Ahrensburger Stadtrat ist gut beraten, den Betrag jetzt schnell zu verabschieden. Noch sind die Aussichten gut, Landesfördermittel im Norden zu bekommen. Aber man weiß ja nie, wann Schleswig-Holstein Ländern wie Nordrhein-Westfalen folgt, die ihre Denkmalfördermittel massiv zusammenstreichen.

Nachdem bis 2012 sieben Räume saniert worden sind, soll nun die Verbesserung des Brandschutzes abgeschlossen werden. Damit wäre dann 2015 die Sanierung des Schlosses beendet.

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