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Vor 700 Jahren: Verhaftung der Templer


templarsign.pngEs war ebenso ein Freitag, der 13. Oktober, wie heute, als französische Beamte landesweit versiegelte Umschläge aus der Kanzlei Philipps IV. öffneten. Sie enthielten die Haftbefehle gegen die Mitglieder des Templer-Ordens.

Die Aktion, die sich heute zum 700. Mal jährt, erfolgte zeitgleich, eine für damalige Verhältnisse unerhörte Leistung, das erste polizeiliche Kommandounternehmen der Geschichte. Es kam für die Templer völlig überraschend. Allein in Paris wurden 138 Personen festgenommen. Besitztümer und bewegliche Habe der Templer wurden beschlagnahmt.

Das Ende ist bekannt: Andere Monarchen folgten Philipps Vorbild. Der Orden wurde vom Papst aufgelöst, Großmeister Jacques de Molay kam 1314 auf den Scheiterhaufen. Was bleibt sind diverse Legenden und eindrucksvolle Burgen.

Der Sage nach sollen sich die letzten zwölf Templer auf Burg Lahneck bei Koblenz tapfer gegen königliche Truppen verteidigt haben.

Mittlerweile sind in den Archiven des Vatikan übrigens Dokumente aufgetaucht, die die Templer entlasten.


Burg- (äh…) Bahn-TV von 1982



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Die Bahn war schon immer ganz groß in der Eigenwerbung. Mir flattert hier gerade ein Film „Wälder, Burgen und Legenden“ von 1982 auf die Festplatte. Retro-Flash. Ganz großes Kino. Die Story: Jan und Jette, zwei moderne Teenager wollen die Burgen von „Deutschlands Mitte“ erkunden. Das taten sie am besten mit der damaligen Bundesbahn.

Die PR-Strategen der Bahn haben mit dem hausbackenen 80er-Jahre-WerbefilmPfalz bei Kaub für ein paar schöne Bilder und viel unfreiwillige Komik gesorgt. Immer wieder rast ganz zufällig ein Zug durchs Bild. Auch in der schönsten Natursequenz. Man kann das Gebieterische „Da muss mehr Bahn rein“ der Auftraggeber förmlich riechen.

Mit dem Satz haben die für die Abnahme zuständigen Beamten den Regisseur wahrscheinlich zur Weißglut getrieben. Aber er hat es ganz gut gelöst. Zwischen den obligatorischen Bahnfahrten besichtigen Jan & Jette allerlei Sehenswürdiges und lernen Till Eulenspiegel und den verfluchten Ritter Hans von Rodenstein, Chef einer wilden Geisterjagd kennen, die 1742 sogar die gräflichen Behörden auf den Plan rief.

Nebenbei verwandelt sich Jan auch mal in den gemarterten Schinderhannes am Pranger, oder Till Eulenspiegel landet auf der Hutablage im Sechser-Abteil.

Spukender RitterDie Reise geht vom Hunsrück (Schloss Steinau an der Straße, aus dem Ort stammen die Gebrüder Grimm) zum westlichen Harz (Goslar) über Köln zu Odenwald (Michelstadt, Burg Breuberg) und Spessart, hinüber nach Trier, und dann – natürlich mit der Bahn – den Mittelrhein entlang (Loreley, Pfalzgrafenstein, Marksburg). Endpunkt ist wieder Köln. Selbstverständlich bleibt man auf westdeutschem Gebiet, DDR-Sehenswürdigkeiten werden nicht erwähnt.

Zwischendurch die unvermeidlichen Schnitte in den Speisewagen (man beachte das Muster der Posterung und die wallende Haarpracht der Bedienung) und das allgegenwärtige Auftauchen hilfsbereiter Schaffner. Glaubt man dem Film, müssen Züge und Bahnhöfe in den Achtzigern vor freundlichem Servicepersonal nur so gewimmelt haben.



Hier mal ein paar Screenshots:

Ärger beim RittermahlMarksburgIm Speisewagen

Wenn der Film mal im TV wiederholt werden sollte, lohnt er einen Blick.