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Dortmund verkauft Hörder Burg




Die Hörder Burg / Foto: Wikipedia  Eurext / CC BY-SA 3.0
Die Hörder Burg / Foto: Wikipedia Eurext / CC BY-SA 3.0

Die Hörder Burg in Dortmund sieht von weitem aus wie ein Bauwerk aus hellen Legosteinen. Verzierte Giebel, Türmchen, alles spricht in einer aufgeräumten Puppenstuben-Ästhetik. Und sie soll verkauft werden. So eine Zuckerbäcker-Architektur zieht erfahrungsgemäß drei Gruppen von Geldgebern an:

1) Millionäre, die etwas „Hübsches für die Gattin“ suchen, um diese abzulenken.

2) „Gesundheitskonzerne“, die Schönheitskliniken für gelangweilte Millionärs-Gattinnen (und junge Damen,  die dies schnell werden möchten), einrichten wollen

3) Sparkassendirektoren ohne jegliche Anflüge von Bescheidenheit, die einen „standesgemäßen“ Amtssitz suchen und nur durch strikte Denkmalschutzauflagen daran gehindert werden können, den Thronsaal zum Chefbüro zu machen.

Im Fall Hörde soll am Ende Gruppe Nummer drei ins Spiel kommen.
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Die Industrialisierung: Als Burgen zu Fabriken wurden




Ruine der Burg Wetter an der Ruhr mit Infotafel
Eine Infotafel erzählt die Industriegeschichte der Burg Wetter. Foto: Burgerbe.de / Foto oben: Die Harkortsche Fabrik auf Burg Wetter (Alfred Rethel, 1834) / Bild: Wikipedia/The Yorck Project
Mittelalter und industrielle Revolution sind eine ziemlich verrückte Mischung, wie man nicht erst seit Mark Twains „Ein Yankee an König Arthurs Hof“ weiß.

Kaum etwas passt so wenig zusammen wie Mittelalter und Industrialisierung. Hier das Zeitalter der alten Rittersleut auf ihren turmbewehrten Burgen – deren fortschrittlichstes Werkzeug der menschenbetriebene Drehkran war -, dort die Ära der rauchenden Schlote und der beginnenden Massenproduktion.

Und doch zogen diverse Unternehmer im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts ihre Fabriken ausgerechnet in alten Burgen und Schlössern hoch, ohne die leiseste Rücksicht auf die historische Bausubstanz zu nehmen. Die Industrialisierung: Als Burgen zu Fabriken wurden weiterlesen

Schloss Ludwigsthal: Herrenhaus des Glasbarons ist saniert



Schloss Ludwigstal während der Sanierung / Foto: Wikipedia/Konrad Lackerbeck, CC-BY-SA-3.0
Schloss Ludwigstal während der Sanierung / Foto: Wikipedia/Konrad Lackerbeck/CC BY 3.0 DE

So ein bayerischer Glashüttenbesitzer will auch standesgemäß wohnen. Am besten im eigenen Schloss. Im Jahr 1826 hatte sich Georg Christoph Abele einen solchen frühen Industriebetrieb zur Produktion von grünem Spiegelglas in den Bayerischen Wald gesetzt.

Die Fäden zog der Hüttenherr im Herrenhaus, Schloss Ludwigsthal nahe Zwiesel. Wie der ganze entstehende Ort wurde das repräsentative Gebäude nach dem bayerischen König Ludwig I. benannt. Gut 150 Jahre lang wurde hier Glas produziert, erst 1981 schloss die Hütte und verfiel. Unter der Schneelast des Winters 2006 stürzte sogar das Dach des Fabrikgebäudes ein.

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