Schlagwort-Archive: Frankreich

Château de Joux: Bergfestung im französischen Jura



Château de Joux auf einem steilen Felsen gelegen
Château de Joux auf einem steilen Felsen gelegen
Trutzig ragen die Mauern des Château de Joux an einer Engstelle hoch über der Straße zwischen Burgunds Hauptstadt Dijon und der Schweiz.

Der Grenzverkehr konnte von hier aus bestens überwacht (und zur Kasse gebeten), die Straße notfalls leicht gesperrt werden.

Und Eroberer hatten bis ins 20. Jahrhundert ziemlich schlechte Karten.

Wahrscheinlich ist der Anblick der Bergfestung bei Pontarlier im französischen Jura ihre beste Werbung. Egal von welcher Seite man kommt, das Chateau oben auf dem Felsen sieht immer beeindruckend aus.

Es schmiegt sich an den Bergrücken an, wirkt von weitem wie aus dem Felsen gewachsen.
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Der klotzige U-Boot-Bunker von Saint-Nazaire



Schautafel zum Inneren des U-Boot-Bunkers während des Krieges.
Schautafel zum Inneren des U-Boot-Bunkers während des Krieges.
Die deutsche Besatzung 1941-1944/45 hat in Frankreich massive Spuren aus Beton hinterlassen. Geradezu monströs wirken die fünf gewaltigen U-Boot-Bunker in Brest, Lorient, Saint-Nazaire, La Rochelle und Bordeaux: Die wichtigsten Stützpunkte der Schlacht im Atlantik.

Die Kriegsgeschichte von St. Nazaire ist besonders blutig: 1940 versenkte die Luftwaffe vor der Stadt den als Truppentransporter genutzten britischen Passagierdamper Lancastria (rund 4000 Opfer). 1943 griff ein alliiertes Kommandounternehmen den Hafen an (Operation Chariot).

Über 200 Tote und eine gesprengte Schleuse waren die Folge. Das riesige Normandie-Dock, ein für die Reparatur von Atlantik-Linern gebautes Trockendock, das daher auch Schlachtschiffe von der Größe der Tirpitz hätte aufnehmen können, war für zehn Jahre außer Gefecht gesetzt.
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Deutsche Welle: Reportage über Burgenbau in Guédelon



Seit 1997 wird in Guédelon, 140 Kilometer südwestlich von Paris, mit mittelalterlichen Methoden eine Burg errichtet. Vorbilder sind französische Anlagen des 13. Jahrhunderts. Das Ganze hat sich mittlerweile zum Besuchermagneten entwickelt. Ich habe die Burgbaustelle im Herbst 2012 besucht.

Auch ein Team von Deutsche Welle-TV (Journal Reporter) war da, hat einen ganz interessanten Neunminüter gedreht und diesen anschließend bei YouTube hochgeladen.Titel: „Bauen wie im Mittelalter“

Dabei erfährt man auch, dass nicht alles auf der Baustelle mittelalterlich ist. In die Hanfseile, mit denen hunderte Kilo schwere bebauene Steinblöcke bewegt werden, mussten beispielsweise Stahlseile eingewebt werden – eine Konzession an den modernen Arbeitsschutz.

Einen Bericht mit Fotos zum Burgenbau in Guèdelon im Burgerbe-Blog gibt’s hier.

Foto: Burgerbe.de



Burg Carcassonne: Man rechnete immer mit Verrat



Die restaurierte Burg von Carcassonne. Rechts neben dem Tor steht der so genannte Obergaden-Turm
Vor der Völkerwanderung hatte man nicht mal im beschaulichen Südwestfrankreich seine Ruhe.

Davon zeugen heute noch hektisch errichtete römische Mauern und Türme in Carcassonne (wundervoll restauriertes Weltkulturerbe und Must-See für Freunde historischer Burgen, die auch gern gut essen).

30 bis 40 Jahre vor der Zeitenwende gründeten die Römer die Handelsstadt auf einer Anhöhe am Flüsschen Aude als Colonia Julia Carcaso.
Zunächst blieb sie gänzlich ohne Mauern. Die Macht des Imperium Romanum wirkte abschreckend genug.

Als im dritten Jahrhundert nach Christus Vorboten der Völkerwanderung in Form von Barbarenhorden auch durchs Vorland der Pyrenäen zogen, musste schnell eine Stadtbefestigung her.

In Carcassonne wurden sie um das Jahr 200 hochgezogen.

Die Römer bauten trotz der Eile so dauerhaft, dass ihre Türme, Tore und die Ringmauer die Grundlage der mittelalterlichen Befestigungen bildeten und zum Teil heute noch zu sehen sind.
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Katharer-Burgen in den Pyrenäen: Die steinernen „Söhne von Carcassonne“




Queribus bot den letzten Katharern Schutz / Foto: Burgerbe
Queribus bot den letzten Katharern Schutz / Foto: Burgerbe

Auf Burg Peyrepertuse
Auf Burg Peyrepertuse

Burgen, die wie Vogelnester an steilen Felswänden kleben – Festungen, in die sich verfolgte Katharer flüchteten, während die gepanzerten Belagerer am Hang mit Kennermiene das Holz für die Scheiterhaufen zusammensuchten.

Die Überreste dieser Gemäuer wollte ich mir mal aus der Nähe ansehen.

Glücklicherweise bietet der Billigflieger Ryanair fast täglich Flüge nach Carcassonne an. Allerdings starten diese erst ab dem Flughafen Charleroi („Brüssel-Sud“) in Belgien.

Also erstmal ca. 215 Kilometer hingefahren, Auto ins Parkhaus gestellt (15 Eur/Tag) und rein in den Flieger, wo jeder Service extra kostet. Naja. Pension und Mietwagen hatte ich von Deutschland aus reserviert.

Netterweise wartete am Flughafen in Carcassonne bereits der Zubringerbus in die nahe Innenstadt (5 Eur, ca. 15 Minuten). Das klappte also schonmal gut.
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