Schloss Mainberg: Gekauft dank Kriegsgewinnen. Heute verfällt es / Foto: Wikipedia / antar2 / Public DomainDer Erste Weltkrieg, die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, hat den Reichtum einiger Industrieller vervielfacht. Wer seine Produktion auf Waffen und Munition umstellen konnte, dem winkten märchenhafte Gewinne. Und wie legt man solches Geld an? Am besten in Immobilien.
Mancher Kriegsgewinnler wurde sogar zum Schlossherrn, wie der Feinmechaniker Ernst Sachs (1867-1932). Durch sein Patent auf eine freilaufende Fahrradnabe wohlhabend geworden, konzentrierte er sich 1914 völlig auf den Bedarf der Reichswehr. Im Krieg arbeiteten bis zu 8000 Beschäftigte in den Sachs-Fabriken. Weiterlesen »Schloss Mainberg und der Erste Weltkrieg
Eine französische Postkarte zeigt den gigantischen Donjon von Coucy / Urheberrecht abgelaufen / Bild oben: So sieht die KI die Sprengung des Bergfrieds
Eine gigantische Explosion zerriss am 27. März 1917 die relative Stille hinter der deutschen Frontlinie in der Picardie. Ein einzigartiges Zeugnis 700-jähriger französischer Geschichte löste sich in einer gewaltigen Staubwolke in einen Berg von Gesteinstrümmern auf.
28 Tonnen Dynamit hatten deutsche Soldaten zuvor sorgfältig in den Mauern des Donjon von Chateau Coucy aufgeschichtet.
So viel Sprengstoff war nötig, um den mächtigsten Wehrturm Europas mitsamt seiner kleineren Flankierungstürme zu knacken.
Ein mittelalterlicher Superturm verschwand, der seinesgleichen sucht.
Die Zerstörung erwies sich als kulturhistorisches Kriegsverbrechen, das auch auf deutscher Seite hoch umstritten war.
Keiner der Generäle der Obersten Heeresleitung wurde später dafür zur Verantwortung gezogen (diese waren ja nach dem Krieg in erster Linie damit beschäftigt, den Zivilisten die Schuld an ihrer Niederlage in die Schuhe zu schieben).
In Schloss Hettingen befindet sich die Verwaltung des Städtchens…Schloss Hettingen bei Sigmaringen findet man am besten, wenn man den Pfeilen in Richtung „Narrenburg“ folgt. Der Name weckt bei mir als Rheinländer natürlich Assoziationen: Eine Burg in der Hand von Karnevalisten? Eine Zitadelle des Frohsinns? Eine Insel der Albernheit im Meer des alltägliches Ernstes?
Naja, wenn man rauffährt, findet man Schloss Hettingen, heute Rathaus der Stadt und daneben einen Neubau, die Narrenburg.
Diese beherbergt heute das Fastnachtsmuseum Narrenburg, ein europäisches Karnevalsmuseum. Gezeigt werden internationale Faschingsbräuche und natürlich die Utensilien der schwäbisch-allemannischen Fastnacht. Karfreitag ist geschlossen.
Das Haus hat auch ansonsten etwas eigenwillige Öffnungszeiten (sonn- und feiertags von 13.30 bis 17 Uhr) und war, als ich ankam, leider gerade zu.