Schlagwort-Archive: Burgen in NRW

Landesburg Kempen: Nach dem Umbau kamen die Hessen




Von Burgen, die sich in ein mittelalterliches Stadtbild einfügen, geht ein besonderer Reiz aus. Eine solche Burg steht im beschaulichen Kempen am Niederrhein.

Die schwer kriegszerstörte Stadt ist glücklicherweise behutsam und mit viel Sinn für den Denkmalschutz wiederaufgebaut worden, so dass sich ein Bummel durch die Gassen auf jeden Fall lohnt. Ich weiß nur nicht, was diese Ballung an Bäckereien soll.

Nunja, der Bummel endet jedenfalls in der Regel an der Burg, inmitten eines Parks (heute Sitz des Kreis- und Stadtarchivs). Das Gemäuer kann man leider nur bei gelegentlichen Rundgängen besichtigen.
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Das Spiegelbild von Burg Vischering



Burg Vischering, richtig herum / Fotos: Burgerbe.de
Burg Vischering, richtig herum / Fotos: Burgerbe.de

Die Geschichte von Burg Vischering begann mit einem Streit. Der war zwischen dem Fürstbischof von Münster und den Herren von Lüdinghausen ausgebrochen.

Die Lüdinghausener hatten eine Burg errichtet, da zog Bischof Gerhard von der Mark im Jahr 1271 nach. Und zwar ziemlich gründlich.

In einer Schwemmland-Senke wurden lange, angespitzte Pfähle ins Erdreich getrieben, die als Fundament der Mauern und Gebäude dienten. Zum Schutz der Anlage ließ der Geistliche anschließend die Stever in Kanälen um die Rundburg und die Vorburg herumleiten (ein so genanntes Gräften-System).
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Burg Vischering und das eiserne Dornen-Halsband des Lambert von Oer



Abbildung des Halsbands auf der Homepage des Münsterlandmuseums / Bild: Screenshot
Abbildung des Halsbands auf der Homepage des Münsterlandmuseums / Bild: Screenshot

Es könnte ein extravagantes Schmuckstück sein, ist aber ein perfides Folterwerkzeug. Ein zerbrochener eiserner Reif ist das Prunkstück des Münsterland-Museums auf Burg Vischering.

Hinter dem Meisterwerk eines unbekannten Nürnberger Schmieds (auf dem Screenshot unten rechts) verbirgt sich eine grausame und blutige Geschichte. Wer genau hinsieht, entdeckt in dem Band vier gebogene Stahl-Dornen, die sich unerbittlich in den Hals eines Träger bohren würden. Das haben sie auch schon einmal getan.
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Kaiserpfalz Kaiserswerth: Erzbischof entführt jungen König




Die Kaiserpfalz Kaiserswerth am Rhein im Norden von Düsseldorf
Die Kaiserpfalz Kaiserswerth am Rhein im Norden von Düsseldorf
Die beschauliche Ruine der Kaiserpfalz im Norden von Düsseldorf war vor gut 950 Jahren Schauplatz eines unblutigen Staatsstreichs. Das ganze ähnelte dem Setting eines Actionfilms.

Der minderjährige König Heinrich IV. (der spätere Canossa-Heinrich) weilte im April 1062 zusammen mit seiner Mutter in der damals neu errichteten Pfalz auf einer Rheininsel.

Gerade war ein Festmahl mit dem Kölner Erzbischof Anno II. zu Ende gegangen. Der Bischof hatte ein prächtiges Schiff direkt an der Burg anlegen lassen, und dem zwölfjährigen König davon vorgeschwärmt.

Der junge Salier war natürlich neugierig, das Gefährt näher in Augenschein zu nehmen. Man ging an Bord, und die Dramatik entfaltete sich.
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2007: Die berstenden Mauern von Burg Altena (Archiv-Artikel)

Update: Dieser Artikel gibt den Stand von 2007 wieder. Inzwischen sind die Mauern saniert, und Burg Altena hat mit ihrem Erlebnisaufzug einen ganz neuen Besuchermagneten.

Malerisch sah anders aus. Der Innenhof von Burg Altena im Sauerland war ab Ende September 2007 aufgerissen, Besucher liefen knirschenden Schrittes durchs Kiesbett. Diverse Baustellenschilder und Absterrungen standen herum. An den Burgmauern wurde unübersehbar vor Steinschlag gewarnt.

Schuld war das vermaledeite Regenwasser im Zusammenspiel mit Efeu und Frost. Das Efeu sorgt für Spalten im Mauerwerk. An einem Regentag sickerten rund 12.000 Liter durch die Mauern. Und der Regen wusch den Mörtel aus. Kann sich erstmal Wasser in den Mauern ansammeln, kommt es zu massiven Frostschäden.

2001 brach bereits ein tonnenschwerer Brocken aus den Außenmauern. Diese hatten danach begonnen, sich an einigen Stellen bedrohlich nach außen zu wölben. Teile des Mauerwerks waren einsturzgefährdet.

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