Wasserburg Neuhaus in Wolfsburg: Umbau bis 2016


Burg Neuhaus in Wolfsburg / Foto: Axel Hindemith/gemeinfrei
Burg Neuhaus in Wolfsburg / Foto: Axel Hindemith/gemeinfrei

Gut erhalten: Burg Neuhaus in Wolfsburg / Foto: Axel Hindemith/gemeinfrei

In Wolfsburg steht nicht nur ein veritables Schloss, sondern auch eine der besterhaltenen norddeutschen Wasserburgen: Burg Neuhaus. Seit 1981 ist die Anlage im Besitz der Stadt Wolfsburg, und die lässt sie jetzt für 1,15 Millionen Euro umbauen.

Ziel ist eine Verbesserung der Raumsituation für die die Burg nutztenden Vereine und ein zeitgemäßer Brandschutz. Das meldet die Wolfsburger Allgemeine.

Bergfried von Burg Neuhaus / Foto: Gemeinfrei/Axel Hindemith
Bergfried von Burg Neuhaus / Foto: Gemeinfrei/Axel Hindemith

Bergfried von Burg Neuhaus / Foto: Axel Hindemith/gemeinfrei

Beim nun beginnenden ersten von vier Bauabschnitten wird ein Notausgang in der von einem DRK-Kindergarten genutzten Turnhalle eingebaut, und der SSV Neuhaus erhält einen neuen Lagerraum. Im Frühjahr 2016 soll alles fertig sein.

Zur Geschichte: An einer Furt über die Aller ließ der Herzog von Braunschweig 1372 bis 1374 einen Bach rund um einen Felsen aufstauen und darauf das befestigte Neue Haus errichten.

Die Burg sollte die hier vorbeiführenden Handelswege Lüneburg-Leipzig und Bremen-Magdeburg schützen und einen Gegenpol zur Wolfsburg der einflussreichen und aufsässigen Familie von Bartensleben bilden. Heute ist besagte Wolfsburg in Schloss Wolfsburg aufgegangen.

Der Braunschweiger Herzog lieferte sich während des Baus seiner Wasserburg mit den Gefolgsleuten der Bartenslebens eine offene Feldschlacht, die unentschieden ausging. 1464 griff der Herzog von Lüneburg Burg Neuhaus an.

Die hinter ihrer Zugbrücke und im 20 Meter hohen Bergfried verschanzte braunschweigische Besatzung widerstand der Attacke. Das lag auch daran, dass noch keine Artillerie im Einsatz war.


Burg Neuhaus im Jahr 1654 / Bild: gemeinfrei
Burg Neuhaus im Jahr 1654 / Bild: gemeinfrei

Aber selbst mit frühen Mörsern war die massiv gebaute Burg Neuhaus nicht so einfach zu knacken. Das erlebte 1552 Graf Vollrad von Mansfeld, als er mit über 7000 Mann durch das Braunschweiger Territorium zog. Seine Kanonade beschädigte Burg Neuhaus zwar erheblich. Die Burgkapelle wurde zerstört, aber die Anlage fiel nicht – im Gegensatz zu Burg Lichtenberg bei Salzgitter, die als Ruine zurückblieb.

Das war das Ende der Burg als Festung. Moderneren Kanonen hätte sie nicht mehr widerstehen können. Also wurde sie nun zum Verwaltungszentrum umgebaut – mit angeschlossenem landwirtschaftlichem Betrieb.

Zwischen 1585 und 1890 ließ die herzögliche Verwaltung auf der Burg auch Bier und Schnaps brennen.

Während des Dritten Reichs wurde die Burg zur „Reichssportschule“. Nach dem Krieg war die Burg mit ihren 65 Zimmern zunächst Kinder, dann Flüchtlingsheim. Sie wird zurzeit von diversen Vereinen und der Stadt genutzt.

Wolfsburg betreibt dort seit 1986 auch ein 48 Quadratmeter kleines Burgmuseum (offen immer sonntags von 14 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt. Das Museum bleibt während der Umbauarbeiten geöffnet.

1999 gründete sich ein Freundeskreis Burg Neuhaus, der „die Bemühungen der Stadt Wolfsburg unterstützt, die Burg wieder zum attraktiven, kulturellen Anziehungspunkt für alle Bürger zu machen“.

Hier geht’s zum Artikel der Wolfsburger Allgemeinen: „Burg Neuhaus: Stadt startet mit dem Umbau



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