Der Innenhof von Schloss Beichlingen / Foto: Wikipedia / Peter Schmelzle / CC-BY-SA 3.0
Bischof Thietmar von Merseburg (975-1018) war ein fleißiger Geschichtsschreiber. Was die Ottonen so alles an Glorreichem und Trivialem trieben, ließ er von acht Schreibern zu Pergament bringen – und korrigierte notfalls auch selbst mit spitzer Feder in den Texten herum*).
Für den November 1014 berichtete Thietmar ausführlich vom Raub der Beichlinger Burgherrin Reinhilde durch Markgraf Werner von Walbeck („sie ließ sich nur unter Weinen und Klagen entführen“).
Der Kaiser zeigte sich darüber äußerst erbost, was blutige Folgen hatte.
Panorama von Quedlinburg / Bild: Wikipedia/Thomas Wozniak/CC BY-SA 3.0
Quedlinburg: Dom und Schloss / Foto: Burgerbe.deNur eine handvoll größerer deutscher Städte hat den Bombenkrieg einigermaßen unbeschadet überstanden. Dazu zählen Bamberg, Görlitz – und Quedlinburg. Die Fachwerkstadt im Harz ist seit 1994 Weltkulturerbe und größtes Flächendenkmal in Deutschland.
Auf einem Felsen südlich des Marktes erheben sich Dom und Schloss. 1000 Jahre Geschichte haben hier ihre Spuren hinterlassen. Und die Aussicht von hier oben über die Dächer der Stadt ist auch phänomenal.
Quedlinburg – 922 erstmals urkundlich erwähnt – wurde im 10. Jahrhundert Königspfalz. Hier feierten die Ottonen das Osterfest. Der erste deutsche König Heinrich I. wurde 936 in einer Krypra unter dem heutigen Dom bestattet.
Um die Totenmessen abzuhalten, erfolgte die Gründung eines Damenstifts, der zu einem politischen und kulturellen Zentrum des Heiligen Römischen Reiches wurde. Es bestand bis 1802.