Wohnschloss von Schloss Kremsegg

Anwalt kauft Schloss Kremsegg für 1,7 Millionen Euro

Der Innenhof von Schloss Kremsegg / Foto (und Foto oben): Wikipedia / Luckyprof / CC-BY-SA 3.0
Schloss Kremsegg in Kremsmünster (Oberösterreich) hat den Besitzer gewechselt: Der Anwalt Dr. Christian Janda hat das 40.000 Quadratmeter große Schlossareal für 1,68 Millionen Euro plus Umsatzsteuer gekauft. Das melden die Oberösterreichischen Nachrichten.

Janda plant im denkmalgeschützten Schloss Büros, Wohnungen, ein Hotel und die Vermietung von Veranstaltungsflächen. Das teilt die Gemeinde mit.

Verkäufer ist der Verein Musica Kremsmünster, der 24 Jahre lang im Schloss ein Museum für Musikinstrumente betrieben hat. Der Erhalt der historischen Anlage erwies sich für den Verein als zu aufwendig, nachdem das Land Oberösterreich die Zahlung von jährlichen Fördermitteln eingestellt hatte.

„Damit hat das Schloss Kremsegg eine gute Zukunft (…). Der Park wird jedenfalls weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich sein, weiters werden Wohnungen gebaut und ein Hotelbetreiber gesucht“, sagte Bürgermeister Gerhard Obernberger. Als geschäftsführender Obmann bzw. Abwickler des Vereins Musica Kremsmünster fixierte er den Kaufvertrag.

Die Geschichte von Schloss Kremsegg

Burg Kremsegg im Jahr 1674 / Bild: gemeinfrei
Vorgängerbau des Schlosses war die Burg Kremsegg, entstanden im 13. Jahrhundert. Ab 1464 hatte hier gut 150 Jahre lang das Adelsgeschlecht der Grünthal das Sagen.

Die Grünthals begingen aus Sicht der diversen katholischen Landesherren eine Todsünde: Sie traten im Zuge der Reformation zum Protestantismus über. Daraufhin Wolf Niklas Freiherr von Grünthal 1627 zur Auswanderung gezwungen.

Das Wohnschloss Kremsegg, dahinter der Querbau / Foto: Wikipedia / Isiwal / CC-BY-SA 3.0at
Der Abt des benachbarten Stifts Kremsmünster, war gern bereit, die Burg Kremsegg und ihre Ländereien im gleichen Jahr für das Stift zu erwerben. Seine Nachfolger ließen die Burg in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts umfassend zu einem Barockschloss umbauen. Dazu engagierten sie den berühmten Baumeister Jakob Prandtauer. Er zeichnet auch für das opulente Stift Melk verantwortlich.

Das Stift verlor in den Folgejahren das Interesse an dem Schloss. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es noch als Landwehrkaserne und Militärdepot genutzt. Nach einem Blitzeinschlag wurde der Turm des Schlosses 1806 abgerissen.

Von Gräfin Kinsky zum Oldtimer-Sammler

Portal von Schloss Kremsegg / Foto: Wikipedia / Luckyprof / CC-BY-SA 3.0

1848 trennte sich das Stift Kremsmünster von dem Schlosskomplex, der nun durch diverse adelige Hände wanderte. 1929 bis zu ihrem Tod 1973 war Gräfin Therese Kinsky von Wchinitz-Tettan die Schlossherrin.

Ihr Adoptivsohn verkaufte 1976 an den Industriellen Werner Lutzky, der hier seine Oldtimersammlung unterbrachte. Diese ist heute im Oldtimer-Museum Kröpfl in Hartberg in der Steiermark zu sehen.

1996 übernahm der Verein Musica Schloss Kremsegg und verwandelte es in ein Museum für Musikinstrumentente. Hier wurde die weltweit größte Sammlung an Blechblasinstrumenten gezeigt. Es gab einen Raum für historische Klaviere sowie eine Ausstellung zu Franz Schubert. Das Museum hat seit Ende 2018 geschlossen.

Das Schloss besteht aus dem vierflügeligen Wohnschloss, das einen Arkadenhof umschließt und einen daneben liegenden Querbau.

Ein Rundgang durch Schloss Kremsegg:

Schloss Kremsegg bei Google Maps:

Weiterlesen:
Schloss Kremsegg hat auch eine Homepage
Details zum Schloss ließt man auch bei Burgen Austria
Die Mitteilung der Marktgemeinde Kremsmünster zum Schloss-Verkauf: „Zukunft des Schlosses Kremsegg entschieden“ (Link zum Artikel)
Die Oberösterreichischen Nachrichten nennen den Kaufpreis. Für Nicht-Zahler sind allerdings nur die ersten vier Zeilen des Artikels sichtbar.



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