Burg Bilstein: Schülerprügelei endet im Rettungshubschrauber

Der Innenhof der Jugendherberge Burg Bilstein / Foto: Wikipedia / Simplicius / CC-BY-SA 3.0
Der Innenhof der Jugendherberge Burg Bilstein / Foto: Wikipedia / Simplicius / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: Michael Kramer / CC-BY-SA 3.0

Eine Schlägerei in der Jugendherberge Burg Bilstein in Lennestadt hat den Einsatz eines Rettungshubschraubers nötig gemacht: Bei der Prügelei zwischen Schülern aus zwei Klassen wurden am Donnerstagabend vier Sechstklässler leicht verletzt.

In Streit geraten waren Elf und Zwölfjährige aus Essen und Köln, die sich zu Klassenausflügen in der sauerländischen Burg-Jugendherberge aufhielten. Mehrere Schüler beider Schulklassen gingen derart rabiat aufeinander los, dass Zeugen die Polizei verständigten.

Ein Elfjähriger fiel zu Boden und erlitt leichte Rückenverletzungen. Ein weiterer elfjähriger Schüler zog sich leichte Halsverletzungen zu.


Einer der verletzten Schüler wurde vorsorglich mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Siegen ausgeflogen. Der andere Schüler kam per Krankenwagen in die Klinik. So schlimm war es dann aber doch nicht: Beide Prügelopfer wurden schnell wieder entlassen und von ihren Eltern abgeholt.

Zwei weitere leichtverletzte Schüler benötigten keine ärztliche Versorgung. Mehrere Schülerinnen hyperventilierten nach der Rauferei. Grund für die Auseinandersetzung soll ein Streit ums Holz für das abendliche Lagerfeuer gewesen sein

Beim Eintreffen der Polizei auf der Burg hatte sich die aufgeheizte Stimmung bereits wieder gelegt. Die Beamten nahmen Anzeigen wegen Körperverletzung auf, aus denen aufgrund der Strafunmündigkeit der kleinen Schläger unter 14 Jahren aber nichts werden wird.

Die Eltern der Schüler wurden von den Lehrern unterrichtet. Am folgenden Freitag reisten beide Klassen dann planmäßig ab.

Die Burg auf einem nach drei Seiten hin steil abfallenden Bergsporn entstand in den Jahren 1202 bis 1225 im Auftrag von Dietrich II. von Gevore, einem der wichtigsten Adeligen im südlichen Westfalen. Letzter des Geschlechts war Johann II. (der „Lowwerhannes“).

Der Sage nach soll der 1365 gestorbene Edelherr seine einsamen Wanderungen durch Burg und umliegende Wälder heute noch fortsetzen…

Nach dem Tod des letzten von Gevore hatten hier die Grafen von der Mark das sagen, bis am 24. Oktober 1445 die Gotteskrieger aus Köln die Burg einnahmen. Dem war eine mehrwöchige Belagerung im Zug der Soester Fehde vorangegangen. Die Kölner gaben ihre Eroberung nicht wieder her.

Burg Bilstein im Jahr 1561 / Bild: gemeinfrei
Burg Bilstein im Jahr 1561 / Bild: gemeinfrei

Die Erzbischöfe ließen sich von Drosten vertreten. Mehrere Generationen lang stellte die Familie von Fürstenberg diese Amtsleute.

Burgherr Friedrich von Fürstenberg-Herdringen (1576-1646) hatte ein spezielles Hobby: Er war einer der maßgeblichen Verantwortlichen für die Hexenverfolgung im Herzogtum Westfalen und dabei sehr „erfolgreich“.

Sein ebenfalls auf der Burg geborener Sohn Ferdinand von Fürstenberg (1626–1683) schaffte es bis zum Fürstbischof von Paderborn und Münster und zum päpstlichen Geheimkämmerer.

Erst 1802, mit der Auflösung des Kurfürstentums Köln, änderten sich die Verhältnisse auf Burg Bilstein wieder. Bis zum Wiener Kongress gehörte das Amt Bilstein zu Hessen-Kassel – ab 1816 dann zur preußischen Rheinprovinz. Die Preußen brachten hier die Forstverwaltung für die Region unter.

1927 eröffnete in der Burg eine Jugendherberge. Der linke Seitenflügel, in dem sich heute ein Großteil der Gästezimmer und zwei Tagesräume befinden, ist ein Neubau von 1978. Das Vorgängergebäude war einem Brand zum Opfer gefallen. Heute verfügt die Jugendherberge über 209 Betten.

Hauptburg und Vorburg waren im Mittelalter durch einen 15 Meter breiten Halsgraben getrennt. Er ist heute teilweise zugeschüttet. Eine Brücke verbindet die Bereiche.

Links:
Und hier geht’s zur Seite der Jugendherberge Burg Bilstein.
Die Sage vom Lowwerhannes kann man bei Bilstein-Online nachlesen.

Adresse:
Burg Bilstein
Von-Gevore-Weg 10
57368 Lennestadt



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