Louis de Funès-Museum auf Schloss Clermont eröffnet


Chateau de Clermont: Standort des Louis de Funes-Museums / Foto: Wikipedia / Jibi44 / CC-BY 2.5
Chateau Clermont: Standort des Louis de Funès-Museums / Foto: Wikipedia/Jibi44 / CC-BY 2.5

Louis de Funes in seiner Paraderolle als konsternierter Gendarm an der Cote d'Azur / Foto: Wikipedia / Rolf Gebhardt / CC BY 3.0
Louis de Funès in seiner Paraderolle als konsternierter Gendarm an der Cote d’Azur / Foto: Wikipedia / Rolf Gebhardt / CC BY 3.0

Louis de Funès ist mehr als 30 Jahre nach seinem Tod weiter einer der erfolgreichsten Komiker Westeuropas. Seine letzten Jahre verbrachte der grandiose Komiker mit den unvergesslichen Grimassen und dem charakteristischen Dialog: „Nein!“ – „Doch!“ – „Ooooh!“ auf einem Schloss: Chateau de Clermont an der Loire nahe Nantes.

Inzwischen beherbergt das Anwesen neben Luxus-Appartements ein im April 2014 eröffnetes Louis-de-Funes-Museum.

Gründer sind Roselyne Duringer und ihr Mann Charles. Sie konnten rund 1000 Exponate aus den Filmen, Postkarten, Poster, Fotos, Zeitungsausschnitte und Fanartikel zusammensammeln. Es reicht inzwischen, um jedes Lebensjahrzehnt des Schauspielers einzeln zu würdigen. Diverse Stücke sind Leihgaben der de-Funès-Söhne Patrick und Oliver.


Im Juli 2013 war das Museum zunächst im nahen Le Cellier gestartet. In sechs Monaten drängten sich 5000 Besucher durch die beiden schmalen Räume.

Ein zweitägiges Louis-de-Funès-Fest zog im September 2013 rund 10.000 Besucher ins Städtchen, viele in den Kostümen von de Funès-Paraderolle als Koch oder Gendarm (bekannt z.B. aus „Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe“).

Das Museum erinnert mit vielen Fotos an den genialen Komiker / Screenshot Youtube
Das Museum erinnert mit vielen Fotos an den genialen Komiker / Screenshot Youtube

So ging es nicht weiter. Völlig überrascht wurde das Betreiber-Ehepaar, als sie erfuhren, dass auf dem ehemaligen de Funès’schen Familienschloss Clermont außerhalb des Ortes noch Platz war: Die Orangerie in einem Nebengebäude stand seit dem Auszug eines Restaurants leer.

Die Gelegenheit ließen sich die Duringers nicht entgehen: Sie mieteten die Räume und zogen um. Seit einigen Monaten ist das „Musee de Louis“ (Eintritt: sieben Euro) zu einer der Attraktionen rund um Nantes geworden.

Das 30-Zimmer-Schloss mit Park und Weinberg entstand zwischen 1643 und 1649 als Wohnsitz der Familie Chenu de Clermont. Angeblich hat ein de Clermont dem Prinz von Condé im Krieg das Leben gerettet, wofür er mit Belohnungen nur so überschüttet worden sein soll…

Im 20. Jahrhundert war das Schloss Sitz der Familie de Maupassant. Es ist noch weitgehend im Ursprungszustand erhalten.


Louis de Funès als Rabbi / Foto: Screenshot Youtube
Louis de Funès als Rabbi / Foto: Screenshot Youtube

De Funès‘ zweite Frau Jeanne Barthélemy de Maupassant erbte beim Tod ihrer Tante einen Teil des Besitzes. Den Rest kaufte de Funès, der auf dem Schloss in erster Linie seine Rosen pflegen, im Filmsaal Kinostreifen sehen und vor allem seine Ruhe haben wollte.

De Funès hatte eine schon fast paranoide Angst vor Einbrechern. Er ließ extra eine Alarmanlage einbauen und lief zum Verdruss der Gattin jeden Abend mit einem riesigen Schlüsselbund durchs Schloss, um nicht nur die Türen, sondern auch die Schränke zu versperren.

Man konnte ja nie wissen…

Nach de Funès Tod (er ist auf dem nahen Friedhof von Le Cellier bestattet) verkauften die Erben das Schloss. Es gehört heute einer Immobiliengesellschaft, die besagte Luxus-Wohnungen einrichten ließ.

Wie man hört, sind die Bewohner mit dem Museums-Rummel gar nicht glücklich. Bleibt zu hoffen, dass der zunächst auf zwei Jahre geschlossene Mietvertrag des Musée de Louis für die Orangerie dann 2016 verlängert wird.

Louis de Funès wäre am 31. Juli 2014 übrigens 100 Jahre alt geworden.

Infos:
Musée de Louis
(Seite nur französisch)
Château de Clermont
44850 Le Cellier

Bilder des Museums vor der Eröffnung findet man auf der Seite der Crowdfounding-Plattform „KissKissBankBank“ unter dem Titel: „Le musée de Louis de Funès s’installe au château de Clermont

Fotos vom Louis-de-Funes-Fest gibt’s im Picasa-Account des Museums

Hier ein Videoblick aufs Schloss und die Ausstellung (zum Teil heimlich gefilmt, denn Fotografieren ist dort verboten):

Und weil’s so schön ist, hier nochmal der berühmte Dialog:



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