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Erdbeben beschädigt Zitadelle von Gaziantep in der Türkei schwer

Gazaintep Castel vor dem Erdbeben / Foto: Wikipedia / MXcil / CC-BY-SA 3.0Gazaintep Castel vor dem Erdbeben / Foto: Wikipedia / MXcil / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: Screenshot Youtube

Das schwere Erdbeben am Morgen des 6. Februar in Teilen Syriens und der Türkei hat offenbar mehr als 7000 Menschenleben gefordert und gewaltige Sachschäden angerichtet.

Auch die Zitadelle der Stadt Gaziantep (Gaziantep Castle) in Südostanatolien schwer beschädigt. Das berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Die Erdbebenwellen erreichten Stärken von 7,4 und 7,9 auf der Richterskala. Das Zentrum des Bebens lag in der Nähe der Stadt in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern.

Auf Fotos ist zu sehen, dass Teile der Burgmauern eingestürzt sind. Trümmer und offenbar Teile des Burgbergs sind abgerutscht.

Ob es im Bereich der Burg Opfer gegeben hat, ist nicht bekannt. Die Burg steht auf einem steilen Hügel im Zentrum der 2,1-Millionen-Einwohner-Metropole, der sechstgrößten Stadt der Türkei.

Befestigt zur Zeit der Hethiter

Eine erste Befestigung auf dem Hügel existierte bereits zur Zeit der Hethiter, etwa 1750 Jahre vor Christus. Im 2./3. Jahrhundert nach Christus entstand hier eine römische Burg. Diese wurde, angestoßen durch den oströmischen Kaiser Justinian, von 527 and 565 renoviert und erweitert.

1098 eroberten Kreuzritter die Stadt (damals: Antep) und hielten sie als Teil des Fürstentums Antiochia bis 1183 besetzt. Die heutige Burg stammt in den Grundmauern vor allem aus der Zeit nach der Rückeroberung des Ortes durch Sultan Saladin.

Die runde Maueranlage der Festung hat einen Durchmesser von üppigen 1200 Metern und erinnert an die Zitadelle von Aleppo.

Die Mauern der türkischen Burg werden von zwölf Türmen gesäumt. Auf der Zitadelle existierte auch eine Moschee und ein Hamam. Von beidem haben sich nur Ruinen erhalten.

Burgmuseum zum Kampf gegen die Franzosen

Die Burg ist heute Sitz des Gaziantep Defense and Heroism Panorama Museum (Link). Dieses ist der Verteidigung des Ortes gegen vor allem französische Truppen nach dem Fall des Osmanischen Reiches im Jahr 1920 gewidmet.

Im Jahr 2000 war die Burg umfassend renoviert worden. DAbei waren Teile der Mauern wieder aufgebaut worden.

Erste Medienberichte vermuten, dass die Burg völlig eingestürzt sei. Das scheint mir beim Blick auf die Bilder aber nicht komplett der Fall zu sein. Sogar CNN ist die vermeintliche Zerstörung der türkischen Burg eine Meldung wert.

Burgen in der Region wurden häufig mit besonders massiven und somit möglichst erdbebensicheren Mauern gebaut, wie etwa der Krak des Chevaliers im heutigen Syrien. Bei Burg Gaziantep war das offenbar nicht der Fall.

Bilder des Erdbebens in Gaziantep bei NBC News:

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Wo kann man für Erdbebenopfer spenden?

Die ARD verweist auf der Website der Tagesschau auf den gemeinsamen Spendenaufruf des „Bündnis Entwicklung Hilft“ und von „Aktion Deutschland Hilft“. Dort wird auch ein Spendenkonto der Organisationen angegeben.

Weiterlesen:
CNN berichtet: Ancient castle used by Romans and Byzantines destroyed in Turkey earthquake (Link zum Artikel)
Daiuly Sabah schreibt: Gaziantep Castle collapses after magnitude 7.7 quake hit Türkiye (Link zum Artikel)

„Draculas Kerker“ auf Burg Tokat entdeckt



Fürst Vlad III "der Pfähler": Das historische Vorbild für Graf Dracula / Foto: Gemeinfrei / Museum Schloss Ambras
Fürst Vlad III „der Pfähler“: Das historische Vorbild für Graf Dracula / Foto: Gemeinfrei / Museum Schloss Ambras
Neues aus dem Reich der Untoten: Bei einer Grabung auf der Ruine der anatolischen Burg Tokat stießen Archäologen auf unterirdische Gänge und zwei Räume, die zu osmanischer Zeit als Gefängnis genutzt worden sein könnten. Das meldet „Hürriyet Daily News“.

Eine spannende Entdeckung, denn auf der byzantinisch-osmanischen Festung soll der legendäre rumänische Graf Vlad III. Drăculea in seiner Jugendzeit als Geisel der Türken gefangen gehalten worden sein.

Sein Vater Vlad II. hatte ihn Ende der 1430er Jahre zusammen mit seinem Bruder an die Osmanen ausgeliefert – der Sultan hatte darauf bestanden, um das väterliche Wohlverhalten in dessen rumänischem Herrschaftsgebiet zu erzwingen.
„Draculas Kerker“ auf Burg Tokat entdeckt weiterlesen