Burg Kreuzberg Ahr

Burg Kreuzberg: Letzte bewohnte Burg im Ahrtal


Burg Kreuzberg im Ahrtal / Fotos: Burgerbe.de
Burg Kreuzberg im Ahrtal / Fotos: Burgerbe.de

Im malerischen Ahrtal gibt es nur noch eine bewohnte Burg: Burg Kreuzberg. Die steht auf einem
Felsen in Altenahr-Kreuzberg und gehört seit fast 200 Jahren den von Boeselagers.

Die Burg stammt aus dem 14. Jahrhundert: Ihr ursprünglicher Grundriss war dreieckig – angepasst ans Felsplateau. Heute steht noch ein weiß gestrichener, runder Bergfried und ein barocker Wohnbau aus Bruchstein.

Die Burg war ein Lehen des Erzbistums Köln – und bis zum Ende des Dreißigjährigen Kriegs unter mehreren Familien aufgeteilt (eine so genannte Ganerbenburg: was in der Regel zu heftigem Streit führte).

Blick vom Ort auf Burg Kreuzberg
Blick vom Ort auf Burg Kreuzberg

Wer im Rheinland Rang und Namen hatte, dem gehörte irgenwann auch ein Stück der Burg Kreuzberg: z.B: den von Gymnich, Nesselrode, von der Heyden und den auch heute noch bestens bekannten von der Leyen.

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Burg stark beschädigt. 1781 folgte der Wiederaufbau als Schloss auf den alten Grundmauern (aus diesem Jahr stammt die Wetterfahne auf dem Turm).

1820 fiel die Burg durch Heirat an die von Boeselagers. Die nutzten die damals komplett in Weiß gestrichene Burg vorwiegend als Jagdschloss. Die Anlage liegt derart abgelegen, dass sie im Zweiten Weltkrieg trotz der intensiven Luftangriffe auf den Raum Köln-Aachen keine Bombenschäden erlitt. Ihr Keller wurde im Krieg zum Luftschutzraum für die Nachbarn.

Der damalige Burgherr Philipp Freiherr von Boeselager erhielt 1989 das Bundesverdienstkreuz / Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F081237-0014 / Engelbert Reineke / CC-BY-SA 3.0
Der damalige Burgherr Philipp Freiherr von Boeselager erhielt 1989 das Bundesverdienstkreuz / Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F081237-0014 / Engelbert Reineke / CC-BY-SA 3.0 (neuer Bildschnitt von mir)

Die Burg war übrigens Alterssitz von Philipp Freiherr von Boeselager (1917-2008): einem der Verschwörer des 20. Juli 1944.

Von Boeselager war schon 1943 an einem unbemerkt gebliebenen, versuchten Bombenattentat auf den Diktator beteiligt. Die Bombe in einem Gepäckstück sollte beim Rückflug Hitlers von einem Besuch an der Ostfront explodieren. Allerdings fror im ungeheizten Geüpäckraum offenbar der Zünder ein.

Von Boeselager, später ei erfolgreicher Forstwirt, war einer der am längsten lebende Zeitzeuge aus dem engsten Kreis um den Grafen Stauffenberg.

Burg Kreuzberg mit Boeselager-Wappen
Burg Kreuzberg mit Boeselager-Wappen

2012 folgte eine Sanierung von Fassade und Dächern der Burg – sie wurden mit Schiefer gedeckt. Möglich machten das 120.000 Euro Fördergelder vom Bund.

Der Bonner General-Anzeiger schrieb dazu: „Burg Kreuzberg wird in altdeutscher Weise neu eingeschiefert„.

Die Burg ist nicht öffentlich zugänglich. Man kann allerdings in der Burgkapelle von 1485 (am Fuß der Burg) heiraten. Von der umlaufenden Straße aus hat man einen guten Blick auf die Burg.

In Sichtweite befindet sich die einige Kilometer entfernte Ruine der Burg Are.

Video: Der heutige Burgbesitzer Albrecht Freiherr von Boeselager wird von der örtlichen Bundestagsabgeordneten Mechthild Heil (CDU) zur Sanierung von 2012 interviewt:

Der SWR über Burg Kreuzberg:

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