Burg Scharfenstein: Was steckt im Keller des Bergfrieds?


Burg Scharfenstein (Kernburg) Foto: Wikipedia / MacElch (Rainer Kunze) / CC-BY-3.0
Burg Scharfenstein (Kernburg) Foto: Wikipedia / MacElch (Rainer Kunze) / CC-BY-3.0

Überraschung auf Burg Scharfenstein im Eichsfeld: Hinter einer Betonwand aus DDR-Zeiten ist die intakte Mauer des Fundament des alten, runden Bergfrieds gefunden worden.

Nun stellt sich die spannende Frage: Was findet sich im untersten Geschoss des Bergfrieds? Ist dort ein Hohlraum? Birgt der wahrscheinlich dahinter liegende Schutt interessante Funde?

Archäologen könnten in den nächsten Wochen einen Raum öffnen, den seit fast 500 Jahren niemand mehr betreten hat… Zunächst muss das Turmfundament aber gesichert werden, berichtet die Thüringer Allgemeine.

Rückblende:
Für Burgenbesizer in Thüringen sah die Welt im Frühjahr 1525 nicht gerade rosig aus. Erstaunlich große Bauern-Heere zogen marodierend durchs Land und zerstörten die Symbole der „alten Ordnung“.

Burg Scharfenstein: Blick auf den Burghof / Foto: Wikipedia / Die Ziegler / CC-BY-3.0
Burg Scharfenstein: Blick auf den Burghof / Foto: Wikipedia / Die Ziegler / CC-BY-3.0

Auch Burg Scharfenstein fiel dem Zorn der geschröpften Landbevölkerung zum Opfer. Die von Thomas Müntzer und dem Prediger Heinrich Pfeiffer kommandierte Bauernmiliz brannte die Veste kurzerhand nieder.

Auch der runde Bergfried (etwa 9,50 Meter im Durchmesser) aus der Zeit kurz nach 1200 wurde bis auf den Keller zerstört. Dieser beherbergte meistens das Verlies.

Sieben Jahre später wurde der Turmstumpf kurzerhand in den Neubau integriert. Die Anlage war nun nicht mehr strategisch wichtig und wurde nur noch als Verwaltungssitz und Gefängnis genutzt.

1802 fiel die Burg an Preußen, das sich nicht sonderlich für das Bauwerk interessierte. Noch 1864 wurden baufällige Teile abgerissen. 1909 brannte die Burg nach einem Blitzschlag auch noch aus.

Die DDR nutzte das, was von der Burg übrig war, als Kinderferienlager. 1960 übernahm ein „Volkseigener Betrieb“, der Nadeln und Reißverschlüsse herstellte („VEB Solidor“), die Burg. In dieser Zeit wurde viel umgebaut, wobei der Bergfried-Rest ignoriert und einfach einbetoniert wurde. Grund war wohl eine Verwechselung: Man hielt die Zisterne der Burg für den Rest des einstigen Rundturms.

Die Treuhand verkaufte die Anlage nach 1990 glücklicherweise nicht an irgendwelche windigen Investoren, sondern 2002 an die Stadt Leinefelde-Worbis. Seit 2006 wird sie saniert.

Hier geht es zu einem Artikel von Jürgen Backhaus in der Thüringer Allgemeinen: „Uralte Außenwand auf Burg Scharfenstein wiederentdeckt

Blick auf die Burg per Google Maps:



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