Illegale Schatzsuche: Raubgräber an der Neckarburg

Die Ruine der Neckarburg / Foto: Harke / CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0
Die Ruine der Neckarburg / Foto: Harke / CC-BY-SA-3.0

Raubgräber haben am Hang und auf dem Gelände der Ruine der Neckarburg (Landkreis Rottweil) reihenweise Löcher gegraben. Wonach die Schatzsucher so intensiv gebuddelt haben, ist nicht bekannt.

Offenbar waren sie mit einem Metalldetektor unterwegs. Auf mehr als ein paar rostige Nägel und Dosen dürften sie dort allerdings nicht gestoßen sein. Die Polizei erstellte eine Anzeige gegen unbekannt.

In letzter Zeit seien einige Burgen in den Kreisen Rottweil und Tuttlingen illegal nach vermeintlichen Wertsachen durchsucht worden, teilt das Regierungspräsidium Freiburg auf Anfrage des „Schwarzwälder Boten“ mit. Oft setzen die Täter Metallsonden ein. Das Graben an den historischen Stätten ist strafbar.

Das Problem besteht darin, dass die Hobby-Schatzsucher Objekte stehlen und aus ihrem Fundzusammenhang reißen. Selbst wenn die Stücke später gefunden werden, ist meist nicht mehr rekonstruierbar, wo genau und in welcher Lage sie entdeckt worden sind.

Das Risiko, dass die Sondengänger mit ihren Löchern hier frühe Landesgeschichte und einzigartige Quellen zum Frühmittelalter vernichtet haben, ist groß!„, schreibt Dr. Rainer Schreg im Blog Archaelogik.

Die Neckarburg ist die Ruine einer Höhenburg in einer Neckarschleife. Sie gehört dem Grafen von Bissingen und Nippenburg. Die Burg wurde schon im 8. Jahrhundert erbaut. Das lässt auf Funde aus dieser Zeit hoffen, wenn Forscher irgendwann genauer nachschauen. Die Grafen von Sulz ließen sie im 16. Jahrhundert zum Renaissanceschloss umbauen. Doch bereits 1580 wurde die Burg abgerissen. Erhalten sind nur noch die 1984 rekonstruierten Umfassungsmauern.

Und hier geht’s zum Artikel von Armin Schulz im „Schwarzwälder Boten“: „Kreis Rottweil: Raubgräber treiben ihr Unwesen

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