Schlagwort-Archive: Geschichte

Die Marienburg: Stolz des Deutschen Ordens in Westpreußen



Erste Kriegsschäden auf der Marienburg im Frühjahr 1945 / Screenshot Youtbube (aus Deutsche Wochenschau 17. März 1945)
Erste Kriegsschäden auf der Marienburg im Frühjahr 1945 / Screenshot Youtbube (aus Dt. Wochenschau 17. März 1945)
Ein zusammengewürfelter Haufen aus 2500 deutschen Soldaten hatte sich im Frühjahr 1945 zwei Monate lang hinter den Backsteinmauern der alten Deutschordens-Festung Marienburg verschanzt und feuerte verzweifelt auf die immer wieder vordringenden Russen. Für die NS-Ideologie war der Platz ungemein wichtig.

Ein TV-Team des Propagandaministeriums kam vorbei, filmte Soldaten, russische Panzerwracks und Schäden am westpreußischen Gemäuer für einen Filmbeitrag der NS-„Wochenschau“ vom 17. März 1945.
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Schloss Friedrichshof: Alterssitz der Kurzzeit-Kaiserin



11. August 1908, Staatsbesuch im Taunus: Kaiser Wilhelm II. hat Schloss Friedrichshof beim Örtchen Kronberg auf Hochglanz polieren lassen und empfängt seinen „Onkel Bertie“: Also den britischen König Eduard VII., Kaiser von Indien und manischer Kettenraucher.

Der Ort ist weise gewählt: Die Architektur des Schlosses erinnert an den englischen Tudor-Stil, kombiniert mit fränkischem Fachwerk. Das liegt daran, dass der Bau maßgeblich von Eduards Schwester, Prinzessin und Ex-Kaiserin Victoria zurückgeht. Die Gattin des deutschen Kurzzeit-Kaisers Friedrich und Mutter von Wilhelm II. war hier im August 1901 gestorben.
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Der Wiederaufbau von Schloss Hertefeld



Schloss Hertefeld mit der Burgruine / Fotos: Burgerbe.de
Der wiederaufgebaute Teil von Schloss Hertefeld mit der Schlossruine im Vordergrund / Fotos: Burgerbe.de
Anfang 1945: Der Widerstand der Wehrmacht gegen die am Niederrhein vorrückenden Amerikaner, Briten und Kanadier war ebenso zäh wie aussichtslos.

Als sich die deutschen Truppen im Februar schließlich auf das rechte Rheinufer zurückzogen, versuchten sie, möglichst alle linksrheinischen Quartiere zu zerstören, die die nachrückenden Alliierten hätten nutzen können.

Dem fiel auch Schloss Hertefeld bei Weeze zum Opfer. Das Schloss wurde von den Soldaten niedergebrannt, die benachbarte Rentei schwer beschädigt. Endzeit am Niederrhein.
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Burg Brandenstein und Japan-Graf Siebold



Burg Brandenstein in Schlüchtern-Elm / Foto: Wikipedia / MacElch (Rainer Kunze) / CC-BY-CA 3.0
Burg Brandenstein in Schlüchtern-Elm / Foto: Wikipedia / MacElch (Rainer Kunze) / CC-BY-CA 3.0

Mitte September ist traditionell bundesweiter „Tag des Offenen Denkmals“. Hunderte Schlösser und Burgen machen mit. Wo soll man da hin? Hier mal ein Burgerbe-Tipp für Hessen:

Auf einem Hügel nahe des osthessischen Schlüchtern liegt die überschaubare Burg Brandenstein. Touristenströme verirren sich eher nicht hierher. Das Holzgerätemuseum ist vielleicht nicht so der Renner. Aber mit der Burg und der Familie ihres Besitzers, Constantin von Brandenstein-Zeppelin, verbinden sich spannende Geschichten.

Der heutige Eigentümer ist nämlich Urenkel des Luftschiffbauers Ferdinand Graf von Zeppelin und Ururenkel des Japanforschers Philipp Franz von Siebold. Und dem Andenken an eben jenen weitgereisten Grafen ist auf der Burg ein Zimmer mit allerlei fernöstlichen Erinnerungsstücken gewidmet.
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Schloss Ludwigsburg: Witwensitz für 1000 Gulden




Der Glanz der alten Zeiten blättert ab, ist aber noch sichtbar...
Schloss Ludwigsburg: Der Glanz der alten Zeiten blättert ab, ist aber noch sichtbar… / Fotos: Burgerbe.de

Die Ehe von Pommern-Herzog Ernst Ludwig muss harmonisch gewesen sein. Oder er wollte seine Gattin mit neuen Aufgaben ablenken.

Jedenfalls schenkte der Herzog seiner Frau Sophia Hedwig im Jahr 1586 den Weiler Darsim zwischen Greifswald und Wolgast nebst 1000 Gulden, um dort ein standesgemäßes Schloss zu bauen, das später zeitweise ihr Witwensitz werden sollte.

Die dankbare Herzogin baute ein durchaus repräsentatives Schlösschen in den Weiler – und benannte das Dorf nach dem Tode ihres spendablen Gatten zum Andenken an diesen gleich in Ludwigsburg um. So heißt der Ort noch heute.

Schloss und Gut wechselten in den folgenden Jahrhunderten noch einige Male die Besitzerfamilie. Das Gebäude wuchs dabei um eine Etage und erhielt einen Festsaal im ersten Stock.
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