Schlagwort-Archive: DDR

Schloss Wiligrad: Welfen-Löwe zurück am Schweriner See



Der Braunschweiger Löwe vor dem Schweriner Dom: Eine Kopie steht jetzt vor Schloss Wiligrad / Foto: Wikipedia / Niteshift / CC-BY-SA 2.5
Der Braunschweiger Löwe vor dem Schweriner Dom: Eine Kopie steht jetzt vor Schloss Wiligrad / Foto: Wikipedia / Niteshift / CC-BY-SA 2.5 / Foto oben: Burgerbe.de
Mit der Enthüllung eines Nachgusses des Braunschweiger Löwen hat Mecklenburg-Vorpommerns Finanzministerin Heike Polzinim Jahr 2015 den Park von Schloss Wiligrad wieder der Öffentlichkeit übergeben.

2010 hatten die Sanierungsarbeiten auf dem 19 Hektar großen Grundstück in traumhafter Lage am Steilufer des Schweriner Sees begonnen.

Nach der Enteignung der herzoglichen Familie der zu Mecklenburg im Jahr 1945 warden Schloss und Parkgelände als Typhuslazarett, SED-Parteischule und als Polizeischule genutzt worden.

Zu späteren DDR-Zeiten wurde der Park durch Bunker, Betonstraßen, Schießplätze, Sportanlagen, Garagen und einen Plattenbau fast vollständig zerstört.
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Schloss Friedrichswerth für 899.000 Euro zu verkaufen




Schloss Friedrichswerth bei Gotha steht zum Verkauf / Foto: Wikipedia / Metilsteiner / CC-BY-SA 3.0
Schloss Friedrichswerth bei Gotha steht zum Verkauf / Foto: Wikipedia / Metilsteiner / Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Und wieder steht eine einstige fürstliche Luxusimmobilie zum Verkauf, freilich ziemlich heruntergekommen: Schloss Friedrichswerth bei Gotha. 899.000 Euro soll das Barockschloss kosten.

Seine Geschichte ist, nunja, wechselhaft. Zu DDR-Zeiten muss das Anwesen als sogenannter Jugendwerkhof für viele der 14- bis 18-jährigen Insassen die Hölle gewesen sein. Jugendliche, die mit der SED-Diktatur nicht klarkamen, sollten hier per Zwang zu „sozialistischen Persönlichkeiten“ heranreifen. Die dabei angewandte Pädagogik bestand aus dem Dreiklang „Arbeit, Disziplin und Strafen“.
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Schloss Burgkemnitz soll 299.000 Euro kosten




Mit Ecktürmen wie ein Loire-Schloss: Schloss Burgkemnitz / Foto: Wikipedia / Tnemtsoni / CC-BY-SA 3.0
Mit Ecktürmen wie ein Loire-Schloss: Schloss Burgkemnitz / Foto: Wikipedia / Tnemtsoni / Lizensiert unter CC-BY-SA 3.0

(Update Oktober 2015: Das Schloss ist inzwischen verkauft. Mehr dazu hier im Blog)

Die höheren SED-Kader mochten öffentlich zwar über den degenerierten Klassenfeind wettern, aber wenn sie selbst die Möglichkeit bekamen, ein bisschen „imperialistischen“ Luxus zu nutzen, dann taten sie das doch gern.

Ein schönes Beispiel ist Schloss Burgkemnitz in Sachsen-Anhalt, das von der Architektur her auch an der Loire stehen könnte. Nach der Enteignung der adeligen Besitzer 1945 durften sich hier zunächst Arbeiter der Farbenfabrik Wolfen erholen. Aber nur, bis die SED sich das Schloss selbst unter den Nagel riss und hier eine Parteischule einrichtete.
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Schloss Forderglauchau: Dachbau dank Hubschrauber



Schloss Forderglauchau / Foto: Wikipedia / Micharl Sander / CC-BY-SA 3.0
Schloss Forderglauchau / Foto: Wikipedia / Michael Sander / CC-BY-SA 3.0

Die DDR hatte Burgen, Schlössern und Gutshäusern aus ideologischen Gründen den Kampf angesagt. Die Geburtsstötten der verhassten „preußischen Junker“ sollten abgerissen werden – oder zumindest durch langsamen Verfall vom realsozialistischen Erdboden verschwinden, um nie wieder monokeltragende Stechschritt-Imperialisten mit Eroberungsdrang gen Osten hervorzubringen.

Dass historische Anlagen doch erhalten wurden, hat vielerorts mit Privatinitiative zu tun. Ein schön-schräges Beispiel stellt Stefan Stolp in der Freien Presse vor: Schloss Forderglauchau
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Sächsisches Barockschloss Wölkau verfällt




Schloss Wölkau verfällt / Foto: Tnemtsoni / CC-BY-SA 3.0
Schloss Wölkau verfällt / Foto: Tnemtsoni / CC-BY-SA 3.0

Die deutsche Einheit war die Rettung für viele verwahrloste Gutshäuser und Schlösser auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Leider gibt es aber auch Immobilien, deren geplante Sanierung nach 1990 an eigenwilligen „Investoren“ gescheitert ist und die nun umso schneller verrotten.

Ein tragisches Beispiel für den Nach-Wende-Verfall ist das barock-klassizistische Kleinod Schloss Wölkau in Sachsen. Daran erinnert jetzt dankenswerterweise FAZ-Feuilletonredakteur Andreas Platthaus.

Der kursächsische Rittmeister und Veteran der Türkenkriege Christoph Vitzthum von Eckstädt hatte 1659 das in die Jahre gekommene Rittergut Kleinwölkau gekauft.
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