Schlagwort-Archiv: Weimarer Republik

Schloss Freienwalde mit Rathenau-Gedenkstätte vor Schließung

Walther Rathenau ein Jahr vor seiner Ermordung / Foto: Bundesarchiv / CC-BY-SA 3.0gest. 1922 1922 Aussenminister, schloss mit Sowjetruflland 1922 den Vertrag von Rapallo. Er wurde durch die Geheimorganisation Consul ermordet, deren Hinterm‰nner die Schwerindustrie war.
Walther Rathenau ein Jahr vor seiner Ermordung / Foto: Bundesarchiv / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: Schloss Freienwalde / DerHexer / CC-BY-SA 4.0

Verstörende Nachrichten aus Märkisch-Oderland: Der dortige Kreistag hat die Schließung des Museums Schloss Freienwalde mit seiner Rathenau-Gedenkstätte zum 1. Januar 2017 beschlossen.

Walther Rathenau war als Reichsaußenminister 1922 von der rechtsradikalen Terrororganisation „Consul“ ermordet worden. Damit wäre ein wichtiger Erinnerungsort an einen der wenigen Politiker der Weimarer Republik von internationalem Format wohl nicht mehr öffentlich zugänglich.

Ein verheerendes Signal aus Brandenburg und ein Schlag ins Gesicht der Rathenau-Erben.
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Schloss Tinz wird Berufsakademie (und wieder Wasserschloss)

Gewollter Stilbruch: Die  Gebäude der Berufsakademie wurden direkt neben dem Schloss errichtet. / Foto: Wikipedia / Stffen Löwe / CC-BY-SA 4.0
Gewollter Stilbruch: Die Gebäude der Berufsakademie wurden direkt neben dem Schloss errichtet. / Foto (und Foto oben): Wikipedia / Steffen Löwe / CC-BY-SA 4.0

Sanierung und Umbau von Schloss Tinz in Gera stehen vor dem Abschluss: Das Barockschloss der Grafen von Reuß-Gera im italienischen Stil wird Aushängeschild des Campus der Berufsakademie Gera.

Land Thüringen und EU lassen sich den denkmalgerechten Umbau und die Herrichtung der Außenanlagen 6,4 Millionen Euro kosten.

Der Festsaal des Schlosses wurde wieder in voller Höhe freigelegt. Dort wird die Bibiliothek der Akademie einziehen, die zurzeit noch die Aula blockiert.
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Schloss Broich: Eingemauerte Zeitkapsel gefunden


Schloss Broich: Blick auf die Überreste des Bergfrieds / Foto: Wikipedia/Oliver Koeneke (Benutzer i.c.wiener)
Schloss Broich: Blick auf die Überreste des Bergfrieds / Foto: Wikipedia/Oliver Koeneke (Benutzer i.c.wiener) / CC-BY-SA 3.0

Innenhof, Palas und und Westflügel von Schloss Broich / Foto: Wikipedia/uxyso
Innenhof, Palas und und Westflügel von Schloss Broich / Foto: Wikipedia/uxyso

Bei der Sanierung der Mauern von Schloss Broich in Mülheim/Ruhr sind Bauarbeiter auf einen Hohlraum gestoßen. Darin klang es metallisch. Sie schauten nach und stießen auf einen Kasten aus Kupferblech: Eine 38,4 x 29,7 Zentimeter große „Zeitkapsel“.

Die Stadt Mülheim informierte das für die Archäologie zuständige LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland.
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Nosferatu-Drehort: Graf Orlok auf der Arwaburg


Thomas Hutter am Tor der Orlok-Burg / Screenshot Youtube
Thomas Hutter am Tor der Orlok-Burg / Screenshot Youtube

Graf Orlok wohnt standesgemäß. Der glatzköpfige Klauenmann aus dem Horrorfilmklassiker Nosferatu (1922), Wegbereiter für ein ganzes Genre bis hin zu heutigen Blutsaugerschnulzen a la „True Blood“, haust auf einer gruseligen Burg.

Regisseur Friedrich-Wilhelm Murnau betrat bei den Dreharbeiten für den epochemachenden Stummfilm Neuland: Er ließ die verfallende Burgkulisse nicht bequem in Berlin nachbauen, sondern fuhr mit der gesamten Schauspielertruppe nach Dolný Kubín in die abgelegene westliche Tatra.

Das Filmteam mitsamt Orlok-Darsteller Max Schreck fand sich also im Sommer 1921 vor einer mehr als hundert Meter über dem Flüsschen Orava aufragenden Felsklippe wieder, gekrönt von der Arwaburg/Burg Orava. 800 Treppenstufen führen hinauf zu einer der schönsten Burgen der Slowakei. Heute kann man sie besichtigen.
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Schloss Schwarzburg: Erinnerung an die Weimarer Verfassung

Das Zeughaus von Schloss Schwarzburg Foto: Wikipedia/Heideburg
Das Zeughaus von Schloss Schwarzburg
Foto: Wikipedia/Heideburg

Wo ist 1919 die erste deutsche Verfassung unterschrieben worden? In Berlin? Falsch. Die richtige Antwort lautet: Im thüringischen Schwarzburg – möglicherweise im Kaisersaal des dortigen Schlosses. Reichspräsident Friedrich Ebert weilte am 11. August 1919 im örtlichen Hotel Weißer Hirsch (existiert noch heute) zur Erholung – und unterschrieb die Weimarer Reichsverfassung eben gleich vor Ort, statt die Unterschrift aufzuschieben.

Wenn 2019 der 100. Jahrestag gefeiert wird, könnte das Schloss ein zentraler Ort sein, an dem an dieses für die deutsche Demokratie nicht ganz unwichtige Ereignis erinnert wird. Das hofft zumindest der Förderverein von Schloss Schwarzburg, der beim Land Thüringen einen Antrag gestellt hat, Schloss Schwarzburg bei der geplanten „Straße der Menschenrechte und der Demokratie“ zu berücksichtigen.
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