Schlagwort-Archiv: Taunus

Sanierung von Burg Schwalbach dauert noch bis 2020

So sah die Burg 2004 vor Beginn der Sanierung aus / Foto: Wikipedia / Johannes Robalotoff / CC-BY-SA 2.5
So sah die Burg 2004 vor Beginn der Sanierung aus. Der runde Bergfried ist 40 Meter hoch / Foto: Wikipedia / Johannes Robalotoff / CC-BY-SA 2.5 / Foto oben: Wikipedia / Alexander Hoernigk / CC-BY-SA 3.0

Die seit sieben Jahren laufende Sanierung von Burg Schwalbach im Taunus zieht sich hin. 6,7 Millionen Euro hat das Land Rheinland-Pfalz bereits investiert: 1,6 Millionen Euro fehlen noch (sie sind auch noch nicht fest zugesagt).

Das meldet die Nassauische Neue Presse, die mit Burgschwalbachs Bürgermeister Ehrenfried Bastian vor Ort war.

Das 1059-Einwohner-Örtchen unterhalb der Burg feiert 2018 sein 650-jähriges Bestehen. Gerne hätte man die fertig sanierte Burg einbezogen, die nach Ansicht der Einwohner natürlich „die schönste der Taunusburgen ist“. Aber nun wird es voraussichtlich bis 2020 dauern, bis die Gerüste verschwinden.
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Schloss Friedrichshof: Sitz der 99-Tage-Kaiserin

11. August 1908, Staatsbesuch im Taunus: Kaiser Wilhelm II. hat Schloss Friedrichshof beim Örtchen Kronberg auf Hochglanz polieren lassen und empfängt seinen „Onkel Bertie“: Also den britischen König Eduard VII., Kaiser von Indien und manischer Kettenraucher.

Der Ort ist weise gewählt: Die Architektur des Schlosses erinnert an den englischen Tudor-Stil, kombiniert mit fränkischem Fachwerk. Das liegt daran, dass der Bau maßgeblich von Eduards Schwester, Prinzessin und Ex-Kaiserin Victoria zurückgeht. Die Gattin des deutschen Kurzzeit-Kaisers Friedrich und Mutter von Wilhelm II. war hier im August 1901 gestorben.
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Bildungseinrichtung auf Schloss Kransberg?

Schloss Kransberg in Usingen / Foto: Wikipedia / Back2hell / CC BY-SA 3.0
Schloss Kransberg in Usingen / Foto: Wikipedia / Back2hell / CC BY-SA 3.0

Das ansehnliche Schloss Kransberg im Taunusstädtchen Usingen ist 2007 zwangsversteigert worden (ich war kurz zuvor mal da). Inzwischen gehört das 12.000-Quadratmeter-Anwesen nach Angaben der Zeitung „Die Welt“ türkischen Geschäftsleuten, die dort eine Ausbildungsstätte einrichten wollten.

Das Blatt zitiert einen der Investoren mit den Worten: „Es wird entweder eine hochwertige Business-School oder was im juristischen Bereich“. Teile des Schlosses seien renovierungsbedürftig, schreibt das Blatt, z.B. der Boden des Rittersaals. Ein Balkon sei einsturzgefährdet. Der örtliche Bürgermeister befürwortete die Investorenpläne.

Hier geht’s zum Artikel der „Welt“.

Nachtrag Februat 2014: Passiert ist seitdem fast nichts. Die Investoren, die 2010 auch Gut Gentzrode im Norden von Neuruppin gekauft haben, kümmern sich offensichtlich nicht darum die Substanz von Schloss Kransberg zu erhalten. Weil am Burgberg die Gefahr von Steinschlag bestand, musste die Gemeinde zwischenzeitlich sogar eine Straße sperren.

Über den neuesten Stand informiert ein ausführlicher Artikel von Markus Kluge in der Märkischen Online Zeitung: „Gut, Schloss, Burg – es gibt viel zu tun

Burg Idstein: Im Schatten des Hexenturms

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Der Idsteiner Hexenturm (Foto: Meins)

Im idyllischen Taunusstädtchen Idstein haben sich vor gut 330 Jahren schreckliche Szenen abgespielt. Der Ort im Schutz der Burg Idstein war berüchtigt für seine Hexenprozesse und die folgenden Hinrichtungen unschuldiger Frauen. Man war allerdings so „human“ das Schwert zu verwenden, nicht den Scheiterhaufen.

Die Prozesswelle wird durch ein Kind ausgelöst, das angegeben hatte, dass seine Patin es „das Mäuse und Eidechsen machen“ lehren würde. Der protestantische Graf Johannes zu Nassau (1603-1677) vermutete, dass auch der Tod seiner zweiten Frau, seiner Kinder und ein Viehsterben durch Hexen ausgelöst wurde und befahl ab 1675 Verfahren.

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Nachts auf Schloss Kransberg

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Schloss Kransberg / Wikipedia / dontworry / CC BY-SA 3.0

Jetzt weiß ich, warum das Hochtaunus heißt. Eine steile Privatstraße durch dichten Wald rauf, rein in die Haarnadelkurve und man steht auf dem Parkplatz von Schloss Kransberg. Privatbesitz. Leider nur bei Veranstaltungen und dem jährlichen Mittelaltermarkt zugänglich.

Das Rittergut nördlich von Frankfurt hat eine hochinteressante Geschichte, die stellvertretend für viele Schlösser/Burgen stehen könnte: 1250 erstmals urkundlich erwähnt, zahlreiche Besitzerwechsel. Kurmainzerisch, nassauisch, preussisch. Nach dem 30-Jährigen Krieg verfallen und im 19. Jahrhundert im Stil der Neo-Renaissance wieder aufgebaut. Der private Besitz wurde von den Nazis enteignet.
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