Schlagwort-Archive: Staufer

Burg Pottenstein droht der Verkauf


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Thilo von Wintzingerode und MdB Anette Kramme beim Ortstermin (Foto: Pressemitteilung von Anette Kramme)

Die Stiftung Burg Pottenstein schlägt Alarm: Für die Sanierung der ältesten Burg der Fränkischen Schweiz sind 2,4 bis 3 Millionen Euro nötig. Der Bund hat 300.000 Euro zugesagt, wenn gleich hohe bayerische Landesmittel fließen.

„Die anstehende Generalsanierung und die Kosten für die Maßnahmen zur Felssicherung übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der Stiftung bei weitem“, warnt der Stiftungsvorsitzende Thilo Freiherr von Wintzingerode bei einem Besuch der Bundestagsabgeordneten Anette Kramme (SPD, siehe Pressemitteilung). Die Sozialdemokratin will jetzt beim Land Bayern nachfragen, ob der Freistaat nicht doch etwas tun kann.
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Erfurter Latrinensturz: Ein Hoftag endet in der Jauche


Erfurt 1493 in Hartmann Schedels Weltchronik (Bild: Wikipedia/Public Domain)

26. Juli 1184: Im Saal der erzbischöflichen Burg* in Erfurt wird Hohes Gericht gehalten. Deutschlands König Heinrich VI., Sohn Friedrich Barbarossas, ist im Auftrag des kaiserlichen Vaters zum Hoftag eingetroffen.

Der König sitzt erhöht in einer Nische und hört den Streitenden zu. Konrad I., Erzbischof von Mainz, und Landgraf Ludwig III. von Thüringen beharken sich mit allerlei juristischen Finessen.

Es geht um den Besitz der reichen Stadt Erfurt. Ist sie geistlicher oder weltlicher Besitz? Muss der Erzbischof sie an den Landgrafen herausrücken? Die Sache könnte für beide zum Kriegsgrund werden.

Sie ist daher so wichtig, dass reichlich Fürsten und Bischöfe den Raum im zweiten Stock der Burg bevölkern und dem Geplänkel mit ernsten Mienen lauschen. Plötzlich geht ein unheilverkündendes Knarren durch den Raum.
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Kaiserpfalz Wimpfen: Wo die Staufer auf den Neckar schauten




bad wimpfen panorama

Das Städtchen hat Charme. Das liegt wohl auch daran, dass Bad Wimpfen zu den wenigen Fachwerk-Orten zählt, die den Zweiten Weltkrieg fast völlig unbeschadet überstanden haben.

wimpfen93.jpgStolze Türme prägen seine Silouette. Dafür hätte der Dreißigjährige Krieg die Stadt im Schutz der Staufer-Pfalz allerdings fast ausgelöscht.

Ursprünglich hat die Siedlung keltische Wurzeln. Die Römer bauten hier bereits um das Jahr 98 n.Chr. das Kastell Wimpfen im Tal als Teil des Neckar-Odenwald-Limes.

Eine hölzerne Römerbrücke kündete noch im frühen Mittelalter von der nachhaltigen Ingenieurskunst des Imperiums – sie stand noch lange nach seinem Untergang.

Der Brücke wurde schließlich nach den Jahrhunderten ein besonders starker Eisgang des Neckars zum Verhängnis.
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Kaiserpfalz Kaiserswerth: Erzbischof entführt jungen König

Die Kaiserpfalz Kaiserswerth am Rhein im Norden von Düsseldorf
Die Kaiserpfalz Kaiserswerth am Rhein im Norden von Düsseldorf

Die beschauliche Ruine der Kaiserpfalz im Norden von Düsseldorf war vor gut 950 Jahren Schauplatz eines unblutigen Staatsstreichs. Das ganze ähnelte dem Setting eines Actionfilms.

Der minderjährige König Heinrich IV. (der spätere Canossa-Heinrich) weilte im April 1062 zusammen mit seiner Mutter in der damals neu errichteten Pfalz auf einer Rheininsel.

Gerade war ein Festmahl mit dem Kölner Erzbischof Anno II. zu Ende gegangen. Der Bischof hatte ein prächtiges Schiff direkt an der Burg anlegen lassen, und dem zwölfjährigen König davon vorgeschwärmt.

Der junge Salier war natürlich neugierig, das Gefährt näher in Augenschein zu nehmen. Man ging an Bord, und die Dramatik entfaltete sich.
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Die Totenmaske der Staufer-Stammmutter

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Die „Totenmaske“ der Hildegard von Egisheim

Im ersten Stock des Bad Wimpfener Steinhausmuseums findet sich hinter Glas ein unscheinbarer, lebensgroßer Gipskopf. Das entspannte Antlitz einer Frau mit geschlossenen Augen, den Kopf leicht zur Seite geneigt.

Doch es ist keine von einem mittelalterlichen Künstler geformte Plastik, sondern die auf natürliche Weise entstandene Totenmaske der Urgroßmutter von Kaiser Barbarossa, Hildegard von Egisheim (gestorben 1094/95).
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