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Schloss Moyland: Wieder Bronze-Skulptur gestohlen

Die gestohlene Bronze-Skulptur "Mädchen mit Hut" / Foto: Polizei
Die gestohlene Bronze-Skulptur „Mädchen mit Hut“ / Foto: Polizei

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate ist aus dem Park von Schloss Moyland eine wertvolle Metallskulptur gestohlen worden:

Am letzten Januarwochenende entwendeten Unbekannte dort eine 1,75 Meter hohe Bronzefigur, das „Mädchen mit Hut“ von Roland Friederichsen aus dem Jahr 1972.

Am 27. Januar 2014 bemerkte ein für die Parkpflege zuständiger Mitarbeiter das Fehlen der Figur, vermutete aber eine Aufarbeitung, beziehungsweise Pflege des Kunstwerks. Die Diebe schafften die Bronzefigur mit einer Sackkarre aus dem Park.

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Schloss Moyland: Diebe verkaufen 700-Kilo-Skulptur an Schrotthandel

Die Rheinsche Post Kleve berichtete über den Diebstahl / Bild: Screenshot
Die Rheinische Post Kleve berichtete über den Diebstahl / Bild: Screenshot / Foto oben: Burgerbe.de

Reichlich dämlich haben sich (noch) unbekannte Diebe am Niederrhein angestellt. Unter erheblichem Aufwand war es den Unbekannten Ende August gelungen, die Skulptur „Der Hockende“ aus dem Park von Schloss Moyland abzutransportieren.

Der Bronzeguss des Bildhauers Graf Bernhard von Bylandt-Rheydt (1905-1998) aus dem Jahr 1990 wiegt rund 700 Kilogramm und ist recht sperrig. Über die Optik kann man ja streiten…

Die Täter hatten zuvor ein Tor zu dem Park aufgebrochen und den „Hockenden“ von seinem Sockel gehievt. Die Diebe hatten offenbar kein Auge für Kunst, sondern nur für den Materialwert. Ein Kilogramm Bronze kostet etwa vier Euro. Das Trumm hätte also auf dem Metallmarkt ca. 2800 Euro gebracht.

Doch als das etwa eine Meter hohe Werk jetzt in einer Ladung Altmetall bei einer Recyclingfirma in Krefeld eintraf, fiel einer Angestellten die aus diversen Stahlstreben herausragende Skulptur gleich auf. Sie stellte anhand eines veröffentlichten Bilds fest, dass es sich um die gestohlene Bronzeplastik von Schloss Moyland handelt.

Die Nachricht vom Skulptur-Diebstahl aus dem Schlosspark war zuvor deutschlandweit durch die Presse gegangen. Der Firmeninhaber verständigte am Montag (2. September 2013) die Krefelder Polizei, die die Skulptur sicherstellte. Die für Schloss Moyland zuständige Kripo Kleve wurde umgehend informiert. Die Ermittlungen zu den Tätern dauern noch an. Das teilt die Polizei Krefeld in einer Pressemeldung („Wertvolle Bronzeskulptur sichergestellt„) mit.

Rund um Schloss Moyland gibt es viele interessante Bronzefiguren. Mir hat es besonders der Mops von Moyland im Schloss-Innenhof angetan.

Mehr zu dem aus Magdeburg gebürtigen Bildhauer und ein Bild des „Hockenden“ gibt es auf www.bylandt-rheydt.de

Nachtrag: Ende Januar 2014 wurde die nächste Skultur gestohlen: Das „Mädchen mit Hut“ von Roland Friederichsen aus dem Jahr 1972.

Schlossgeschichten: Der Mops von Moyland


Der Mops von Schloss Moyland
Der Mops von Schloss Moyland / Foto: Burgerbe.de

Die Tür zum Hauptgebäude von Schloss Moyland mit seiner großen Joseph-Beuys-Sammlung bewacht kein feuerspeiender Drache oder zumindest ein zähnefletschender Tiger, sondern ein ordinärer, nunja, ein Mops. Der Vierbeiner steht auf einem kleinen Sockel am Fuß des linken Treppengeländers. Lebensgroß aus Bronze.

Gut, ein Wolf am anderen Geländer ist auch noch da (etwas kleiner als der Mops), aber in erster Linie fällt der rundliche Hund mit Schlabberöhrchen, etwas knautschiger Stirn und hochgezogener Schnauze ins Auge. Der linke Vorderlauf ist angehoben, als ob er gerade irgendwohin tapsen wollte.

Was soll das? Was hat sich der Kunstprofessor Hans Karl Burgeff dabei gedacht, 1996 einen Bronze-Mops vors Museum zu setzen? Zuvor standen dort ein paar deutlich repräsentativere Löwen.

Fragen kann man ihn nicht mehr, der Bildhauer ist 2005 verstorben.


Der Innenhof von Schloss Moyland mit der "Mops- und Wolf"-Treppe
Der Innenhof von Schloss Moyland mit der „Mops- und Wolf“-Treppe

Wenn man der Wikipedia glauben darf, erinnert das Tierchen an den Besuch von Sir Winston Churchill auf dem Schloss (dann wäre der Mops aber eher ein „British Bulldog“). Der Premierminister seiner Majestät kam im März 1945 an den Niederrhein, um beim Rheinübergang der alliierten Truppen zwischen Wesel und Rees dabeizusein.

Er fand das im Krieg unzerstörte Schloss noch voll eingerichtet vor. Auch der Raum, in dem der frisch gekrönte junge Preußenkönig Friedrich II. im Herbst 1740 mit seinem Lieblingsphilosophen Voltaire angeregt debattiert hatte, war noch im 200 Jahre alten Originalzustand erhalten.

Churchill war wohl einer der Letzten, die dies sehen konnten. Wenige Wochen später wurde das Schloss geplündert.

Der Wolf neben dem Bulldoggen-Mops soll an den „bissigen“ Voltaire erinnern. Churchill und Voltaire: Ein würdiges Paar für ein Schloss-Entrée, hinter dem die Beuys-Sammlung der Brüder van der Grinten wartet…

Ein Besuch auf Schloss Moyland bei Kalkar am linken Niederrhein ist übrigens immer empfehlenswert. 2013 war dort die Ausstellung „Achtung, Kunst!“ zu sehen.

Wer sich ein Bild der flachen Landschaft machen möchte, kann die 104 Stufen des Nordturms hinaufklettern und den Blick schweifen lassen…

Schloss Moyland
Schloss Moyland

Fotos: Burgerbe.de


Schloss Moyland: Achtung, Kunst!

Schloss Moyland bei Bedburg-Hau - heute ein bekanntes Museum / Foto: Burgerbe.de
Schloss Moyland bei Bedburg-Hau – heute ein bekanntes Museum / Foto: Burgerbe.de

Im Museum Schloss Moyland steht vom 24. März bis September 2013 das für die Kunst werbende Künstlerplakat im Vordergrund. Ziemlich selbstreferentiell, wenn man so will. Titel der Ausstellung: „Achtung, Kunst!“. Aus seinem Bestand zeigt das Museum Plakate von Joseph Beuys, Joseph Fassbender, HAP Grieshaber, Horst Janssen, Nam June Paik und anderen.

Museum Schloss Moyland ist aus einer Sammlung der Brüder Hans und Franz Joseph van der Grinten hervorgegangen. Franz Joseph van der Grinten gestaltete auch selbst Plakate. Mit ihnen wurden Kunstausstellungen vor allem im Haus van der Grinten in Kranenburg angekündigt.

Sehenswert ist auf jeden Fall das Gebäude: Ein restauriertes neugotisches Wasserschloss mit vier Flügeln bei Bedburg-Hau, bewacht von einem Bronze-Mops. Ein tolles Fotomotiv am linken Niederrhein (erstmals erwähnt im Jahr 1307).

Preußenkönig Friedrich II. traf hier im September 1740 mit Voltaire zusammen und diskutierte über philosophische Fragen und das niederrheinische Wetter. Heute gehört das Schloss der Stiftung Museum Schloss Moyland.

Öffnungszeiten (Sommerhalbjahr): Di.–Fr. 11–18 Uhr, Sa. und So. 10–18 Uhr

Adresse:
Schloss Moyland,
Am Schloss 4
47551 Bedburg-Hau

Link zur Seite des Museums Schloss Moyland