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„Die verschwundene Burg“: Ausstellung im Stadtmuseum Pirna

Schloss Sonnenstein über Pirna / Foto: Wikipedia/Norbert Kaiser
Schloss Sonnenstein über Pirna / Foto: Wikipedia/Norbert Kaiser/CC BY-SA 3.0

Schlösser und Burgen haben ihr Aussehen und ihre Funktion durch die Jahrhunderte oft komplett verändert. Aus Holzburgen („Motten“) wurden Festungen aus Stein. Aus trutzigen Wehrburgen mit Bastionen und Wassergräben entstanden malerische Renaissance- und Barockschlösser mit prächtigen Gärten, aus diesen wieder triste Ruinen.

Eine Ausstellung im Stadtmuseum Pirna (Sachsen) verfolgte die Geschichte von Schloss (früher Festung) Sonnenstein durch die Jahrhunderte zurück. Titel: „Die verschwundene Burg. Der Sonnenstein in der Burgenlandschaft des sächsisch-böhmischen Oberelberaums“. Sie lief bis November 2013.

Die Festung Sonnenstein auf einem Gemälde von Canaletto von 1755 / Bild: Wikipedia/Urheberrecht abgelaufen
Die Festung Sonnenstein auf einem Gemälde von Canaletto von 1755 / Bild: Wikipedia/Urheberrecht abgelaufen

Eine Burg in Pirna wird erstmals 1269 als Castrum Pirne urkundlich erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt war die ursprünglich slawische Befestigung wohl schon mehrere hundert Jahre alt. Ausgrabungen im Jahr 2009/10 hatten auf dem Schlossplateau Funde aus der Zeit der slawischen Besiedlung ans Licht gebracht, die die Fachwelt aufhorchen ließen.

Der bislang bekannten Geschichte des Schlosses mussten neue, hochmittelalterliche Kapitel hinzugefügt werden.

Viele Jahrzehnte war zuvor über die hochmittelalterliche Nutzung des Sonnensteins geschrieben, geforscht und auch spekuliert worden. Mit den großflächigen Ausgrabungen konnten nun umfangreiche Spuren einer Wehranlage des späten 10. und 11. Jahrhunderts gesichert werden.

Auf der Seite des Stadtmuseums Pirna heißt es dazu: „Damit sind Ansatzpunkte zur Neubewertung der Stellung Pirnas im Prozess der Ausprägung markmeißnischer und böhmischer Territorialherrschaft in der Elbregion gegeben“.

Erwähnenswert am Sonnenstein ist (unter anderem), dass die Festung im Dreißigjährigen Krieg einer mehrmonatigen Belagerung durch die Schweden getrotzt hat. Trotz starken Artillerie-Beschusses hielt die Besatzung unter Johann Siegmund von Liebenau 1639 bis zum Abzug der Schweden durch.

In der Ausstellung werden noch die Spuren einer zweiten „verschwundenen Burg“ gezeigt: Auf der südlichen Seite des Elbdurchbruchs, im tschechischen Decin, ist zwischen 2009 und 2011 auf dem dortigen Schlossgelände ebenfalls gegraben worden. Wie in Pirna, galten die Arbeiten auch hier der Suche nach der nicht mehr sichtbaren Befestigung.

Die Ausstellung wurde vom Landesamtes für Archäologie Sachsen und dem Stadtmuseums Pirna in Zusammenarbeit mit Schloss Decin, dem Institut für Archäologische Denkmalpflege Nordwestböhmens in Most und weiteren tschechischen Partnern konzipiert. Sie ist zweisprachig: Tschechisch und Deutsch.

Es gibt auch ein umfangreiches Begleitprogramm. Das Stadtmuseum liegt in Pirna am Klosterhof 2/3.

Link: Mehr Informationen auf der Seite des Stadtmuseum Pirna.