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Schloss und Park Sanssouci leiden unter Vandalismus


Der Mittelbau von Schloss Sanssouci / Foto: Wikipedia/Suse
Der Mittelbau von Schloss Sanssouci / Foto: Wikipedia/Suse / CC BY 3.0 DE

Bei der Verwaltung von Schloss und Park Sanssouci herrscht Ärger über Touristen aus aller Herren Länder, die ihre Spuren in der Welterbestätte hinterlassen. Sei es in Form von Kritzeleien oder Ritzereien auf Fassaden, in Marmorplatten oder Denkmälern – oder sogar durch Abbrechen von Fingern der im Park aufgestellten Statuen.

Diese werden auch gerne als Kletterhilfe missbraucht, um eine bessere Foto-Perspektive auf das Potsdamer Schloss Friedrichs des Großen zu bekommen, wo der landhungrige preußische Kriegerkönig inzwischen auch neben seinen Windspielen begraben liegt.

Hätte Grafitti gehasst: Der alte Fritz / Bild: Wikipedia / Gemälde von Anton Graff
Hätte Graffiti gehasst: Der alte Fritz / Bild: Wikipedia / Gemälde von Anton Graff

Der Vandalismus habe in den letzten Jahren zugenommen, beschwert sich ein Vertreter der Preußischen Schlösserverwaltung bei der Deutschen Presseagentur.

Eine bestimmte Altersgruppe sei bei den Hinterlassern von Spuren nicht auszumachen. Das Beseitigen der Schäden gehe mittlerweile richtig ins Geld.

Speziell Schmierereien sind bei den großen Schlössern ein Problem. Vergangene Woche kam eine entsprechende Polizeimeldung von Schloss Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern), an dessen strahlend weißer Fassade ein Sprayer große schwarze Buchstaben hinterlassen hatte.

Und hier geht’s zum dpa-Text (via Spiegel-Online): „Sanssouci: Vandalismus belastet Schloss und Park


Schloss Babelsberg wird eingerüstet


Schloss Babelsberg / Foto: Wikipedia/PodracerHH
Schloss Babelsberg / Foto: Wikipedia/PodracerHH/CC-BY-SA-3.0

Die Fassade von Schloss Babelsberg in Potsdam soll wieder strahlen. Bis 2015 wird das Mauerwerk saniert, dann kommen die 98 Innenräume der Sommerresidenz Kaiser Wilhelms I. (1797–1888) an die Reihe. Das meldet die Stiftung Preußische Schlösser.

Die Babelsberg-Fassade bietet zurzeit einen trostlosen Anblick: Abbröckelnder Putz, Rost, ungestrichene Fenster und Türen, schwarz verfärbte Ziegel und Sandsteinflächen warten seit Jahren auf die Restaurierung. Nun werden alle Außenbauteile und die fünf Schlossterrassen instandgesetzt.

Ab 2015 soll sich das im neugotischen Stil errichtete Schloss äußerlich wieder in der kaiserzeitlichen Pracht der Zeit von 1870 bis 1890 präsentieren.

Die Gesamtkosten der Sanierung von Fassade und Terrassen liegen nach Angaben der Stiftung bei 9,7 Mio. Dabei entfallen etwa zwei Drittel auf das Gebäude und ein Drittel auf die Außenanlagen.

Schloss und Park Babelsberg wurden ab 1833 für den preußischen Prinzen Wilhelm und seine Gattin Augusta von Sachsen-Weimar angelegt. 50 Jahre lang erholte sich das spätere Königs- und Kaiserpaar dort im Sommer vom stressigen Luxusleben bei Hofe. Heute ist die Anlage Teil der Unesco-Welterbestätte „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“.

Der erste Bauabschnitt wurde 1835 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel fertig gestellt. Von 1844 bis 1849 fand eine Erweiterung des Bauwerks statt.

Schinkels Schüler Ludwig Persius und Johann Heinrich Strack hatten dabei den ursprünglichen Entwurf auf Wunsch des Bauherren zu modifizieren. Das Kaiserpaar michte sich ständig in die Arbeit der Architekten ein und konfronierte sie häufig mit teuren Sonderwünschen.

Die Erklärung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten im Netz: „Sanierung von Schloss Babelsberg hat begonnen

Hochzeitshotel Schloss Reichenow: Betreiberinnen mussten gehen


Die Brandenburgische Schlösser GmbH ist Eigentümerin von Schloss Reichenow / Bild: Screenshot von www.schloesser-gmbh.de
Die Brandenburgische Schlösser GmbH ist Eigentümerin von Schloss Reichenow / Bild: Screenshot von www.schloesser-gmbh.de

Die Brandenburgische Schlösser GmbH hat die Betreiberinnen des bekannten Hochzeitshotels Schloss Reichenow per Räumungsklage aus dem Schloss gewiesen. Bis zuletzt hatte es noch Verhandlungen gegeben, den seit 15 Jahren bestehenden Mietvertrag für das Objekt östlich von Berlin zu verlängern. Das meldet die Märkische Oderzeitung.

Mit ihrem Vorgehen hat die Schlösser GmbH nun erreicht, dass das Schloss leer steht. Die enttäuschten Betreiberinnen haben das Mobiliar inzwischen verkauft.

Hintergrund war eine Auseinandersetzung über die Verlängerung des Mietvertrags. Die Betreiberinnen (65 und 56 Jahre alt) wollten einen Fünf-Jahres-Vertrag, die Gesellschaft forderte dagegen offenbar eine Festlegung auf 15 Jahre – und eine wesentlich höhere Pacht.

Zuvor zahlten die Hoteliers lediglich eine sehr kleine Miete, sorgten dafür aber aus eigener Tasche für die Instandhaltung des neogotischen Schlosses. Nun will die Schlösser-GmbH das Haus selbst in Stand halten.

Schloss Reichenow entstand zwischen 1897 und 1900. Bauherr August Freiherr von Eckardstein ließ sich dabei von englischen Landsitzen der Tudorzeit inspirieren. „Das Schloß ist ohne Umbauten erhalten und damit ein herausragendes Beispiel für diesen Baustil in Brandenburg“, schreibt die Brandenburgische Schlösser GmbH auf ihrer Homepage. Zwischen 1993 und 1997 ist es saniert und für die Hotelnutzung ausgebaut worden.

Den Artikel der Märkischen Oderzeitung findet man hier: „Schluss im Schloss