Schlagwort-Archive: Schlösser im Ruhrgebiet

Schloss Wittringen: Gladbecks ganzer Stolz

Nachts ist Schloss Wittringen beleuchtet / Foto: Burgerbe.de / Foto oben: Foto: Wikipedia / Marcel Reidock / CC-BY-SA 4.0
Nachts ist Schloss Wittringen beleuchtet / Foto: Burgerbe.de / Foto oben: Foto: Wikipedia / Marcel Reidock / CC-BY-SA 4.0

Mächtig stolz war man in Gladbeck, als im Juni 1919 endlich die „Unabhängigkeit“ erreicht war. Man sei nun die „jüngste Stadt Neu-Deutschlands“, jubilierten die Blättchen nach der Übergabe der Stadtrechte an den Ort zwischen Recklinghausen und Bottrop.

Kaum hatte der Rat die Kontrolle über den eigenen Haushalt, da wurden Großprojekte geplant, was das Zeug hielt. Die örtlichen fünf Zechen brachten kräftig Steuergeld.

Ein Freibad? Her damit!
Ein Stadion? Nur zu!
Ein Schloss? Klar, aber bitte Seelage. Und rheinische Renaissance!

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Wasserschloss Werdringen: Als an der Ruhr noch Mammuts grasten

Das Mammut von Schloss Werdringen / Foto: Burgerbe.de
Das Mammut von Schloss Werdringen / Foto: Burgerbe.de

Kreationisten werden auf Schloss Werdringen sicher nicht glücklich. Freunde von zotteligen Mammuts mit Interesse an der Geschichte unserer frühen Vorfahren um so eher.

Das Wasserschloss im Hagener Ortsteil Vorhalle beherbergt nämlich ein Museum für Ur- und Frühgeschichte.

Vor 400 Millionen Jahren lag die heutige Rhein-Ruhr-Region noch in Äquatornähe. Es liefen noch keine Saurier durch die teils alpine Landschaft, aber immerhin rauschten riesige Farne im feuchtwarmen Wind.

Fossilien dieser Pflanzen aus Westfalen sind im Museum zu sehen. Es sind die ältesten bislang hier gefundenen Exemplare aus der Zeit des Devon.
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Die schönsten Burgen und Schlösser im Ruhrgebiet

Die Gebäude stehen auf Eichenholzpfählen / Foto: Wikipedia / Tbachner / CC-BY-SA 3.0
Schloss Bedelschwingh / Foto: Wikipedia / Tbachner / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: Schloss Borbeck

Schlösser und Burgen im Ruhrgebiet…? Gibt’s da nicht nur stillgelegte Zechen und eingestaubte Industriemuseen? Doch, Schlösser und Burgen sind im Revier durchaus reichlich zu finden. Und man kann den Besuch natürlich auch mit einem Trip zu einem der vielen Industriedenkmäler verbinden.

Das Ruhrgebiet als Einheit („Metropole Ruhr“, wie Marketing-Fuzzis es heute gern nennen) hat es nie gegeben.

Im Mittelalter lag hier ein Flickenteppich aus Grafschaften, Herzogtümern und Städten, die besonders von der Ost-West-Handelsstraße Hellweg profitierten. Die freie Reichsstadt Dortmund verlor erst 1803 ihre Unabhängigkeit. Und jeder Herrscher wollte natürlich auch einen repräsentativen Sitz haben.
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Schloss Borbeck: Wo Essens Fürstäbtissinnen herrschten

Schloss Borbeck in Essen / Foto: Burgerbe.de
Schloss Borbeck in Essen-Borbeck (links die ehemaligen Wirtschaftsgebäude)/ Fotos: Burgerbe.de
Das Barockschloss der Fürstäbtissinnen von Essen
Das Barockschloss der Fürstäbtissinnen von Essen

Das mittelalterliche Stift Essen war ein wunderliches Gebilde: Es wurde jahrhundertelang von Frauen beherrscht. Die Fürstäbtissinnen von Essen hatten das Sagen über rund 120 Quadratkilometer zwischen Emscher und Ruhr. 3000 Bauernhöfe zahlten ihnen Abgaben.

Residenz der mächtigen und äußerst wohlhabenden Äbtissinnen mit eigenem Sitz im Reichstag war 500 Jahre lang Schloss Borbeck im heutigen Essen-Borbeck. Seit etwa dem Jahr 1300 regierten die geistlichen Damen von Borbeck aus.

In der Burg, dem Vorgängerbau des heutigen Schlosses, fanden sie in Kriegszeiten Zuflucht. Die Äbtissinnen hatten das Recht, eigene Münzen zu prägen, die Borbecker Gulden und Groschen. Das passierte ab 1400 auf Burg Borbeck (das Schlossrestaurant im Keller heißt deshalb heute „Zur Münze“).
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Gartenflair-Messe auf Schloss Bodelschwingh


Wasserschloss Haus Bodelschwingh in Dortmund / Foto: Wikipedia / Beckstet
Wasserschloss Haus Bodelschwingh in Dortmund / Foto: Wikipedia / Beckstet / CC-BY-SA 3.0

Kombinierte „Garten-, Heim- und Modemessen“ sind für mich der kulminierte Albtraum einer Wochenendbeschäftigung. Unnützer, überteuerter Kram für die gärtnernde Bevölkerung im Rentenalter, verteilt an einer unendlichen Reihe von Ständen.

Dazwischen grottenhässliche Lodenmode aus dem Oberbayern der Fünfziger Jahre in Kombination mit einem Gipsfigurenkabinett „künstlerischer“ Gartenfiguren und selbstgestrickter Wollware in psychedelischen Farben und Mustern.

Pure Folter für jeden überzeugten Verächter des in der Zielgruppe omnipräsenten Magazins Landlust.
Die „Erlebnismesse Gartenflair“ soll da natürlich ganz anders sein.
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