Schlagwort-Archiv: Raubritter

Schelmenburg: Das Schloss der Schelme von Bergen

„So ward der Henker ein Edelmann.
Und Ahnherr der Schelme von Bergen.
Ein stolzes Geschlecht! Es blühte am Rhein.
Jetzt schläft es in steinernen Särgen.“

Den Schelmen von Bergen widmete Heinrich Heine 1846 ein denkwürdiges Gedicht. Das Adelsgeschlecht mit dem spaßigen Namen gab es tatsächlich. Sein Stammsitz, die Schelmenburg, lag im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim und ist erhalten. (Foto: Wikipedia /Lumpeseggl / CC-BY 4.0)
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Wegebauer zerstören Reste von Burg Hermannstein

Lagekarte der Reste von Burg Hermannstein / gemeinfrei
Lagekarte der Reste von Burg Hermannstein / gemeinfrei

Die größten Gefahren für Burgen in Deutschland sind Feuer, Frostschäden – und Bautrupps. Das war kein Witz: Im thüringischen Waltershausen bei Gotha haben Straßenbauer die letzten oberirdisch erkennbaren Gräben und Wälle der einstigen Burg Hermannstein weggeräumt und das Gelände eingeebnet.

Hinweisschilder auf die Burgreste wurden offenbar wissentlich ignoriert. Gegen die bewusste Zerstörung des geschützten Bodendenkmals im Ortsteil Schnepfental zugunsten eines Forstwegs gibt es nun Proteste in der Bevölkerung.

Verantwortlich für das Abräumen der Relikte aus dem 12. Jahrhundert ist ein privater Waldbesitzer. Die Stadt hat die Arbeiten trotz des bestehenden Denkmalschutzes genehmigt.
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Burg Reichenstein: Raubritterburg soll Hotel werden


Burg Reichenstein / Foto: Wikipedia / Sir Gawain / CC-BY-SA 3.0
Burg Reichenstein: Ein Industriellen-Schloss / Foto: Wikipedia / Sir Gawain / CC-BY-SA 3.0

Burg Reichenstein am Rhein: Restaurant soll wieder öffnen / gemeinfrei
Burg Reichenstein am Rhein (auch bekannt als Falkenberg): Das Restaurant soll wieder öffnen / gemeinfrei

Einst saßen hier gefürchtete Raubritter, jetzt will eine Immobiliengesellschaft mit Burg Reichenstein Profite erwirtschaften: Die neuen Besitzer um den Verleger Lambert Lensing-Wolff („Ruhr Nachrichten“) lassen das Gemäuer gerade renovieren.

Sie haben auch schon einen Pächter für das Restaurant gefunden, das zu Ostern 2015 öffnen soll. Ein Bauantrag für die Renovierung des alten Hotels sei eingereicht.

Das sind ausgesprochen positive Nachrichten, denn das Lokal war nur noch zu besonderen Anlässen geöffnet, das Burghotel arbeitete gar nicht mehr.
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Götz von Berlichingen: Drehort Burg Točník


"Götz von Berlichingen"-Filmszene: Die Belagerungsarmee des Bischofs von Bamberg / Bild: Screenshot Youtube
„Götz von Berlichingen“-Filmszene: Die Belagerungsarmee des Bischofs von Bamberg steht vor der Götzenburg / Bild: Screenshot Youtube

Das Ritterhandwerk im 16. Jahrhundert war ein hartes Brot. Überall machten sich Herzogtümer, freie Reichsstädte und reiche Bistümer breit – die schon beim kleinsten Überfall auf ihre Händler ausgesprochen beleidigt reagierten. Schnell hatte man in solche Fällen Horden von übellaunigen Panzerreitern vor dem eigenen Burgtor.

Raubritter Götz von Berlichingen, gespielt von Henning Baum („Der letzte Bulle“), passiert genau das. Der strubbelige Baum-Götz sieht aus wie Robinson Crusoe, nur halt mit Schwert, Rüstung und frecher Schnauze.
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Burg Sooneck und das Ende der Raubritter

Burg Sooneck am Mittelrhein
Burg Sooneck am Mittelrhein: Ein Wiederaufbau aus preußischer Zeit

Burgen machen selbstbewusst. Gelegentlich auch frech und gierig. Ein Beispiel waren die Herren von Hohenfels. Die sollten für die Abtei Kornelimünster die Burg Sooneck am Rhein (erste Erwähnung 1271) verwalten, die Handelswege schützen und Zoll kassieren, der der Abtei zustand.

Tatsächlich nutzten sie ihre Position auf dem Berg aber dazu aus, Zoll zu erheben und diese für sich selbst zu verwenden. Truppen des Rheinischen Städtebundes belagerten die Burg 1254, um die Raubritter in die Schranken zu weisen.

Doch die räuberischen Aktivitäten gingen auch danach weiter. Die genervten Äbte von Kornelimünster verkauften die außer Kontrolle geratene Rheinfestung 1271 schließlich an das Erzbistum Mainz.

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