Schlagwort-Archiv: Preussen

Wie miete ich ein Preußen-Schloss?


Der Mittelbau von Schloss Sanssouci / Foto: Wikipedia/Suse
Der Mittelbau von Schloss Sanssouci / Foto: Wikipedia/Suse / CC BY-SA 3.0

Der Unterhalt von Preußens Schlössern ist verdammt teuer. Daher nutzt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg auch gern stundenweise Vermietungen als zusätzliche Einnahmequelle. Eine halbe Million Euro habe das im vergangenen Jahr in die Kassen gespühlt. Tendenz steigend, sagte der Marketing-Direktor der Stiftung jetzt im Gespräch mit der Berliner Morgenpost.

Größtes Event dieser Art sei die Potsdamer Schlössernacht mit mehreren tausend Besuchern gewesen. Die Verträge, die die Schlossmieter mit der Preußen-Stiftung abschließen, sind äußerst detailiert. So sei darin beispielsweise das Ausschenken von Weißwein erlaubt, edle Tropfer der Farbe Rot seien allerdings tabu. Zu groß ist die Gefahr von Flecken auf historischem Parkett und Teppichen.

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Stadtschloss-Keller: Des Kaisers vergrabene Pyramiden


Keller des Berliner Schlosses
Keller des Berliner Schlosses

Bei den Ausschachtungsarbeiten für den Neubau des Berliner Stadtschlosses der Hohenzollern als Humboldt-Forum erlebten die Bauarbeiter eine dicke Überraschung. Etwa 1,5 Meter tief im märkisch-sandigen Untergrund stießen sie auf seltsam fremdartige Gebilde: Etwas außerhalb des alten Schlossgrundrisses legten sie schwarze Pyramidensockel von elf Metern Breite und vier Metern Höhe frei – mit flacher, durch Teerpappe abgedeckter Oberfläche.

Wollten Preußens Könige etwa in den Schlosskellern den Pharaonen nacheifern? Sollte die Spree den Nil ersetzen? Und wo war dann die Sphinx (Nofretete war ja schon da)?

Etwas größenwahnsinnig war die Idee schon, die dahintersteckte. Schließlich stammte sie von Kaiser Wilhelm II., und der war ja während seiner langen Regierung immer schnell für die ganz großen, teuren Sachen zu begeistern (Schlachtschiffe, Kolonien, mehr Schlachtschiffe…).
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Schloss und Park Sanssouci leiden unter Vandalismus


Der Mittelbau von Schloss Sanssouci / Foto: Wikipedia/Suse
Der Mittelbau von Schloss Sanssouci / Foto: Wikipedia/Suse / CC BY 3.0 DE

Bei der Verwaltung von Schloss und Park Sanssouci herrscht Ärger über Touristen aus aller Herren Länder, die ihre Spuren in der Welterbestätte hinterlassen. Sei es in Form von Kritzeleien oder Ritzereien auf Fassaden, in Marmorplatten oder Denkmälern – oder sogar durch Abbrechen von Fingern der im Park aufgestellten Statuen.

Diese werden auch gerne als Kletterhilfe missbraucht, um eine bessere Foto-Perspektive auf das Potsdamer Schloss Friedrichs des Großen zu bekommen, wo der landhungrige preußische Kriegerkönig inzwischen auch neben seinen Windspielen begraben liegt.

Hätte Grafitti gehasst: Der alte Fritz / Bild: Wikipedia / Gemälde von Anton Graff
Hätte Graffiti gehasst: Der alte Fritz / Bild: Wikipedia / Gemälde von Anton Graff

Der Vandalismus habe in den letzten Jahren zugenommen, beschwert sich ein Vertreter der Preußischen Schlösserverwaltung bei der Deutschen Presseagentur.

Eine bestimmte Altersgruppe sei bei den Hinterlassern von Spuren nicht auszumachen. Das Beseitigen der Schäden gehe mittlerweile richtig ins Geld.

Speziell Schmierereien sind bei den großen Schlössern ein Problem. Vergangene Woche kam eine entsprechende Polizeimeldung von Schloss Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern), an dessen strahlend weißer Fassade ein Sprayer große schwarze Buchstaben hinterlassen hatte.

Und hier geht’s zum dpa-Text (via Spiegel-Online): „Sanssouci: Vandalismus belastet Schloss und Park


Burg Sooneck und das Ende der Raubritter

Burg Sooneck am Mittelrhein
Burg Sooneck am Mittelrhein: Ein Wiederaufbau aus preußischer Zeit

Burgen machen selbstbewusst. Gelegentlich auch frech und gierig. Ein Beispiel waren die Herren von Hohenfels. Die sollten für die Abtei Kornelimünster die Burg Sooneck am Rhein (erste Erwähnung 1271) verwalten, die Handelswege schützen und Zoll kassieren, der der Abtei zustand.

Tatsächlich nutzten sie ihre Position auf dem Berg aber dazu aus, Zoll zu erheben und diese für sich selbst zu verwenden. Truppen des Rheinischen Städtebundes belagerten die Burg 1254, um die Raubritter in die Schranken zu weisen.

Doch die räuberischen Aktivitäten gingen auch danach weiter. Die genervten Äbte von Kornelimünster verkauften die außer Kontrolle geratene Rheinfestung 1271 schließlich an das Erzbistum Mainz.

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Schloss Babelsberg wird eingerüstet


Schloss Babelsberg / Foto: Wikipedia/PodracerHH
Schloss Babelsberg / Foto: Wikipedia/PodracerHH/CC-BY-SA-3.0

Die Fassade von Schloss Babelsberg in Potsdam soll wieder strahlen. Bis 2015 wird das Mauerwerk saniert, dann kommen die 98 Innenräume der Sommerresidenz Kaiser Wilhelms I. (1797–1888) an die Reihe. Das meldet die Stiftung Preußische Schlösser.

Die Babelsberg-Fassade bietet zurzeit einen trostlosen Anblick: Abbröckelnder Putz, Rost, ungestrichene Fenster und Türen, schwarz verfärbte Ziegel und Sandsteinflächen warten seit Jahren auf die Restaurierung. Nun werden alle Außenbauteile und die fünf Schlossterrassen instandgesetzt.

Ab 2015 soll sich das im neugotischen Stil errichtete Schloss äußerlich wieder in der kaiserzeitlichen Pracht der Zeit von 1870 bis 1890 präsentieren.

Die Gesamtkosten der Sanierung von Fassade und Terrassen liegen nach Angaben der Stiftung bei 9,7 Mio. Dabei entfallen etwa zwei Drittel auf das Gebäude und ein Drittel auf die Außenanlagen.

Schloss und Park Babelsberg wurden ab 1833 für den preußischen Prinzen Wilhelm und seine Gattin Augusta von Sachsen-Weimar angelegt. 50 Jahre lang erholte sich das spätere Königs- und Kaiserpaar dort im Sommer vom stressigen Luxusleben bei Hofe. Heute ist die Anlage Teil der Unesco-Welterbestätte „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“.

Der erste Bauabschnitt wurde 1835 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel fertig gestellt. Von 1844 bis 1849 fand eine Erweiterung des Bauwerks statt.

Schinkels Schüler Ludwig Persius und Johann Heinrich Strack hatten dabei den ursprünglichen Entwurf auf Wunsch des Bauherren zu modifizieren. Das Kaiserpaar michte sich ständig in die Arbeit der Architekten ein und konfronierte sie häufig mit teuren Sonderwünschen.

Die Erklärung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten im Netz: „Sanierung von Schloss Babelsberg hat begonnen