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Schloss Ludwigsburg: Porzellanmanufaktur schließt nach 257 Jahren

Hat bald Seltenheitswert: Kaffeeservice "Ginkgo Biloba" / Foto: Wikipedia / Porzellanmanufaktur Ludwigsburg GmbH / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: gemeinfrei
Hat bald Seltenheitswert: Kaffeeservice „Ginkgo Biloba“ / Foto: Wikipedia / Porzellanmanufaktur Ludwigsburg GmbH / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: gemeinfrei

Aus für einen Traditionsbetrieb, bei dem diese Bezeichnung wirklich passt. Die 1758 als „Herzoglich-ächte Porcelaine-Fabrique“ gegründete Porzellanmanufaktur auf Schloss Ludwigsburg ist insolvent und macht zum Jahresende dicht. Ein Kaufinteressent konnte nicht gefunden werden.

Die verbliebenen sechs Arbeitsplätze (von früher 20) fallen weg. Zum Abschluss sind die Preise gesenkt. Aber nur leicht. Man verkauft ja keinen Polterabend-Ramsch…
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Schloss Linderhof: König Ludwigs teures Schreibzeug


So luxuriös schrieb König Ludwig II. / Foto: © Bayerische Schlösserverwaltung / Barbara Nahstoll
So luxuriös schrieb König Ludwig II. Globen dienten als Sandstreuer und Tintenfass, die Krone als Glocke fürs Personal / Foto: © Bayerische Schlösserverwaltung / Barbara Nahstoll

Schloss Linderhof / Foto: Wikipedia/Guido Radig
Das restaurierte und vervollständige Schreibzeug wird auf Schloss Linderhof gezeigt / Foto: Wikipedia/Guido Radig / Lizenz: CC BY SA 3.0

Womit unterschreibt ein Märchenkönig in seinem Schloss wichtige Weisungen? Bayerns Ludwig II. war ein Füllfederhalter dafür viel zu gewöhnlich. Der König orderte daher in der Meissner Porzellan-Manufaktur im befreundeten Königreich Sachsen das damals vermutlich teuerste Schreibzeug der Welt.

Das Porzellanset hat sich zwar auf Schloss Linderhof erhalten. Doch leider stahlen Unbekannte vor 20 Jahren wichtige Teile. Ein traurieger Anblick. Erst jetzt konnte das Stück wieder komplettiert werden.

Es ist frisch jetzt restauriert auf Ludwigs kleinsten Schloss, Schloss Linderhof, zu sehen.
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Die Industrialisierung: Als Burgen zu Fabriken wurden


Mittelalter und industrielle Revolution sind eine ziemlich verrückte Mischung, wie man nicht erst seit Mark Twains Yankee an König Arthurs Hof weiß.

Kaum etwas passt so wenig zusammen wie das Zeitalter der alten Rittersleut auf ihren turmbewehrten Burgen, deren fortschrittlichstes Werkzeug der menschenbetriebene Drehkran war, zur Ära der rauchenden Schlote und der beginnenden Massenproduktion.

Und doch zogen diverse Unternehmer im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts ihre Fabriken ausgerechnet in alten Burgen und Schlössern hoch, ohne die leiseste Rücksicht auf die historische Bausubstanz zu nehmen.
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