Schlagwort-Archiv: Pfälzer Erbfolgekrieg

Burg Metternich an der Mosel – von den Franzosen enteignet

Staatskanzler Fürst Metternicht - zeitweise Burgenbesitzer an der Mosel / Bild: Wikipedia/gemeinfrei
Staatskanzler Fürst Metternich – zeitweise Burgenbesitzer an der Mosel / Bild: Wikipedia/gemeinfrei / Foto oben: Burg Metternich / Foto: Burgerbe.de

Während der österreichische Staatskanzler Klemens Wenzel Lothar von Metternich auf dem Wiener Kongress an der Nachkriegsordnung Europas feilte, dürfte er gelegentlich wehmütig an die Mosel gedacht – und sich dabei ordentlich über die Franzosen geärgert haben.

Über dem Moseldorf Beilstein hatte seine Familie 160 Jahre lang eine veritable Burg besessen. Ein großzügiger Bau (80 x 50 Meter groß), beste Aussicht und Lage, mildes Klima und gute Schiffsanbindung mit 25 Meter hohem Zwinger. Und dann die Nähe zu den örtlichen Winzern…
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Schloss Ettlingen: Die Witwe des Türkenlouis liebte es prächtig


Ettlingen: Proben für die Schlossfestspiele

Viele Städte sind mächtig stolz auf ihre Schloss- und Burgfestspiele. Das können sie auch sein, denn aus kleinen Laienspiel-Aufführungen sind mit den Jahren Groß-Events mit Profi-Schauspielern und zehntausenden Besuchern geworden, z.B. bei den Schlossfestspielen in Neersen.

Ich war nun am Wochenende im schönen badischen Ettlingen bei Karlsruhe, und da gibt es ein sehr schön restauriertes Markgräfliches Schloss (mit schmucker Barockfassade) und – erraten – Schlossfestspiele.

Auf dem Programm stehen das Musical „The scarlet Pimpernel“ und der bei Schlossfestivals, um die Kultur-Quote zu erfüllen, offenbar gänzlich unverzichtbare Shakespeare: In diesem Fall „Viel Lärm um nichts“. Was ich von den Proben im Schlosshof mitbekommen habe, klang schon recht viel versprechend.
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Burg Nideggen: Gefängnis zweier Erzbischöfe


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Burg Nideggen an Ostern im Schneegestöber / Foto: Burgerbe.de / Luftbild: Wikipedia / Wolkenkratzer / CC-BY-SA 4.0

Wenn die Besitzer „uneinnehmbarer Festungen“ nicht mit der Zeit gingen und auf neue Waffensysteme reagierten, wurden sie irgendwann zur leichten Beute von Eroberern. Burg Nideggen ist ein schönes Beispiel.

1177 legte Wilhelm II., Graf von Jülich, auf einem Eifel-Hügel den Grundstein zum Bergfried, den „Jenseitsturm“. Es entstand eine mächtige Anlage, die im Mittelalter als uneinnehmbar galt.

Die Burg an einem wichtigen Handelsweg sollte das Jülicher Gebiet gegen das der Kölner Erzbischöfe sichern. Die betrachteten das Erstarken ihrer Nachbarn misstrauisch und lagen mit ihnen im Dauer-Clinch.

Nachdem es den (kaisertreuen) Jülichern 1242, bei der Schlacht von Lechenich gelungen war, den (gegen den Kaiser opponierenden) Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden in ihre Gewalt zu bringen, war es nur folgerichtig, dass sie den Kirchenfürst im Kerker des Jenseitsturms festhielten. Neun Monate lang.

Dann kaufte sich der Bischof, einer der mächtigsten Männer des Reiches, durch eine horrende Summe frei.
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Soll das Heidelberger Schloss wieder aufgebaut werden?


 Ottheinrichbau (1556, erstes Renaissance-Bauwerk auf deutschem Boden) Foto: Meins / Foto oben: Digitale Rekonstruktion des Schlosses im Bauzustand von 1683 durch Julian Hanschke / Foto: KIT
Ottheinrichbau (1556, erstes Renaissance-Bauwerk auf deutschem Boden) Foto: Meins / Foto oben: Digitale Rekonstruktion des Schlosses im Bauzustand von 1683 durch Julian Hanschke / Foto: KIT

Die Frage stammt aus dem späten 19. Jahrhundert, als sich Prinzen und Magnaten die gute alte Ritterzeit durch historisiernde Rekonstruktionen herbeizubauen trachteten. Warum nicht auch in Heidelberg?

Wie das in Deutschland nun mal so ist: Es wird lange geredet und am Ende entscheidet ein Arbeitskreis.

Nach 22-jähriger Diskussion stimmte ein Gremium aus Fachleuten 1890 gegen den Wiederaufbau und für den Erhalt der Ruine in ihrem damaligen Zustand. Nur der weitgehend erhaltene Friedrichbau wurde wieder aufgebaut.

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Kaiserpfalz Kaiserswerth: Erzbischof entführt jungen König

Die Kaiserpfalz Kaiserswerth am Rhein im Norden von Düsseldorf
Die Kaiserpfalz Kaiserswerth am Rhein im Norden von Düsseldorf

Die beschauliche Ruine der Kaiserpfalz im Norden von Düsseldorf war vor gut 950 Jahren Schauplatz eines unblutigen Staatsstreichs. Das ganze ähnelte dem Setting eines Actionfilms.

Der minderjährige König Heinrich IV. (der spätere Canossa-Heinrich) weilte im April 1062 zusammen mit seiner Mutter in der damals neu errichteten Pfalz auf einer Rheininsel.

Gerade war ein Festmahl mit dem Kölner Erzbischof Anno II. zu Ende gegangen. Der Bischof hatte ein prächtiges Schiff direkt an der Burg anlegen lassen, und dem zwölfjährigen König davon vorgeschwärmt.

Der junge Salier war natürlich neugierig, das Gefährt näher in Augenschein zu nehmen. Man ging an Bord, und die Dramatik entfaltete sich.
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