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Barockschloss Wechselburg verfällt


Schloss Wechselburg verfällt / Foto: Wikipedia / User:Kolossos / CC-BY-SA-3.0
Schloss Wechselburg verfällt / Foto: Wikipedia / User:Kolossos / CC-BY-SA-3.0

Die Liste der zwischen Ostsee und Erzgebirge verfallenden Schlösser ist lang. Wenn mir mal langweilig ist, versuche ich bei Gelegenheit, sie runterzuschreiben. Einen sicheren Platz in der Aufzählung des vor sich hin rottenden Kulturguts hat das seit Jahren leer stehende sächsische Schloss Wechselburg, nicht weit vom aufwendig restaurierten Schloss Rochlitz entfernt.

Ein Plan, den einstigen Prachtbau wieder aufzumöbeln, liegt fertig in der Schublade. Dazu müssten allerdings Land Sachsen, Bistum Meißen, Kloster Ettal und der Landkreis Mittelsachsen finanziell an einem Strang ziehen.
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Schloss Grimma: „Sachsens Geburtshaus“ stand unter Wasser

Das Schloss in Grimma während der Sanierung / Foto: Wikipedia/z Thomas
Das Schloss in Grimma während der Sanierung / Foto: Wikipedia/z Thomas/CC BY-SA 3.0

Es ist ein Trauerspiel: Die über die Ufer getretene Mulde beschädigt weiter historische Bausubstanz in Sachsen. Das erst 2012 nach Hochwasserschäden für 14,5 Millionen Euro fertig sanierte Schloss in Grimma, das „Geburtshaus Sachsens“, steht erneut 80 Zentimeter hoch unter Wasser und ist auch außen komplett umspült. Der Schaden dürfte immens sein. Das meldet die Deutsche Presse-Agentur.

Das dortige Amtgericht in der Klosterstraße 9 ist zurzeit „wegen Überflutung“ geschlossen. Verhandlungen finden nach Auskunft des Justizministeriums in einem anderen Gebäude an der Leipziger Straße 91 statt.

Das Schloss wurde im Jahr 1200 zuerst erwähnt. Die Wettiner bauten es im 15. Jahrhundert zu einer ihrer Residenzen aus. Als „Geburtshaus Sachsens“ wird das Schloss bezeichnet, weil der spätere Herzog von Sachsen und Begründer der albertinischen Linie des Königshauses Wettin, Albrecht der Beherzte, im Jahr 1443 im Schloss Grimma geboren worden war.

Im Schloss werden heute 2.500 Quadratmeter durch das Amtsgericht Grimma und die Staatsanwaltschaft Leipzig, Außenstelle Grimma, genutzt. Das Schloss war bereits durch das Hochwasser 2002 stark beschädigt worden und musste deswegen für besagte 14,5 Millionen Euro saniert werden.

Um die alten Mauern gegen Hochwasser widerstandsfähig zu machen, ist die Schlossfassade mit Schlämmen abgedichtet worden. Nun wird man sehen, ob das geholfen hat. Außerdem wurde eine unterirdische „Dichtwand“ eingezogen, die das Eindringen von hochgepresstem Grundwasser verhindert sollte.

Hier geht es zur kurzen Meldung der dpa (via Freie Presse): „Amtsgericht im historischen Schloss Grimma vollgelaufen

Nachtrag 6.6.2013: Die Flut in Grimma ist abgelaufen, die Schäden werden gerade sichtbar. Nach Angaben der Stadt haben sich etwa 15.000 Kubikmeter Müll angesammelt.

Jetzt wird im Ort diskutiert, ob es gerechtfertigt war, dass Bürgerproteste den 40 Millionen Euro teuren Bau von Spundwänden an der Mulden-Seite der Altstadt jahrelang aufgehalten haben. Die Wände werden erst in vier Jahren völlig fertig sein. Sie sollen Grimma dann vor Hochwassern, die statistisch alle 100 Jahre zu erwarten sind, schützen.

Mehr dazu in einem Artikel von Heike Baldauf bei Spiegel Online: „Die Flut kommt vier Jahre zu früh

Hier ein Video, das die Gewalt des nach Grimma einströmenden Wassers zeigt. Auch das Schloss ist zu sehen.

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Burg Düben: Abwasser-Fontäne setzt Teile der Stadt unter Wasser

Der Bergfried von Burg Düben / Foto: Wikipedia/Alma
Der Bergfried von Burg Düben / Foto: Wikipedia/Alma/CC BY-SA 3.0

Durch das extreme Hochwasser der sächsischen Mulde ist eine Abwasserleitung im Garten der Burg Düben nördlich von Leipzig geplatzt. Nach Angaben der Leipziger Volkszeitung hatte das eine vier Meter hohe Abwasser-Fontäne zur Folge.

Diese setzte innerhalb kurzer Zeit den Burggarten und Teile der Stadt Bad Düben unter Wasser. Anwohner fürchteten schon, die Mulde habe die Spundwände eingedrückt und erhgieße sich in die Stadt. Doch der Hochwasserschutz hielt.

Die Polizei setzte sofort Pumpen ein, die ohnehin bereit standen. Am Abend waren  150 Freiwillige im Einsatz, die die Stadt mit Sandsäcken weiter gegen das Mulde-Hochwasser sicherten.

Um die Brücke in der Nähe der Burg in ihrer Verankerung zu halten, wurden darauf über Nacht zwei 40 Tonnen schwere Laster abgestellt. Inzwischen hat das Hochwasser seinen Scheitelpunkt überschritten. Der Pegel der Mulde geht bereits wieder stark zurück

Die einst slawische Burg Dibni an einer Furt durch die Mulde wird bereits im Jahr 981 erwähnt. Der heutige Bergfried wurde dann 1206 von Einwanderern aus Flandern aus Resten dieser Burg errichtet.

Sie hielt mehr als 200 Jahre, bis sie 1450 bei einer der damals üblichen Adelsfehden zwischen den Brüdern Friedrich und Wilhelm von Thüringen vollständig zerstört wurde. Doch bald folgte der Wiederaufbau als kursächsischer Verwaltungssitz.

Burg Düben: Burghof und Burgwärterhaus / Foto: Wikipedia/Alma
Burg Düben: Burghof und Burgwärterhaus / Foto: Wikipedia/Alma/CC BY-SA 3.0

Die unscheinbare Burg hatte einige prominente Bewohner und Besucher: Philipp Melanchthon junior war hier im Jahr 1554 der örtliche Amtsvorsteher. Während des Dreißigjährigen Krieges schaute Schwedenkönig Gustav Adolf vorbei, während des Siebenjährigen Krieges der preußische Landräuber König Friedrich II.

Napoleon rastete im Oktober 1813 ein paar Tage im Schloss, die nach eigenem Bekunden die schlimmsten seines Lebens waren, da die politisch-militärische Lage nach Niederlage und desaströsem Rückzug der Grand Armée völlig unübersichtlich war. Wenige Tage später verlor er die Völkerschlacht bei Leipzig.

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Schloss Colditz: Kriegsgefangene bauten heimlich Segelflieger

Schloss Colditz diente im Zweiten Weltkrieg als Kriegsgefangenenlager für alliierte Offiziere

Als US-Truppen am 16. April 1945 das Offizierslager Schloss Colditz befreien, zeigen ihnen die überglücklichen Insassen ihr größtes Geheimnis: Versteckt in einer schwer zugänglichen Dachkammer des „Oflag IV-C“ liegt der fertige Bausatz eines Segelflugzeugs aus Dielen, Regalbrettern und Bettbezügen mit einer Spannweite von stolzen 9,75 Metern und einem Gewicht von 109 Kilogramm.

Seit Januar 1944 hatten 64 Gefangene unter strikter Geheimhaltung daran gearbeitet, zuletzt vier Stunden täglich. Allein 40 von ihnen dienten als Aufpasser. Auf die Idee waren britische Offiziere gekommen.

Am Tag X hätten die Flüchtlinge den Gleiter auf dem Dach des Kirchenhauses zusammengesetzt. Ihr Plan sah vor, aus Tischen eine etwa 18 Meter lange Rollbahn zu improvisieren. Seine Startgeschwindigkeit von 50 km/h sollte der Segler durch eine Art Katapult bekommen, das mit Hilfe einer an Seilen hängenden, voll beladenen Metall-Badewanne in Gang gesetzt worden wäre.
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