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Neuer Burgführer für Burg Linn erschienen

Dr. Christoph Reichmann und Karlherman Horster stellen den neuen Burgführer vor / Foto: Burgerbe.de
Dr. Christoph Reichmann (l.) und Karlherman Horster stellen den neuen Linner Burgführer vor / Foto: Burgerbe.de

Das Museum Burg Linn in Krefeld hat einen neuen 60-seitigen Burgführer veröffentlicht. Besucher können mit der Broschüre die Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert, die Vorburg, das Jagdschloss und den historischen Ortskern Linn auf eigene Faust erkunden.

Die reich bebilderte Publikation beinhaltet auch Zeichnungen, die eine schnelle Orientierung ermöglichen sollen. „Natürlich sind auch neue Erkenntnisse über die Burg eingearbeitet worden“, sagt Dr. Christoph Reichmann, Leiter des Museums Burg Linn. Der Verein „Freunde der Museen Burg Linn“ hat das Buch finanziert. Es kostet fünf Euro und ist an den Kassen des Museums erhältlich.
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Krefelder Pferdeschlitzerin: 17-Jährige legt Teilgeständnis ab / Tierschützer-Demo vor Pressekonferenz



Oberstaatsanwalt Axel Stahl erklärt neue Erkenntnisse der Behörden
Oberstaatsanwalt Axel Stahl erklärt neue Erkenntnisse der Behörden / Fotos (3): Stadt Spiegel Krefeld

UPDATE März 2014: Die Polizei weist darauf hin, dass die 2013 verurteilte Krefelderin (damals 17) definitiv NICHT für einen neuen Angriff auf ein Pferd in Moers verantwortlich ist. Sie hat ein Alibi.

Mehrere Kamerateams waren aufmarschiert, als Polizei und Staatsanwaltschaft heute Vormittag Details zum spektakulären Krefelder Tierquäler-Fall mitteilten.

Eine 17-Jährige hat inzwischen ein Teilgeständnis abgelegt: Sie gibt zu, die Köpfe eines Schafbocks und eines Zwergponys in Traar abgetrennt zu haben. Das Original eines Fotos, das einem im Mitmachbauernhof Mallewupp aufgefundenen Bekennerschreibens beilag, fand sich auf ihrem Handy.

Sie erklärte allerdings, als sie die Tiere fand, seien diese schon tot gewesen. Zu ihrem Motiv schweigt das Mädchen. Oberstaatsanwalt Axel Stahl geht davon aus, dass sie entweder alleinige Täterin oder zumindest Mittäterin ist. Ein zunächst inhaftierter Krefelder wurde inzwischen wieder freigelassen. Er hat mit den Straftaten wohl nichts zu tun.

Stahl appellierte an die Bürger, in den Sozialen Netzwerken, keine Hetzkampagnen gegen das Mädchen zu starten. Es befindet sich in der Obhut der geschockten Eltern. Ihre Identität hält die Polizei geheim. Bei einer Verurteilung drohen dem Mädchen diverse Erziehungsmaßnahmen bis hin zu Jugendhaft.

Das Medieninteresse an der Pressekonferenz im Polizeipräsidium Krefeld ist enorm
Das Medieninteresse an der Pressekonferenz im Polizeipräsidium Krefeld ist enorm

Das Mädchen hatte sich auf einen Presseaufruf hin umgehend bei der Polizei gemeldet. Sie wurde zunächst als Zeugin vernommen, weil sie um 5.20 Uhr in der Früh in der Nähe eines Tatorts gesehen worden war. Dabei verwickelte sie sich allerdings in Widersprüche, die eine zweite Vernehmung nötig machten.

Zwischen beiden Vernehmungen gab es noch einen Angriff auf ein Pferd in Moers. Beim zweiten Gespräch fanden Beamte das Foto eines der toten Tiere auf ihrem Handy. Sie gab der Polizei dann einen Tipp, wo die abgeschnittenen Tierköpfe zu finden sind.

Mittlerweile ermittelt die Polizei auch in den eigenen Reihen wegen Verrats von Dienstgeheimnissen. Es geht um Informationen zu den Ermittlungen, die die Rheinische Post exklusiv veröffentlicht hatte.

Während der Pressekonferenz demonstrierten vor dem Polizeipräsidium etwa 40 Tierfreunde, vor allem junge Mädchen. Sie forderten härtere Strafen für Tierquäler und ein Ende der Behandlung von Tieren als „Sachen“ durch das Gesetz. Organisiert hatten sie sich über Facebook.

Tierfreunde Demonstrierten während der Pressekonferenz
Tierfreunde demonstrierten während der Pressekonferenz

Auch nach der gestrigen Pressekonferenz bleiben noch viele Fragen offen: Wieso köpfte die mutmaßliche Täterin einen Schafbock und ein Pony? Warum legte sie den Pony-Kadaver mitten auf die Straße, wo er innerhalb von Minuten gefunden werden musste?

Und war die 17-Jährige zum glatten Durchschneiden der starken Halsmuskelstränge und der Wirbelsäulen beider Tiere überhaupt körperlich in der Lage – oder gibt es einen bislang unbekannten Mittäter? Das Mädchen, das zu seinem Motiv schweigt, wird nun von einem Psychologen untersucht. Es wird von einem Anwalt vertreten.

Die Polizei wartet auf die Auswertung von Faserspuren vom Tatort durch das Landeskriminalamt. Sie könnten Hinweise auf Mittäter geben oder die These der Alleintäterschaft stärken. Das tote Pony wurde am frühen Morgen des Tattags vom Tatort einige Dutzend Meter auf die Straße geschleift. Das Mädchen gab gegenüber der Polizei an, den ausblutenden Kadaver alleine am Schweif hinter sich über die Weide gezogen zu haben. Laut Polizei könnte diese Version stimmen, da das Tier etwa 55 Kilogramm wog.

Traar ist ein ländlich geprägter nördlicher Stadtteil von Krefeld - hier: Haus Traar / Foto: Wikipedia/Mgweb
Traar ist ein ländlich geprägter nördlicher Stadtteil von Krefeld – hier: Haus Traar / Foto: Wikipedia/Mgweb/CC BY 3.0 DE

Ein Zeuge hatte sie am Tatort gesehen. Aber ihm waren keine Blutspritzer an der Kleidung der 17-Jährigen aufgefallen. Das Mädchen erklärte, dass es sich nach der Tat gleich umgezogen habe.
Der Erwachsene, der zunächst in Verdacht geraten, der „Pferdeschlitzer“ zu sein und sogar in Untersuchungshaft gewandert war, ist wieder auf freiem Fuß. Er war aufgefallen, als er sich mit einem zur Schlinge geformten Gürtel morgens den Ponyweiden näherte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte er diese Situation nicht schlüssig erklären können.

Nachtrag: Nur ein paar Wochen später wurde auf einer Weide in Hüls wieder ein Schaf erstochen. Ein Mädxhen wurde beobachtet, als es mit einer Decke den Tatort verlies. Die 17-Jährige gilt laut Polizei erneut als Tatverdächtige. Sie war für di Beamten am Tattag icht anzutreffen. Offenbar wurde sie inzwischen in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.



Kolumbus‘ Matrose und die Hexe aus der Hülser Burg

Burg Hüls heute - ein sanierter, schmucker Backstein-Bau
Burg Hüls heute – ein sanierter, schmucker Backstein-Bau

Während Christoph Kolumbus in fernen Spanien seine Expedition nach „Indien“ ausrüstete, gingen die Büttel im niederrheinischen Hüls (heute ein Stadtteil von Krefeld) auf Hexenjagd.

An einem eisigen Februarmorgen des Jahres 1492 klopften die Helfer der Obrigkeit vorsichtig, denn man konnte bei diesen schwarzmagischen Geschichten ja nie wissen, aber bestimmt an die Tür der Nesgen to Range.

Gegen die Frau lag eine Anschuldigung wegen Hexerei vor. Ihr wurde vorgeworfen, beim Hülser Bauern Heinrich Plönkes Schaden herbeigehext zu haben. Die Büttel eskortierten die ihre Unschuld beteuernde Verdächtige daraufhin ins Gefängnis der Hülser Wasserburg.
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Der Alptraum von Ludwig XVI.: Arte dreht Historienfilm auf Burg Linn

Arte-Dreh im Jagdschloss/Kurfürstenzimmer: Produzentin Christel Fomm, Schauspieler Manuel Klein, Regisseur Martin Carazo-Mendez. Foto: Presseamt  Stadt Krefeld
Arte-Dreh im Jagdschloss/Kurfürstenzimmer: Produzentin Christel Fomm, Schauspieler Manuel Klein, Regisseur Martin Carazo-Mendez. Foto: Presseamt Stadt Krefeld

Der Gedanke an eine Revolution bedrückte den französischen König Ludwig XVI. noch nicht, als er in sein Tagebuch unter dem Datum 14. Juli 1789 „Nichts!“ notierte. Dass mit dem Sturm auf die Bastille in Paris seine absolute Herrschaft ein Ende finden würde, ahnte er offenbar nicht, während er an diesem Abend in seinem Bett lag und sich mutmaßlich über Misserfolge bei der Jagd ärgerte.

„Dann wird er wach und erschreckt fürchterlich“, erläutert Filmproduzentin Christel Fomm. Denn den Monarchen hat eine dunkle Vorahnung aus dem Schlaf gerissen. Diese im Jagdschloss von Burg Linn in Krefeld gedrehte Bettszene ist Teil der Arte-Dokumentation „Geliebter Feind“, die anlässlich der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags vor 50 Jahren entsteht.

Darin wird die gemeinsame Geschichte von Deutschen und Franzosen, seit der Zeit Karls des Großen bis in die Gegenwart dargestellt. Bereits im Herbst 2013 sollen die zehn jeweils 45 Minuten langen Folgen auf dem deutsch-französischen Sender und der sehr zu empfehlenden Arte-Internetseite zu sehen sein.
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Krefeld: Das Weiße Haus am Von der Leyen-Platz


Nachts wird das Krefelder Rathaus angestrahlt
Nachts wird das Krefelder Rathaus angestrahlt
Die Geschichte der Seidenbarone der Familie von-der-Leyen ist eng mit der niederrheinischen Stadt Krefeld verbunden. Das sieht man auch baulich. Conrad von der Leyen ließ seinen Baumeister Martin Ledel von 1791 bis 1794 in der Nähe des Stadtzentrums ein repräsentatives, strahlend weißes Schloss errichten.

Das säulengeschmückte Gebäude im Stil des rheinischen Klassizismus sollte bald nur noch das Stadtschloss genannt werden. Es sieht dem Weißen Haus in Washington ähnlich, ist allerdings viel größer.

Den Textilfabrikanten ging es bestens: Ihre exzellenten Beziehungen zum preußischen Staat hatten ihnen das Monopol zur Seidenherstellung für den Raum Krefeld eingebracht. Die halbe Stadt arbeitete in den Fabriken des Barons.

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