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Schloss Coucy: Mächtigster Burgturm Europas wurde 1917 gesprengt

Eine französische Postkarte zeigt den gigantischen Donjon von Coucy / Urheberrecht abgelaufen
Eine französische Postkarte zeigt den gigantischen Donjon von Coucy / Urheberrecht abgelaufen

Eine gigantische Explosion zerriss am 27. März 1917 die – relative – Stille hinter der deutschen Frontlinie in der Picardie. Ein einzigartiges Zeugnis 700-jähriger französischer Geschichte löste sich in einer gewaltigen Staubwolke in einen Berg von Gesteinstrümmern auf.

28 Tonnen Dynamit hatten deutsche Soldaten zuvor sorgfältig in den Mauern des Donjon von Chateau Coucy aufgeschichtet. So viel war nötig, um den mächtigsten Wehrturm Europas mitsamt seiner kleineren Flankierungstürme zu knacken.

Ein kulturhistorisches Kriegsverbrechen, das auch auf deutscher Seite hoch umstritten war. Keiner der Generäle der Obersten Heeresleitung wurde später dafür zur Verantwortung gezogen (diese waren ja nach dem Krieg in erster Linie damit beschäftigt, den Zivilisten die Schuld an ihrer Niederlage in die Schuhe zu schieben).

Die Wände des 54 Meter-Trumms waren mit 7,40 Meter so dick, dass ihnen keine Kanone des Spätmittelalters, der Frühen Neuzeit oder aller folgenden Kriege auch nur ansatzweise gefährlich werden konnte. Vermutlich hätte der Turm auch einem Nuklearschlag in der Nähe standgehalten.
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Haut-Koenigsbourg: Kaiser Wilhelms Hochkönigsburg

Der Eingangsbereich mit kaiserlichem Wappen
Der Eingangsbereich mit kaiserlichem Wappen

Kaiser Wilhelm II. hat den von ihm gehassten Franzosen etwas wirklich Nützliches hinterlassen: Am Ostrand der Vogesen thront die Haut-Koenigsbourg („Hohkönigsburg“ oder „Hochkönigsburg“). Was einst als trutziges Bollwerk staufischen Deutschtums im annektierten Elsass gedacht war, ist heute eines der meistbesuchten nationalen Monumente Frankreichs.

1899 hatte das elsässische Schlettstadt (Selestat) dem Monarchen die Burg geschenkt. Aus einer Ruinenlandschaft hat Burgenforscher Bodo Ebhard dann innerhalb von acht Jahren im Auftrag des mittelalterverrückten Kaisers einen Traum von einer Burg geschaffen. Wie beim Flottenbau spielte Geld übrigens keine Rolle, da Elsaß-Lothringen für einen Großteil der Kosten (zwei Millionen Goldmark) aufkam.
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