Schlagwort-Archive: Herrenhaus

Hamburger kaufen Schloss Calberwisch


Infotafel vor Schloss Calberwisch bei Osterburg / Schloss-Foto oben: Wikipedia / Nephantz! / CC BY 3.0 DE
Infotafel vor Schloss Calberwisch / Foto oben: Wikipedia / Nephantz! / CC BY 3.0 DE

Ein Hamburger Rechtsanwalt und seine Frau haben das geschichtsträchtige Schloss Calberwisch nahe des Städtchens Osterburg (Altmark) gekauft. Sie wollen Herrenhaus und Park möglichst wieder in den Urzustand versetzen, schreibt die Allgemeine Zeitung. Auch Hochzeiten sollen dort stattfinden können.

Architekten des 1875 entstandenen Herrenhauses waren immerhin Martin Gropius und Heino Schmieden (ein bewährtes Planer-Duo. Sie bauten unter anderem das Neue Gewandhaus in Leipzig, dessen Ruine die DDR 1968 abreißen ließ).

Den Auftrag erteilte Gutsbesitzer Bernhard von Jagow, Rittmeister des Potsdamer Eliteregiments Garde du Corps und Mitglied des preußischen Herrenhauses. Den Untergang seiner ständisch-kaiserlichen Welt musste von Jagow nicht mehr miterleben: Er starb 1916 auf Gut Calberwisch.
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Herrenhaus Hoyerswort und der teuflische Tanz

Das Herrenhaus Hoyerwort 1864 / Bild: gemeinfrei
Das Herrenhaus Hoyerswort 1864 / Bild: gemeinfrei

Übermütige Mädchen werden in Nordfriesland seit Generationen mit einer gruseligen Sage gepiesackt, deren Ursprung man recht genau verorten kann: An der weißen Wand eines Saals des „Eiderstedter Schlosses“ (eigentlich Herrenhaus Hoyerswort) prangt ein angeblicher Blutfleck.

Ziemlich zerlaufen, aber noch durchaus kräftig. Er ist normalerweise durch einen Wandbehang abgedeckt.

Der Fleck inspirierte die Erzählung vom „Teufel und der Tänzerin„: Darin wird von einer auf der Tanzfläche nicht mehr zu bändigenden jungen Frau erzählt. Diese sei vor 200 Jahren bei einem Fest im Herrenhaus so tanzwütig gewesen, dass sie sogar erklärte, auch einen Tanz mit dem Teufel nicht abschlagen zu wollen.
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Schlösser in Polen zu verkaufen

Schloss Sarny in Niederschlesien steht zum Verkauf / Foto: Wikipedia / Przykuta / CC-BY-SA-3.0
Schloss Sarny in Niederschlesien steht zum Verkauf / Foto: Wikipedia / Przykuta / CC-BY-SA-3.0 / Foto oben: Wikipedia / Mateusz War / CC-BY-SA 3.0

Was so ein echter ostelbischer Junker war, der hatte auf seinem Landgut auch ein schmuckes Gutshaus, am besten ein richtiges Schlösschen.

Preußische, schlesische und polnische Adelsfamilien standen sich in Puncto Prunk in nichts nach, zumal die Grenze zwischen 1750 und 1945 ja mehrfach hin und herwanderte. Mit dem Einmarsch der Roten Armee 1945 war es dann aus mit der Junker-Herrlichkeit.

Doch viele der herrschaftlichen Schlösser, Burgen und Gutshäuser stehen heute noch – und werden zum Problem: In Sachsen-Anhalt und Brandenburg ebenso wie in Polen.

Eine Folge davon: Die polnische Regierung sucht nach Informationen des Wall Street Journal finanzkräftige Interessenten für die Herrenhäuser enteigneter Rittergüter, die noch im Besitz des Landwirschaftsministeriums sind.

30 dieser einstigen Adelssitze stehen zurzeit zum Verkauf, weitere 140 werden für die Veräußerung vorbereitet. 20 Gutshäuser seien 2013 bereits verkauft worden, schreibt die Zeitung unter Berufung auf das Ministerium.


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Schloss Ludwigsthal: Herrenhaus des Glasbarons ist saniert



Schloss Ludwigstal während der Sanierung / Foto: Wikipedia/Konrad Lackerbeck, CC-BY-SA-3.0
Schloss Ludwigstal während der Sanierung / Foto: Wikipedia/Konrad Lackerbeck/CC BY 3.0 DE

So ein bayerischer Glashüttenbesitzer will auch standesgemäß wohnen. Am besten im eigenen Schloss. Im Jahr 1826 hatte sich Georg Christoph Abele einen solchen frühen Industriebetrieb zur Produktion von grünem Spiegelglas in den Bayerischen Wald gesetzt.

Die Fäden zog der Hüttenherr im Herrenhaus, Schloss Ludwigsthal nahe Zwiesel. Wie der ganze entstehende Ort wurde das repräsentative Gebäude nach dem bayerischen König Ludwig I. benannt. Gut 150 Jahre lang wurde hier Glas produziert, erst 1981 schloss die Hütte und verfiel. Unter der Schneelast des Winters 2006 stürzte sogar das Dach des Fabrikgebäudes ein.

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DDR contra Burgen, Schlösser, Herrenhäuser: Politik mit TNT

Grenzstein an der Innerdeutschen Grenze / Foto: Wikipedia / Andreas Praefcke / CC BY-SA 2.5 / Bild oben: Abriss des Berliner Stadtschlosses 1950 / Bundesarchiv, Bild 183-08103-0025 / Köhler, Gustav / CC-BY-SA 3.0

Es ist schon zynisch, wenn historische Gebäude, die den Dreißigjährigen Krieg, Einmarsch und anschließende Vertreibung der napoleonischen Truppen und die Feuerstürme des Bombenkriegs überstanden haben, anschließend im „Arbeiter und Bauernstaat“ gesprengt oder abgetragen wurden.
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