Schlagwort-Archiv: Heinrich IV.

Was wurde eigentlich aus Burg Canossa?


Die Ruine von Burg Canossa am Rand des Appenin / Fotos: Burgerbe.de
Die Ruine von Burg Canossa am Rande des Appenin / Fotos: Burgerbe.de

Barfuß und im Büßerhemd stapfte der König Heinrich IV. am 25. Januar 1077 den verschneiten Weg zur Burg Canossa hinauf und zeigte sich stundenlang reumütig. Drinnen wärmte sich Papst Gregor VII. am prasselnden Kaminfeuer und verfluchte den Investiturstreit, der ihn in diese zugige Einöde getrieben hatte.

Der Kirchenfürst dürfte erleichtert gewesen sein, dass der 26-jährige König und spätere Kaiser keine Belagerung versuchte, und unschlüssig, was er nun tun sollte. Erstmal reagierte er gar nicht auf das Klopfen des unter Kirchenbann stehenden Monarchen.
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Ausgrabung der Holzburg Niendorf: Blick in die Zeit des Sachsenkriegs


Die Motte von Guedelon
Nachbau des Turms einer Holzburg (Motte) in Guédelon / Foto: Burgerbe.de

Der Sachsenkrieg Heinrichs IV. 1073 bis 1075 war eine unschöne Angelegenheit. Der König hatte aus der Bevölkerung am Harz ein Maximum an Steuern herausgepresst, u.a. um seinen prunkvollen Hof in Goslar unterhalten zu können. Heinrich hatte rund um den Harz Burgen angelegt, um seine Ländereien zu schützen und sie mit seinen schwäbischen Landsleuten besetzt. Für die Sachsen eine Provokation. Das Ganze eskalierte schließlich im sogenannten Sachsenaufstand.

2010 entdeckten Archäologen in einem Moorbereich an der Ohre in Haldensleben Spuren dieses Konflikts: die bemerkenswert gut erhaltenen Überreste der mittelalterlichen Holzburg Niendorf aus dem 11. Jahrhundert. Danach wurde die eindrucksvolle Befestigungsanlage auf dem etwa fünf Hektar großen Grabungsareal auf einem Firmengelände ganz freigelegt.
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Kaiserpfalz Kaiserswerth: Erzbischof entführt jungen König

Die Kaiserpfalz Kaiserswerth am Rhein im Norden von Düsseldorf
Die Kaiserpfalz Kaiserswerth am Rhein im Norden von Düsseldorf

Die beschauliche Ruine der Kaiserpfalz im Norden von Düsseldorf war vor gut 950 Jahren Schauplatz eines unblutigen Staatsstreichs. Das ganze ähnelte dem Setting eines Actionfilms.

Der minderjährige König Heinrich IV. (der spätere Canossa-Heinrich) weilte im April 1062 zusammen mit seiner Mutter in der damals neu errichteten Pfalz auf einer Rheininsel.

Gerade war ein Festmahl mit dem Kölner Erzbischof Anno II. zu Ende gegangen. Der Bischof hatte ein prächtiges Schiff direkt an der Burg anlegen lassen, und dem zwölfjährigen König davon vorgeschwärmt.

Der junge Salier war natürlich neugierig, das Gefährt näher in Augenschein zu nehmen. Man ging an Bord, und die Dramatik entfaltete sich.
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