Schlagwort-Archive: Grabung

Holsterburg-Grabung: Archäologen ziehen Bilanz

Echte Raritäten: Brettspielsteine für Mühle und Backgammon zeugen vom Zeitvertreib der mittelalterlichen Bewohner der Holsterburg. Foto: LWL/Brentführer / Foto oben: Die Holsterburg am Ende der aktuellen Grabungssaison aus der Vogelperspektive. Foto: LWL/Welp
Echte Raritäten: Brettspielsteine für Mühle und Backgammon zeugen vom Zeitvertreib der mittelalterlichen Bewohner der Holsterburg / Foto: LWL/Brentführer / Foto oben: Die Holsterburg am Ende der aktuellen Grabungssaison aus der Vogelperspektive.
Foto: LWL/Welp

Die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben Bilanz ihrer 2015er Grabungen auf der Holsterburg bei Warburg gezogen.

Sie gingen dem Innenleben der Burg ebenso auf den Grund wie ihrem Unterbau, der Landschaft, in die sie eingebettet war und dem Alltagsleben, das sich in den verwinkelten Räumen des achteckigen(!) Bauwerks im Hochmittelalter entfaltete.

Auf Äußerlichkeiten haben die Bewohner Wert gelegt, wenn sie sich mit einem hübsch verzierten Knochenkamm zurecht machten oder mit schönen Glasperlen schmückten.
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Burg Wahrenholz-Grabung: Die Spur der Christen-Miliz


Lageplan der Überreste von Burg Wahrenholz, die Anfang des 20. Jahrhunderts noch sichtbar waren / Foto: gemeinfrei
Lageplan der Überreste von Burg Wahrenholz, die Anfang des 20. Jahrhunderts noch sichtbar waren / Foto: gemeinfrei

Das östliche Niedersachsen um das Jahr 1000: Eine ungemütliche Zeit. Scharmützel zwischen christlichen und heidnisch-slawischen Milizen örtlicher Warlords waren an der Tagesordnung.

Und US-Soldaten als Weltpolizisten liefen auch keine herum. Nordamerikaner feierten damals lieber zuhause Gelage mit dem zarten Fleisch fetter Prärie-Bisons.

In dieser misslichen Lage fanden die Einheimischen auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsen angesichts der ständig auftauchenden Feinde Zuflucht in runden Wallanlagen. Man darf sich da jetzt keine massige Granit-Burg vorstellen: Die Befestigungen bestanden aus Holz und Lehm und einem tiefen Graben.

Wie das aussah, kann man am Nachbau der Slawenburg Raddusch in der Niederlausitz sehen.
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Varel: Auf dem Schlossplatz wird gebuddelt

Schloss Varel im Modell: So soll es ausgesehen haben / Bild: Public Domain
Schloss Varel im Modell: So soll es ausgesehen haben. Heute steht nur noch die Kirche  / Bild: Public Domain

An das einstige Residenzschloss in Varel erinnern nur noch die Schlosskirche und der Name „Schlossplatz“. Das Gebäude selbst war bis 1870 wegen Baufälligkeit abgerissen und durch einen Platz mit Kriegerdenkmal ersetzt worden.

Nun soll der Platz umgestaltet werden. Das hat zu einer Grabung nach den Grundmauern des Schlosses geführt, die sind nämlich immer noch da. Und zwischen den Fundamenten könnten sich noch einige Relikte höfischen Lebens finden.

Denn Schloss Varel entstand zwischen 1656 und 1659 als Residenz für Anton von Aldenburg aus dem einstigen Witwensitz der Oldenburger Gräfinnen. Der uneheliche Sohn des Herzogs von Oldenburg war von seinem Vater unter ziemlichem Aufwand beim Kaiser legitimiert worden und trat hier schließlich dessen Erbe an.
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Schloss Kannawurf: Grabung nach Renaissance-Garten


Schlossherren der Renaissance und des Barock waren oft auch Gartenfreunde. Schließlich bringt großzügiger, symetrischer Schmuck aus Blumen, Wegen und Wasserläufen so ein prächtig-verspieltes Gebäude erst richtig zur Geltung.

Und wenn es gerade keine dringenden Regierungsgeschäfte zu erledigen gibt, kann man mit der Liebsten nach Herzenslust lustwandeln. Heute sind gelegentlich Archäologen solchen Gärten auf der Spur…

So ist das jetzt auch bei einer Grabung auf dem Gelände von Schloss Kannawurf in Thüringen, dessen Renaissance-Garten bis 2016 wieder erstehen soll. Dazu muss man aber erstmal wissen, wie er überhaupt ausgesehen hat. (Foto: Wikipedia / Michael Sander / CC BY 3.0 DE)
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Gang unter Burg Stargard entdeckt

Bergfried von Burg Stargard / Foto: Wikipedia / Niteshift (talk) /
Bergfried von Burg Stargard / Foto: Wikipedia   Niteshift (talk) / CC BY 3.0 DE

Wieder ein (mehr oder weniger) geheimnisvoller Gang, der unerwartet unter einer Burg auftaucht: Bei der Sanierung des „Schöpfgangs“ von Burg Stargard an der Mecklenburger Seenplatte sind Arbeiter wenige Meter daneben auf einen bislang unbekannten Gang mit Keramikscherben gestoßen. Das meldet der Nordkurier.

Die 300.000 Euro teure Sanierung des Schöpfgangs, der unter der Burgmauer hindurchführt und Park und Burghof verbindet, ist nun erstmal gestoppt. Archäologen sind jetzt mit der Sicherung des neu entdeckten Stollens beschäftigt, von dem nicht klar ist, wohin er führt.
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