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Schloss Reinhardsbrunn: Thüringen prüft Enteignung


Schloss Reinhardsbrunn in Thüringen wird zum Alptraum für Denkmalschützer / Foto: Wikipedia/Michael Sander
Schloss Reinhardsbrunn in Thüringen wird zum Alptraum für Denkmalschützer / Foto: Wikipedia / Michael Sander / Lizenz: CC BY 3.0 DE

Der Ärger um das zusehends verfallende „Frustschloss Reinhardsbrunn“ geht in die nächste Runde: Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) lässt die Enteignung des Schlosses prüfen.

Die thüringischen Behörden erstellen dazu gerade ein Gutachten, das in wenigen Wochen vorliegen soll. Das meldet die Presseagentur dpa.

Der Versuch der Enteignung eines russischen(!) Schlossbesitzers (vertreten durch eine Hamburger Consultingfirma mit Geschäftsführer aus der russischen Föderation) wäre deutschlandweit meines Wissens einmalig und dürfte für diplomatische Irritationen sorgen. Er könnte auch richtig teuer werden, da auf dem zuletzt für 150.000 Euro verkauften Schloss inzwischen wundersamerweise eine 10-Millionen-Euro-Hypothek lasten soll.

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Schloss Burgk: Hat der Landkreis zu lange gewartet?


Schloss Burgk: Wehranlage mit Rotem Turm / Foto: Zacke82 / CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0
Schloss Burgk: Wehranlage mit Rotem Turm / Foto: Zacke82 CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0

Die Zeit drängt: 20 Jahre lang hat das Ausgleichsgesetz dem Schlossmuseum Burgk ein Nießbrauchsrecht für Gegenstände eingeräumt, die während der sowjetischen Besatzungszeit enteignet worden waren: Möbel, Geschirr, Bilder,  Rüstungen, etc. – Zeit genug, um mit den Nachfahren der früheren adeligen Besitzer zu einer Einigung zu kommen.

Doch während die Bestände in Gotha, Weimar und Meiningen dauerhaft gesichert wurden, passierte das auf Schloss Burgk nicht. Nun gibt es massive Rückforderungen der Adels-Nachfahren – und die vom MDR genährte Spekulation, dass der Saale-Orla-Kreis zu lange mit den Verhandlungen gewartet haben könnte…
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Schloss Bronnen: Schwäbischer Spuk schreckt Nazi-Führerin


Schloss Bronnen hoch über der Donau / Foto: Wikipedia/Zollernalb/Category:CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0
Schloss Bronnen hoch über der Donau / Foto: Wikipedia/Zollernalb/CC-BY-SA-3.0 / Foto oben: Wolle51 / CC-BY-SA 3.0

Die steilen Kalksteinfelsen der Schwäbischen Alb sind eine 1a-Lage für Burgen. Hier finden sich so fotogene Anlagen wie Schloss Lichtenstein, die Burgen Wildenstein und Teck oder Schloss Werenwag.

Dazu gehört auch Schloss Bronnen: Nur über eine Brücke zu erreichen und somit in früheren Zeiten quasi uneinnehmbar. Eine Burg mit inzwischen 900-jähriger Geschichte (leider nicht zu besichtigen, da in Privatbesitz).
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Räumen Adels-Nachfahren Schloss Burgk aus?

Schloss Burgk an der Saale / Foto: Wikipedia / Geisler Martin / CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0
Schloss Burgk an der Saale / Foto: Wikipedia / Geisler Martin Lizenz: CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0

In diversen mitteldeutschen Burgmuseen setzt das Zittern ein: Werden Nachfahren der von den Sowjets zwischen 1945 und 1949 vertriebenen Schlossbesitzer jetzt Lkw-Ladungsweise die mittelalterlichen Möbel, Silberbestecke und das Folterkammer-Equipment zurückfordern, um damit den Antiquitätenmarkt zu fluten?

Eine leider gar nicht so abwegige Vermutung. Denn das Ausgleichsleistungsgesetz von 1994 spricht den Erben der enteigneten Burg- und Schlossherrn zwar keinen Grundbesitz, aber die beweglichen Teile des alten Familienbesitzes zu.

Ein konkretes Beispiel läuft gerade im thüringischen Schloss Burgk ab. Und es dürfte Schule machen.
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Bulgariens Ex-Zar Simeon will Schlösser zurück

Will das königliche Erbe zurück: Simeon II. von Bulgarien / Foto: Wikipedia / Nadya Reid / Attribution-Share Alike 2.0
Will das königliche Erbe zurück: Simeon II. von Bulgarien / Foto: Wikipedia / Nadya Reid / Attribution-Share Alike 2.0

Wenn Herrscherhäuser durch Revolutionen oder fremde Armeen vertrieben werden, bleibt die Frage: Wem gehören die verlassenen Schlösser, Burgen und die sie umgebenden Ländereien, die die Fürsten durch jahrhundertelanges Auspressen der Bevölkerung angesammelt haben?

In Deutschland war das speziell nach dem Ersten Weltkrieg ein Reizthema und führte 1926 zum Volksentscheid zur Fürstenenteignung. Der scheiterte trotz einer ziemlich modernen PR-Kampagne von KPD und SPD („Keinen Pfennig den Fürsten – Sie sollen stempeln gehen“).

Zu den Hintergründen siehe Wikipedia. Die Hals über Kopf geflüchteten Herrscherhäuser konnten danach – einige auch wieder nach dem Zweiten Weltkrieg – mit erheblichen Abfindungen rechnen und zählen heute zu den reichsten Familien des Landes.

Bulgarien steht nun vor einem ähnlichen Problem.
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