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CSU-Stadtrat schlägt vor: Flüchtlinge auf Schloss Nymphenburg


Schloss Nymphenburg / Foto: Wikipedia / Richard Bartz / CC-BY-SA 2.5 / Foto oben: Rufus46 / CC-BY-SA 3.0
Schloss Nymphenburg / Foto: Wikipedia / Richard Bartz / CC-BY-SA 2.5 / Foto oben: Rufus46 / CC-BY-SA 3.0

Der Nymphenburger Stadtrat Marian Offman (CSU) hat sich bundesweit bekannt gemacht, indem er sich an einen Vorschlag aus einem Kunstprojekt für Flüchtlinge anhängte.

Die Idee: Ein Teil der Flüchtlinge, die der bayerischen Landeshauptstadt zugeteilt werden, sollten statt in Zelten doch besser in einem leerstehenden Trakt von Schloss Nymphenburg untergebracht werden.

Offmann schlägt vor, den denkmalgeschützten nördlichen Trakt des Barockschlosses zur Maria-Ward-Straße hin für alleinstehende Frauen mit Kindern zu öffnen. Dort war zuvor das das Institut für Mikrobiologie der Universität München untergebracht
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US-Übungsplatz Hohenfels: Kein Zutritt zur Hohenburg


Warnschild vor Truppenübungsplatz / Foto: Wikipedia / Fiorellino / CC BY 3.0 DE
Warnschild vor Truppenübungsplatz / Foto: Wikipedia / Fiorellino / CC BY 3.0 DE / Foto oben: Die Hohenburg / gemeinfrei

Raversdorf und Kittensee sind heiß umkämpft. Und das ständig. Auf dem bayerischen Truppenübungsplatz Hohenfels üben Einheiten der US Army, wie Autokonvois sich am besten durch die engen Gassen von Oberpfälzer Dörfern kämpfen, in deren malerischen Häuschen und Vorgärten sich bis an die Zähne bewaffnete feindliche Truppen verschanzt haben. Manchmal dürfen auch Nato-Partner mitspielen.

Das unter US-Kontrolle stehende Hohenfels-Areal ist einer der größten Truppenübungsplätze Deutschlands – er hat sogar eine eigene Burgruine: Die 1000 Jahre alte Hohenburg am nordöstlichen Rand der Anlage. Öffentlich zugänglich ist sie natürlich nicht.
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Wenn Politiker Burgen besuchen: PR mit historischen Gemäuern

Staatstragend: CSU-Besuch auf Burg Veldenstein.
Staatstragend: CSU-Besuch auf Burg Veldenstein.

Parteien und Burgen: Das ist so eine Sache. Mit dem hohen Symbolwert alter Gemäuer lässt sich ja prima Politik machen. Fotos grinsender Abgeordneter, die die Bedeutung der historischen Stätten betonen, und sich für die Übergabe von Mini-Beträgen aus Steuergeld feiern lassen, füllen die Gazetten. Kaum sind die Fotografen abgezogen, ist der Vollblutpolitiker schon zum zur nächsten Imagepflegetermin unterwegs und der Erhalt der Burg vergessen.

Besonders peinlich ist das Theater, dass die CSU auf den staatlich-bayerischen Burgen so treibt (Wahlkampf mit der Nürnberger Burg, Flaggenstreit). Schon die Ankündigung der Prüfung des Einbaus eines Starkstromanschlusses ist der parteieigenen Hofberichterstattung einen langen Artikel über die segensreichen Aktivitäten der „politischen Verantwortungsträger“ mit dem obligatorischen Gruppenfoto wert.

Auch bei der FDP weiß man, wie man sich mit symbolischem finanziellen Aufwand als Burgenfreund profilieren kann. Dem liberale sächsischen Landtagsabeordnete Holger Zastrow gelang es, sich in der Sächsischen Zeitung dafür würdigen zu lassen, dass er auf Burg Mildenstein die neue nächtliche Burgbeleuchtung eingeschaltet habe.

Hintergrund: Der parteinahe Verein „FDP hilft“, dessen Vorsitzender Zastrow ist,  spendet dem Projekt stolze 660 Euro (in Sachsen wird übrigens im nächsten Jahr gewählt). Zastrows Auftritt dürfte die sächsische Landtags-CDU ärgern, die schon mal gerne im Rittersaal der Burg tagt.

SPD-Generalsekretärin Angela Nahles auf Burg Bischofstein
SPD-Generalsekretärin Angela Nahles auf Burg Bischofstein

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles zeigt, wie man effektive Pressearbeit mit Burgen im Hintergrund macht. Bei ihrer „Sommerreise 2012″ besuchte sie gleich zwei Burgen: Bischofstein (Mosel) und Olbrück.

Vor Fotografen und laufender Kamera freute sich die Bundestagsabgeordnete, dass die auch von ihr geforderten Fördermittel für die Dachstuhlsanierung von Burg Bischofstein nun fließen. Der Förderverein von Burg Olbrück übergab dem hohen Gast eine edlen Tropfen. Bericht und Fotos auf der Seite von Andrea Nahles. Man darf gespannt sein, ob Frau Nahles sich auch für die nun anstehenden, weiteren aufwendigen Sanierungsmaßnahmen einsetzen wird.

Fazit: Engagegment, auch von Bundespolitikern ist an sich eine gute Sache, darf aber nictht zum reinen PR-Termin werden und sich im Burgfoto und dem Brief an den zuständigen Fachminister erschöpfen. Wichtig ist kontinuierliche Unterstützung und Rückendeckung für die Eigentümer, Betreiber und Fördervereine der historischen Gebäude. Das sind nämlich die Leute, die mit viel zu geringen Mitteln bei der endlosen Arbeit sind, das Burgerbe zu erhalten – und dafür zu sorgen, dass auch CSU-Minister weiter protzige Empfänge auf „ihren“ Burgen veranstalten können.

Nachtrag: An Burg Veldenstein, zu deren Sanierung sich die Landesregierung im Juli 2012 „grundsätzlich bekannt“ hatte (siehe Foto oben), ist es in der Nacht zum 28. Mai zu einem schweren Felssturz gekommen. Teile der Burgmauer und 300 Tonnen Geröll stürzten auf eine Straße. Ein Haus wurde beschädigt.

Flaggenstreit auf der Nürnberger Burg beigelegt

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Die Nürnberger Flagge (Stadtwappen auf fränkischen Farben) darf nun auch an der Kaiserburg wehen.

Superwahljahre haben auch ein Gutes: Mehrheitsparteien zeigen angesichts des nahenden Wählervotums Anzeichen von Vernunft – und die eine oder andere gehässige Nickeligkeit wird zurückgenommen. So geschehen jetzt in Nürnberg.

Die Münchener CSU-Regierung hatte offenbar jahrelang eine Heidengaudi am Ärger der Franken. Auf deren Wahrzeichen, der Nürnberger Kaiserburg, gab es nämlich bislang nur zwei feste Flaggenmasten (auf Palas und Heidenturm). Und dort durften nur die Bundes- und die bayerische Flagge wehen.
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Wahlkampf mit der Nürnberger Burg: CSU will „mehr Mittelalter“

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Der Sinnwellturm der Nürnberger Burg (Foto: Meins)

Wenn Politiker Denkmäler und Steuergeld nutzen, um sich zu profilieren, kommt selten etwas Gutes dabei heraus. Die CSU demonstriert das gerade an der Nürnberger Burg. „Wir wollen die Kaiserburg aus ihrem Dornröschenschlaf wecken“, so zitiert der CSU-Haussender BR den bayerischen Gesundheitsminister Markus Söder (gleichzeitig CSU-Chef von Nürnberg). Diverse andere Granden der Regierungspartei äußern sich ähnlich.

Inhaltlich meldet der BR, dass „ein neues Konzept entwickelt“ werden solle, das „das Mittelalter“ hervorheben und ab 2010 „baulich umgesetzt werden soll“. Auch Multimedia-Elemente sollen hinzukommen. Nur die Finanzierung sei noch offen.

Moment mal: Dornröschenschlaf? „Mehr Mittelalter“? Neues Konzept? Seit wann entscheiden CSU-Gesundheitsminister über die Attraktivität von Burgen und die Ausrichtung von Ausstellungen – und das in einer Stadt mit SPD-Mehrheit?
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