Schlagwort-Archive: Burgenarchäologie

Informationen zu archäologischen Forschungen auf Burgen und Schlössern

Ruine Osterburg: Grabung soll 2015 starten


Die Ruine der Osterburg bei Bischofsheim / Foto: gemeinfrei
Die Ruine der Osterburg bei Bischofsheim / Foto: gemeinfrei

Die ausgedehnte Ruine der Osterburg bei Bischofsheim in Unterfranken gibt viele Rätsel auf. Allzuviel von ihrer Geschichte ist nicht überliefert, und seit ca. 1270 ist sie nur noch ein Trümmerfeld auf dem nach ihr benannten Berg.

Im Frühjahr will der Verein Freunde der Osterburg im Bereich des mit Schutt verfüllten Palas eine archäologische Grabung starten. Das meldet die Main-Post.

Ziel soll sein, etwa 2200 Kubikmeter Schutt zu entfernen und die Ausdehnung der Anlage sichtbar zu machen. Die äußere Ringmauer umgab im Hochmittelalter ein Areal von ca. 80 Meter Länge und 55 Meter Breite.
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„Draculas Kerker“ auf Burg Tokat entdeckt

Fürst Vlad III "der Pfähler": Das historische Vorbild für Graf Dracula / Foto: Gemeinfrei / Museum Schloss Ambras
Fürst Vlad III „der Pfähler“: Das historische Vorbild für Graf Dracula / Foto: Gemeinfrei / Museum Schloss Ambras

Neues aus dem Reich der Untoten: Bei einer Grabung auf der Ruine der anatolischen Burg Tokat stießen Archäologen auf unterirdische Gänge und zwei Räume, die zu osmanischer Zeit als Gefängnis genutzt worden sein könnten. Das meldet „Hürriyet Daily News“.

Eine spannende Entdeckung, denn auf der byzantinisch-osmanischen Festung soll der legendäre rumänische Graf Vlad III. Drăculea in seiner Jugendzeit als Geisel der Türken gefangen gehalten worden sein.

Sein Vater Vlad II. hatte ihn Ende der 1430er Jahre zusammen mit seinem Bruder an die Osmanen ausgeliefert – der Sultan hatte darauf bestanden, um das väterliche Wohlverhalten in dessen rumänischem Herrschaftsgebiet zu erzwingen.
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Studenten-Grabung: Wie alt ist Burg Wölpe?


Grabung in den Resten von Burg Wölpe / Foto: Wikipedia / Jens Berthold / CC-BY-SA 3.0
Grabung in den Resten von Burg Wölpe / Foto: Wikipedia / Jens Berthold / CC-BY-SA 3.0

Burgenarchäologie ist eine spannende Sache. Und oft ziemlich schwierig, weil diverse Schichten verschiedener Jahrhunderte dicht übereinander liegen. Burgen wurden eben gelegentlich zerstört, brannten ab, wurden wieder auf- und umgebaut.

Speziell die einstige Burg Wölpe in Nienburg/Weser weckt die Neugier der Ausgräber. Deren Reste waren 1859 von der komplett geschichtsblinden Verwaltung „wegen Baufälligkeit“ abgerissen worden. Das Zeugnis einer mindestens 700-jährigen Geschichte schien verloren.
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Burgenarchäologie: Die Armbrustbolzen von Eppenstein


Die Ruine von Burg Eppenstein in der Obersteiermark / Foto: Wikipedia / PLauppert / CC-BY-CA 3.0
Die Ruine von Burg Eppenstein in der Obersteiermark / Foto: Wikipedia / PLauppert / CC-BY-CA 3.0

In Mittelalter und Früher Neuzeit gab es zwei Arten von Geschossen, denen selbst gestandene Ritter am liebsten weiträumig auswichen: Die Pfeile englischer Langbogenschützen und Armbrustbolzen.

Ritter, die den von bürgerlichen Schützen abgefeuerten Geschosshagel aus Arroganz zu ignorieren trachteten, überlebten nicht lange: wie der beratungsresistente französische Hochadel in der Schlacht von Azincourt 1415.

Papst Innozenz II. verbot 1139 sogar den Einsatz dieses „unritterlichen“ Kriegsgeräts gegen Christen. Ohne Erfolg.

Nun ist von den hölzernen Wunderwaffen dieser Zeit, zu deren prominenten Opfern der englische König Richard Löwenherz zählte, wenig geblieben. Umso größer war die Überraschung, als Studenten jetzt bei einer Grabung auf dem Gelände der Ruine von Burg Eppenstein (Obersteiermark) auf einen Vorrat aus hunderten Armbrustbolzen stießen. Das meldet die Kleine Zeitung. Burgenarchäologie: Die Armbrustbolzen von Eppenstein weiterlesen

Burg Wahrenholz-Grabung: Die Spur der Christen-Miliz


Lageplan der Überreste von Burg Wahrenholz, die Anfang des 20. Jahrhunderts noch sichtbar waren / Foto: gemeinfrei
Lageplan der Überreste von Burg Wahrenholz, die Anfang des 20. Jahrhunderts noch sichtbar waren / Foto: gemeinfrei

Das östliche Niedersachsen um das Jahr 1000: Eine ungemütliche Zeit. Scharmützel zwischen christlichen und heidnisch-slawischen Milizen örtlicher Warlords waren an der Tagesordnung.

Und US-Soldaten als Weltpolizisten liefen auch keine herum. Nordamerikaner feierten damals lieber zuhause Gelage mit dem zarten Fleisch fetter Prärie-Bisons.

In dieser misslichen Lage fanden die Einheimischen auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsen angesichts der ständig auftauchenden Feinde Zuflucht in runden Wallanlagen. Man darf sich da jetzt keine massige Granit-Burg vorstellen: Die Befestigungen bestanden aus Holz und Lehm und einem tiefen Graben.

Wie das aussah, kann man am Nachbau der Slawenburg Raddusch in der Niederlausitz sehen.
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