Schlagwort-Archiv: Burgen in Frankreich

Chateau Angers und die Galerie der Apokalypse

Chateau Angers / Fotos: Burgerbe.de
Chateau Angers / Fotos: Burgerbe.de

Ein Mauerring mit 17 mächtigen Rundtürmen: Die Festung Chateau Angers im Anjou gibt sich derart übertrieben wehrhaft, als ob  hier in Kürze die Heere der Mongolen, Sarazenen und Engländer gemeinsam zum finalen Sturm auf Frankreich antreten werden.

Sie ist aber eigentlich „nur“ Ausdruck der Angst des französischen Königs vor den eigensinnigen Bretonen, die damals ein unabhängiges Herzogtum bevölkerten.
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Forteresse de Mornas an der Autoroute du Soleil

Chateau Mornas von der Autobahn aus gesehen / Fotos: Burgerbe.de
Chateau Mornas von der Autobahn aus gesehen / Fotos: Burgerbe.de
Oben die Festung, unten Häuser
Oben die Festung, unten Häuser

Wer auf der „Autoroute du Soleil“ das Rhonetal entlang Richtung Mittelmeer fährt, bekommt einiges zu sehen. Kurz vor der Amphitheater-Stadt Orange bleibt die Blick quasi automatisch an einer imposanten Bergfestung kleben, die aus einem Kalksteingebirge herausgewachsen zu sein scheint. Ein Schild an der Strecke verrät: Forteresse de Mornas.

Der strategische Wert einer 137 Meter hoch gelegenen Festung mit Blick auf Rhône und Uferstraße ist logisch. Schon die Römer siedelten in der Gegend. Im Mittelalter wurde der Felsen wohl im 12. Jahrhundert befestigt.
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Burgen an der Côte d’Azur

Schloss La Napoule bei Cannes / Foto: Burgerbe.de
Schloss La Napoule bei Cannes / Foto: Burgerbe.de

So, ich bin gerade in Südfrankreich unterwegs, und so nebenbei stehen allerlei Besuche von Burgen entlang der Riviera an. Inzwischen habe ich auch gelernt, dass sich nicht hinter jedem Château eine ausgewachsene Festung, sondern gern auch mal eine Weinkellerei versteckt.

Die Küste zwischen Marseille und Nizza weist eine hohe Burgendichte auf. Ist ja auch logisch, jahrhundertelang war die Gegend ständigen Überfällen von Sarazenen, Mauren und Spaniern ausgeliefert. Die regelmäßigen Besuche der Plünderer auf ihren schnellen Schiffen waren so enervierend, dass ganze Ortschaften sich ins Gebirge verkrümelten – und da natürlich unter dem Schutz einer veritablen Burg standen.

In der Pipeline habe ich Artikel zum märchenhaften Aufbau des Château La Napoule nahe Cannes, der Burg über dem Hafen von Cassis, der immer noch prächtigen Ruine über Grimaud und die alten Hafenbefestigungen von St. Tropez und Toulon (da war ich auch noch im Marinemuseum).

Morgen geht’s erstmal weiter nach Grasse, bekannt auch als Schauplatz von „Das Parfum“. Man muss ja überall mal das Essen getestet haben…


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Château de Joux: Bergfestung im französischen Jura


Château de Joux auf einem steilen Felsen gelegen
Château de Joux auf einem steilen Felsen gelegen

Trutzig ragen die Mauern des Château de Joux an einer Engstelle hoch über der Straße zwischen Burgunds Hauptstadt Dijon und der Schweiz. Der Grenzverkehr konnte von hier aus bestens überwacht (und zur Kasse gebeten), die Straße notfalls leicht gesperrt werden. Und Eroberer hatten bis ins 20. Jahrhundert ziemlich schlechte Karten.

Wahrscheinlich ist der Anblick der Bergfestung bei Pontarlier im französischen Jura ihre beste Werbung. Egal von welcher Seite man kommt, das Chateau oben auf dem Felsen sieht immer beeindruckend aus. Es schmiegt sich an den Bergrücken an, wirkt von weitem wie aus dem Felsen gewachsen.
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Coucy: Mächtigster Burgturm Europas, gesprengt im Ersten Weltkrieg

Eine französische Postkarte zeigt den gigantischen Donjon von Coucy / Urheberrecht abgelaufen
Eine französische Postkarte zeigt den gigantischen Donjon von Coucy / Urheberrecht abgelaufen

Eine gigantische Explosion zerriss am 27. März 1917 die – relative – Stille hinter der deutschen Frontlinie in der Picardie. Ein einzigartiges Zeugnis 700-jähriger französischer Geschichte löste sich in einer gewaltigen Staubwolke in einen Berg von Gesteinstrümmern auf.

28 Tonnen Dynamit hatten deutsche Soldaten zuvor sorgfältig in den Mauern des Donjon von Chateau Coucy aufgeschichtet. So viel war nötig, um den mächtigsten Wehrturm Europas mitsamt seiner kleineren Flankierungstürme zu knacken.

Ein kulturhistorisches Kriegsverbrechen, das auch auf deutscher Seite hoch umstritten war. Keiner der Generäle der Obersten Heeresleitung wurde später dafür zur Verantwortung gezogen (diese waren ja nach dem Krieg in erster Linie damit beschäftigt, den Zivilisten die Schuld an ihrer Niederlage in die Schuhe zu schieben).

Die Wände des 54 Meter-Trumms waren mit 7,40 Meter so dick, dass ihnen keine Kanone des Spätmittelalters, der Frühen Neuzeit oder aller folgenden Kriege auch nur ansatzweise gefährlich werden konnte. Vermutlich hätte der Turm auch einem Nuklearschlag in der Nähe standgehalten.
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