Schlagwort-Archive: Architektur

Round Tower von Windsor Castle: Illusion von Mittelalter


Windsor Castle: Der mächtige Rundturm / Foto: Wikipedia / Petr.noha / CC BY 3.0
Windsor Castle:  Der mächtige Rundturm stammt im oberen Drittel aus dem 19. Jahrhundert / Foto: Wikipedia / Petr.noha / CC BY 3.0

Um mal mit modernen Mythen aufzuräumen: Ja, Windsor Castle geht zwar auf Wilhelm den Eroberer zurück. Aber: Nein, den mächtigen Rundturm ließ er nicht bauen. Und auch sonst ist aus der Zeit des Siegers von Hastings in Windsor nicht viel stehen geblieben. Dafür kann die Queen jetzt umso schöner hier ihren 88. Geburtstag(!) feiern als im normannisch-engen Tower in London.
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Wie sahen Burgen im Mittelalter aus? Virtuelle Modelle helfen


Im 12. Jahrhundert erlebte das Gebiet des heutigen Deutschland einen ungeahnten Burgenbau-Boom. Wehrhafte Anlagen entstanden, die in den folgenden Jahrhunderten immer weiter ausgebaut (und auch wohnlicher gestaltet) wurden. Wie die Herrschaftssitze zu ihren Hochzeiten im Mittelalter ausgesehen haben, ist heute meist nur schwer vorstellbar.

Weiterhelfen kann der Computer. 3D-Programme liefern immer bessere Modelle und lassen den alten Glanz der Burgen im Mittelalter wieder auferstehen. Wie so etwas in historisch korrekter Perfektion aussehen kann, zeigt der Kölner Grafiker Ralf Meier. Beim Anschauen seiner Videos war ich echt verblüfft.

Bild oben: Die Kölner Landesburg Lechenich in der Animation von Ralf Meier / Foto: Screenshot YouTube
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Schloss Oberhofen: Ärger um moderne Architektur am Thunersee


Schloss Oberhofen beherbergt historisch eingerichtete Räume des 16. bis 19. Jahrhunderts
Schloss Oberhofen beherbergt historisch eingerichtete Räume des 16. bis 19. Jahrhunderts / Fotos: Burgerbe.de
Wie modern oder historisierend dürfen Schloss-Anbauten sein? Eine Frage, die immer wieder für harsche Diskussionen sorgt, denn ohne Anbauten lassen sich neue Nutzungen alter Denkmäler oft einfach nicht umsetzen.

Aktueller Fall: Das malerische Schloss Oberhofen am Thunersee in der Schweiz hat seit 2009 ein neues Café-Restaurant, das schon etwas heraussticht: Ein gut fünf Meter hoher Betonkubus am Seeufer, der natürlich in starkem Konstrast zur neomitttelalterlichen Schlossarchitektur steht. Wegen des Bauwerks gibt es jetzt Ärger zwischen schweizerischen Behörden. Davon berichtet die Berner Zeitung „Der Bund“.
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Architektur-Entwürfe auf Festung Franzensfeste zu sehen


Die Festung Franzensfeste / Foto: Wikipedia/Llorenzi
Die Festung Franzensfeste / Foto: Wikipedia/Llorenzi/CC BY-SA 3.0

Architektur-Entwürfe in der Festung am Brenner: Eine Wanderausstellung mit 96 Projekten des „Best Architects 13“-Wettbewerbs kommt in die südtiroler  Franzensfeste (italienisch: Forte di Fortezza). Die Ausstellung soll dort vier Wochen lang, bis zum 31. Mai 2013,  zu Gast sein. Der Eintritt ist frei.

Bei dem „Best architects“-Wettbewerb werden seit 2007 Architekten und Architekturbüros, die der Ansicht sind, „Projekte auf höchstem Qualitätsniveau realisiert zu  haben“, eingeladen, ihre Entwürfe einzureichen. Eine Jury  vergibt Preise in den sechs Kategorien Wohnungsbau, Büro- und Verwaltungsbauten, Gewerbe- und Industriebauten, öffentliche Bauten, sonstige Bauten und  Innenausbau. Beim aktuellen Wettbewerb sind 352 Arbeiten eingereicht worden.

Dass es an dieser strategisch wichtigen Stelle des Alpenübergangs überhaupt eine  Festung gibt, haben die Italiener den KuK-Österreichern zu verdanken, die den Pass und den Raum Brixen (bis 1919 österreichisch) sichern wollten.

Kaiser Ferdinand I. ließ die Befestigung zwischen 1833 bis 1838 anlegen. Ausgelegt war sie für eine Besatzung von 1000 Mann und 90 Geschütze. Das Bauwerk wurde nie fertig, aber auch nie in irgendwelche kriegerischen Auseinandersetzungen einbezogen.

Wer schon mal in der Gegend ist, sollte auf keinen Fall einen Besuch in der sonnenverwöhnten Stadt Bozen/Bolzano versäumen, wo Gletschermumie Ötzi im Südtiroler Archäologiemuseum in ihrer Kühlkammer liegt.

Bei Youtube gibt es übrigens eine zweiteilige Dokumentation über die Franzensfeste als „perfekte Verteidigungsanlage“ in Südtirol:

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21 Millionen für Aschaffenburger Schloss Johannisburg

Schloss Johannisburg am Mainufer / Foto: Wikipedia/Thomas Zimmermann (THWZ)
Schloss Johannisburg am Mainufer / Foto: Wikipedia/Thomas Zimmermann (THWZ) / CC BY 3.0 DE

Die Sanierung von Schlosses Johannisburg wird eine ausgesprochen teure Angelegenheit. Der Freistaat Bayern plant, in den kommenden zehn Jahren 21 Millionen Euro in die Sanierung des Aschaffenburger Schlosses zu investieren. Das teilte Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) jetzt in der Main-Stadt mit.

(Nachtrag Oktober 2015: Söder hat sich bei den Kosten mächtig verschätzt)

„Die Schlösser und Burgen sind das Gesicht unserer bayerischen Heimat. Es gilt, dieses geschichtliche Erbe zu bewahren“, so zitiert die Deutsche Presseagentur den Minister. Die Sanierung solle bereits 2013 mit der digitalen Vermessung des Schlosses sowie einer Schadenskartierung der Fassaden beginnen.

Das Renaissanceschloss, zwischen 1605 und 1614 von Georg Ridinger erbaut, diente bis ins Jahr 1803 als eine Nebenresidenz der Mainzer Erzbischöfe (die gleichzeitig Kurfürsten waren). Es beherbergt die weltweit größte Sammlung von Architekturmodellen aus Kork, die detailgenau die berühmtesten Bauwerke des antiken Roms darstellen.

Es handelt sich zu großen Teilen um Schnittmodelle: So kann man in Pantheon oder Kolosseum hineinsehen und den Aufbau der Architektur besser studieren.

Ausserdem verfügt das Schloss über eine der bedeutendsten Cranach-Sammlungen Europas.

Den Prospekt von Schloss Johannisburg kann man sich hier als PDF herunterladen. Sehr umfassend ist auch der Wikipedia-Eintrag zu Schloss Johannisburg.