Schlagwort-Archive: Architektur

Kago-Schloss in Postbauer-Heng: Zwangsversteigerung

Auch das Bayerische Fernsehen berichtet über die Schloss-Versteigerung / Bild: Screenshot
Auch das Bayerische Fernsehen berichtet über die Schloss-Versteigerung / Bild: Screenshot

Eines der jüngsten Prachtschlösser Bayerns (Baujahr 2006!) ist heute unter den Hammer gekommen: Am 5. Februar sollte das Wasserschloss des insolventen Ofenbau-Unternehmers Karl-Heinz Kago in Nürnberg zwangsversteigert werden.

80 Interessenten waren zu dem Termin im Amtsgericht Nürnberg erschienen. Doch keiner hatte zehn Millionen Euro dabei…

Der Verkehrswert des Luxus-Anwesens bei Neumarkt in der Oberpfalz liegt aber nun mal bei zehn Millionen Euro. Soviel wurde in der ersten Runde der Versteigerung gefordert. Versuche, Schloss und Park für 20 Millionen Euro an den gutbetuchten Käufer zu bringen, scheiterten bislang. Nun kommt es zur nächsten Versteigerungs-Runde, bei der auch niedrigere Gebote akzeptiert werden.
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Schloss Friedrichshof: Sitz der 99-Tage-Kaiserin

11. August 1908, Staatsbesuch im Taunus: Kaiser Wilhelm II. hat Schloss Friedrichshof beim Örtchen Kronberg auf Hochglanz polieren lassen und empfängt seinen „Onkel Bertie“: Also den britischen König Eduard VII., Kaiser von Indien und manischer Kettenraucher.

Der Ort ist weise gewählt: Die Architektur des Schlosses erinnert an den englischen Tudor-Stil, kombiniert mit fränkischem Fachwerk. Das liegt daran, dass der Bau maßgeblich von Eduards Schwester, Prinzessin und Ex-Kaiserin Victoria zurückgeht. Die Gattin des deutschen Kurzzeit-Kaisers Friedrich und Mutter von Wilhelm II. war hier im August 1901 gestorben.
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Burg Rheinstein: Symbol der Rheinromantik

Burg Rheinstein: Tolle Lage am Fluss / Foto: Burgerbe.de
Burg Rheinstein: Tolle Lage am Fluss / Foto: Burgerbe.de

Preußen bekam durch den Wiener Kongress eine neue und ziemlich eigenwillige Provinz: Das Rheinland inklusive Karneval, Flönz (Blutwurst) und Mittelrheintal. Für die Preußen-Prinzen war dieser entfernte Winkel ihres Reiches voller verfallener, billig zu habender Burgen eine Art architektonischer Abenteuerspielplatz.

Sie kauften, bauten um – und ließen dabei ihren romantischen Träumen von einem „Deutschen Mittelalter“ freien Lauf: Einer Zeit, die ihrer Ansicht nach geprägt war von edlen, tapferen Rittern, die von ihren Burgen ihre gottesfürchtigen Bauern schützen – und dabei von keinen aufmüpfigen Sozis gestört wurden.

Die erste Anlage, die 1823 Prinz Friedrich von Preußen kaufte und im neugotischen Stil „wiederaufbauen“ ließ, war die Burgruine Voitsberg bei Bingen.
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Ottawa: Kanadas symbolträchtiges Parlament

Der Komplex des kanadischen Parlaments ist von Türmen geprägt.
Der Komplex des kanadischen Parlaments ist von Türmen geprägt. Foto oben: Der zentrale Block mit dem Peace Tower von 1927. Fotos: Burgerbe.de

Schlimme Nachrichten aus Ottawa: Im Oktober 2014 hat es einen Anschlag auf das Parlament gegeben. Ein Soldat und ein Attentäter sind tot.

Im Gebäude wurde Amokalarm ausgelöst, die Abgeordneten verbarrikadierten sich, die Sicherheitskräfte brachten den kanadischen Ministerpräsidenten in Sicherheit.

Jetzt flimmern immer wieder Bilder des kanadischen Parlaments über die Bildschirme, das aussieht, wie ein riesiges neugotisches Schloss mit einem viel zu groß geratenen Kirchturm in der Mitte (der 92 Meter hohe Peace Tower).
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Schloss Brake: Wo Graf Simon in die Sterne schaute

Schloss Brake beherbergt heute das Weserrenaissance-Museum / Fotos: Burgerbe.de
Schloss Brake beherbergt heute das Weserrenaissance-Museum / Fotos: Burgerbe.de

Eine der größten mittelalterlichen Burganlagen Westfalens ist… verschwunden. An der Stelle des Castrum der Edelherren zur Lippe in Lemgo steht jetzt das Wasserschloss Brake. Es beherbergt heute das Museum der Weserrenaissance – und war auch mal Sternwarte…

Die mittelalterliche Burg hatte ohnehin nur bis 1447 gehalten. In der sogenannten Soester Fehde wurde sie erobert und in Brand gesteckt. Das heutige Renaissanceschloss entstand 1584 bis 1589 durch einen Umbau im Auftrag von Reichsgraf Simon VI., Landesherr von Lippe-Detmold.

Von hier aus regierte dieser durchaus bemerkenswerte Fürst seine Grafschaft. Zumindest solange er nicht in Prag bei Kaiser Rudolf II. weilte, der ihn als seinen Gesandten mit allerlei kniffeligen Aufgaben durch die Welt schickte.

Außerdem nutzte der Kaiser den Lipper als Kunstagenten, um seine Gemäldesammlung aufzubauen. Beide hatten offenbar einen ähnlichen Kunstgeschmack.
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