Schlagwort-Archiv: Architektur

3D-Modell zeigt Heidelberger Schloss vor der Zerstörung

Prächtige Residenz: Rekonstruktion des Heidelberger Schlosses um 1683 / Bild oben: Der Schlosshof (Bilder: KIT)
Prächtige Residenz: Rekonstruktion des Heidelberger Schlosses um 1683 / Bild oben: Der Schlosshof (Bilder: KIT)

Das Heidelberger Schloss hoch über dem Neckar ist wohl Deutschlands malerischte Ruine. Aber wie sah der herrschaftliche Bau vor der Sprengung durch französische Truppen im Jahr 1693 genau aus?

Davon künden heute nur noch einige alte Bilder – und eine ausgedehnte Ruinenlandschaft.

Der angehende Architektur-Professor Dr. Julian Hanschke vom Institut für Kunst- und Baugeschichte des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hat sich jetzt per Computer an eine dreidimensionale Rekonstruktion des Schlosskomplexes der mächtigen Pfalzgrafen bei Rhein gewagt.
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Schloss Gottorf: Wirbel um futuristischen Glasquader-Anbau

Das Nydamboot auf Schloss Gottorf / Foto:  Wikipedia/Erik Christensen
Bekanntestes Ausstellungsstück auf Schloss Gottorf: Das Nydamboot / Foto: Wikipedia/Erik Christensen/CC-BY.SA 3.0 / Foto oben: Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen / Architekturbüro Holzer Kobler

Für 30 Millionen Euro soll Schloss Gottorf bei Schleswig modernisiert und um einen futuristischen Glasquader mit Veranstaltungssaal ergänzt werden.

Die Meinungen über den Anbau an der Rückseite des Schlosses gehen stark auseinander.

Mit Anbauten an Burgen und Schlössern ist das ja generell so eine Sache: Versucht man es historisierend, schreien die Historiker auf. Daher haben sich in den vergangenen Jahren eher ambitionierte Glas-Stahl-Konstruktionen durchgesetzt.

Diese modernen „Fremdkörper“ neben historischen Fassaden ziehen allerdings in der Regel schnell Kritik aus der Bevölkerung auf sich, was man gerade bei Schloss Gottorf beobachten kann.
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Burg Hengebach: Verhunzter Wiederaufbau


Burg Hengebach: Der Innenhof / Fotos: Burgerbe.de
Burg Hengebach: Der modern „wiederaufgebaute“ Innenhof / Fotos: Burgerbe.de

Mit dem Wiederaufbau von Burgruinen ist das so eine Sache: Im 19. Jahrhundert ersetzte man mangelndes Wissen durch Fantasie und viele Türmchen und Erker – und nannte das Ganze dann stolz Neogotik.

Heute kommen häufig Glas und Stahl zum Einsatz, um einen deutlich erkennbaren Kontrapunkt zum Mauerwerk zu setzen.

Auf Burg Hengebach ging man in den 1970er Jahren einen aus meiner Sicht ziemlich hässlichen dritten Weg: Man baute die Ruine im Stil einer verklinkerten Hochsicherheits-Reihenhaussiedlung (kleine Fenster, hohe Fassaden) wieder auf und hielt sich nur farblich und im Grundriss an den erhaltenen Rest der Burg.
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Ottawa: Kanadas symbolträchtiges Parlament

Der Komplex des kanadischen Parlaments ist von Türmen geprägt.
Der Komplex des kanadischen Parlaments ist von Türmen geprägt. Foto oben: Der zentrale Block mit dem Peace Tower von 1927. Fotos: Burgerbe.de

Schlimme Nachrichten aus Ottawa: Im Oktober 2014 hat es einen Anschlag auf das Parlament gegeben. Ein Soldat und ein Attentäter sind tot.

Im Gebäude wurde Amokalarm ausgelöst, die Abgeordneten verbarrikadierten sich, die Sicherheitskräfte brachten den kanadischen Ministerpräsidenten in Sicherheit.

Jetzt flimmern immer wieder Bilder des kanadischen Parlaments über die Bildschirme, das aussieht, wie ein riesiges neugotisches Schloss mit einem viel zu groß geratenen Kirchturm in der Mitte (der 92 Meter hohe Peace Tower).
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Schloss Brake: Wo Graf Simon in die Sterne schaute

Schloss Brake beherbergt heute das Weserrenaissance-Museum / Fotos: Burgerbe.de
Schloss Brake beherbergt heute das Weserrenaissance-Museum / Fotos: Burgerbe.de

Eine der größten mittelalterlichen Burganlagen Westfalens ist… verschwunden. An der Stelle des Castrum der Edelherren zur Lippe steht jetzt das Wasserschloss Brake in Lemgo. Es beherbergt heute das Museum der Weserrenaissance.

Die Burg hatte ohnehin nur bis 1447 gehalten. In der sogenannten Soester Fehde wurde sie erobert und in Brand gesteckt. Das heutige Renaissanceschloss entstand 1584 bis 1589 durch einen Umbau im Auftrag von Reichsgraf Simon VI., Landesherr von Lippe-Detmold.

Von hier aus regierte dieser durchaus bemerkenswerte Fürst seine Grafschaft. Zumindest solange er nicht in Prag bei Kaiser Rudolf II. weilte, der ihn als seinen Gesandten mit allerlei kniffeligen Aufgaben betraute.

Außerdem nutzte der Kaiser den Lipper als Kunstagenten, um seine Gemäldesammlung aufzubauen. Beide hatten offenbar einen ähnlichen Kunstgeschmack…
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