Burg Wertheim: Initiative erzwingt Bürgerentscheid zum Schrägaufzug

Burg Wertheim über Wertheim

Es ist eine dieser betongeworden Abstrusitäten, über die kommende Generationen nur den Kopf schütteln werden: Die Wertheimer Verwaltung möchte die Ruine der Burg Wertheim über der Stadt – ernsthaft – durch einen Schrägaufzug erschließen. Dafür ist der Bau einer 160 Meter langen, von Betonpfeilern getragenen Trasse nötig. Die Fahrt würde knapp zwei Minuten dauern. Der Gemeinderat hat sich dafür ausgesprochen, Oberbürgermeister Stefan Mikulicz (CDU) möchte mit Hilfe des Aufzugs „mehr aus der Stadt machen“. Der Gemeinderat stimmte nach dreistündiger, hitziger Debatte grundsätzlich zu.

Die Bürgerinitiative „Pro Wertheim“ läuft dagegen Sturm und fürchtet die Verschandelung des Burgbergs. Unterstützt wird sie vom lokalen Ortsverband der Grünen. Nun ist der Streit da.
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Schloss Neuenburg: Polizei sucht Kanonendiebe


Screenshot von der Seite der Mitteldeutschen Zeitung

Der Altmetallklau macht auch vor historischen Burganlagen nicht halt. In der Nacht zum vergangenen Montag haben Unbekannte eine Kanone vor Schloss Neuenburg bei Freyburg (im Süden von Sachsen-Anhalt) gestohlen. Das meldet die Mitteldeutsche Zeitung.

Das gusseiserne Rohr stammte noch aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg und war mit einem Stahlträgern verdübelt – es befand sich schon seit 30 Jahren an seinem Standort vor dem Westtor des Schlosses. Die Kriminellen müssen also mit schwerem Gerät vorgegangen sein, um das Rohr überhaupt von seiner Verankerung trennen zu können. Das Schloss verliert damit ein beliebtes Foto-Motiv. Bleibt nur zu hoffen, dass sich der Diebstahl bei den Altmetallhändler der Region herumspricht – und sie die Diebe den Behörden melden, wenn sie versuchen sollten, das Rohr zu Geld zu machen. Der Direktor des Burgmuseums ist jetzt jedenfalls zu Recht ziemlich sauer.
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Burg Blankenstein: Erbaut über dem Land des toten Mörders


Der Mord am Kölner Erzbischof Engelbert von Berg durch Friedrich von Isenberg erschütterte 1225 den Westen des Reiches. D

ie Burgen des Mörders wurden geschleift, Isenberg selbst 1226 in Köln gerädert. Die Ländereien des Mörders fielen an das Erzbistum Köln und Adolf I. von der Mark.

Nun war Isenberg zwar tot, und seine Stützpunkte wie die Isenburg rauchende Trümmerhaufen – trotzdem musste das Land durch seine neuen Besitzer irgendwie gesichert werden.

In diesem Zusammenhang entstand Burg Blankenstein, 80 Meter über der Ruhr bei Hattingen.

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Schloss Herborn: Des Reiches kleinste Hochschule – voller Calvinisten

Blick auf Schloss Herborn

Drei Liter Dünnbier und zwei warme Mahlzeiten am Tag gewährte Graf Johann VI. von Nassau-Dillenburg „seinen“ Studenten. Diese hatten sich dafür geziemend zu benehmen und auf Federn an der Kleidung und das Herumlaufen in Waffen zu verzichten.

Der Landesherr musste allerdings nicht allzu tief in die Tasche greifen, denn an der von ihm im Jahr 1584 im Herborner Schloss gegründeten Hohen Schule Herborn (Academia Nassauensis) büffelten nie mehr als 100 Studiosi gleichzeitig.

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Der Gravensteen und die grausamen Grafen von Flandern

Trutzig und massiv recken sich die Türme des Gravensteen in den flandrischen Himmel. Als ob sie der Stadt Gent drohen wollten, die auf Straßenbreite an die dunklen Burgmauern herangerückt ist. Hier haben sie also gehaust, die grausamen Grafen von Flandern. Grausam müssen sie schon gewesen sein, zumindest wenn man dem heutigen Museum glaubt.

Denn um den happigen Eintrittspreis von 8 Euro(!) zu rechtfertigen, haben die schlauen Belgier in der Burg ein Waffen-, Gerichts- und Foltermuseum eingerichtet. Sowas zieht ja immer. Und an diversen Stellen gibt es nun Hinweise, was die Grafen und ihre burgundischen und habsburgischen Nachfolger so alles zwischen Folterkammer, Gerichtssaal und Kerker mit den armen Delinquenten angestellt haben.
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Nachrichten, Bilder und Geschichten von Burgen & Schlössern