Schloss Klippenstein zeigt Strohhut-Ausstellung

 John Stol, niederländischer Radrennfahrer (r.) 1909 mit der typischen „Kreissäge“. Foto: gemeinfrei
John Stol, niederländischer Radrennfahrer (r.) 1909 mit der typischen „Kreissäge“. Foto: gemeinfrei

Auf Schloss Klippenstein steht bis bis zum 3. Oktober 2018 der Stohhut im Mittelpunkt. Der Strohhut? Ja, es geht um das Top-Modeaccessoire der Hipster der Kaiserzeit. Wer etwas auf sich hielt, trug stets das neueste Model, gern umwickelt mit einem schicken farbigen Stoffband.

Zur Freude der mitteldeutschen Strohhut-Fabrikanten hielt das nachhaltige Produkt nie lange – Mode, Wind und natürlicher Verschleiß sorgten stets für neue Nachfrage. Im Kino machten Stars wie Buster Keaton die leichte Kopfbedeckung legendär.

Die Produktion von hundertausenden neuer Hüte durch Billiglohnkräfte und Kinderarbeit war denn auch ein gutes Geschäft. Diverse Villen in Dresdens Nobelviertel Weißer Hirsch kündeten vom Reichtum der Fabrikbesitzer.
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Höhlendrama in Thailand: Erinnerungen an Unfall von Schloss Liedberg 1930

Foto: Wikipedia / MFSG / CC-BY-SA 3.0
Schloss Liedberg / Foto: Wikipedia / MFSG / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: Die Vorbereitung zur Rettung der in der Höhle eingeschlossenen Jugendfußballer laufen / Foto; Wikipedia / NBT / CC-BY-SA 3.0

Die Rettungsaktion für zwölf in der Tham-Luang-Höhle in Thailand eingeschlossene Jugendfußballer weckt Erinnerungen an einen tödlichen Unfall junger Pfadfinder, tief in einer künstlichen Höhle bei Schloss Liedberg am Niederrhein im Jahr 1930, an den heute noch das sogeannte Pfadfindergrab erinnert.

In beiden Fällen führten Abenteuerlust einer Jugendgruppe beim Einstieg in die Höhle und das Ausblenden des Risikos zur Krise. In der Höhle in der Provinz Chiang Rai wurde die Jugendfußballmannschaft vom Wasser eingeschlossen, nachdem sie mehr als einen Kilometer tief in das Gangsystem vorgedrungen war.

Der Rückweg durch Senken der thailändischen Höhle war nach starken Regenfällen überflutet, die jungen Kicker (zwischen elf und 16 Jahren) und ihr Trainer ließen Fahrräder und Rucksäcke zurück und flohen vor dem Wasser nur noch tiefer in die Höhle. Handys hatten keinen Empfang. Die Situation wurde zum „Höhlendrama“. Unter großen Anstrengungen konnten alle Kinder und ihr Trainer gerettet werden.
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Brand auf Huis ten Bosch – Residenz des niederländischen Königspaars

Thronwechsel am 30. April 2013: Der neue König Willem-Alexander mit Maxima und Vorgängerin Beatrix / Foto: Wikipedia / Floris Looijesteijn / CC-BY-SA 3.0 / Foto oben: Huis ten Bosch /  Ruben de Rijcke / CC-BY.SA 3.0
Thronwechsel am 30. April 2013: Der neue König Willem-Alexander mit Maxima und Vorgängerin Beatrix / Foto: Wikipedia / Floris Looijesteijn / CC-BY-SA 4.0 / Foto oben: Huis ten Bosch / Ruben de Rijcke / CC-BY.SA 3.0

Auf dem Gelände von Huis ten Bosch, der Residenz des niederlänischen Königshauses, hat es gebrannt. Betroffen war eines der Nebengebäude des Schlosskomplexes bei Den Haag. Offenbar war ein überhitzter Transformator in Brand geraten.

Verletzt wurde durch Feuer und Rauch niemand. Der (Klein)-Brand konnte am Mittwoch schnell gelöscht werden. Der Sachschaden hält sich in Grenzen.

König Willem-Alexander und Königin Maxima dürften achselzuckend weiter repräsentieren.

Alarmstimmung herrscht dagegen bei Teilen der deutschen Yellowpress: „Brand bei Maxima!“ Wenn das kein Seite-1-Thema ist! Tja, wenn der Kaiser 1918 nicht getürmt wäre, hättet ihr heute noch ganz andere Themen…


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Mexikaner kaufen Schloss Mühlberg in Brandenburg

Moritz von Sachsen (1521-1553) in Dienstkleidung. Er machte Schloss Mühlberg zum Jagdschloss. Bild: gemeinfrei
Moritz von Sachsen (1521-1553) in Dienstkleidung. Er machte Schloss Mühlberg zum Jagdschloss. Bild: gemeinfrei / Foto oben: Wikipedia / Radler59 / CC-BY-SA 3.0

Auch so kann Globalisierung laufen: Drei Geschwister aus Mexiko-Stadt haben über den Berliner Zweig ihrer Immobilienfirma Noox das leer stehende Schloss Mühlberg an der Elbe gekauft. In der mexikanischen Botschaft in Berlin ist man mächtig stolz auf die Landsleute.

Sie planen im Schloss im Südwesten von Brandenburg eine „Kunstresidenz“ aufzubauen. Das berichtet die Lausitzer Rundschau.

In der Vierflügelanlage haben im Auftrag der neuen Besitzer bereits erste Arbeiten begonnen. Für das erste Juliwochenende ist ein Eröffnungsfest geplant.

Mühlberg ist ein für die Geschichte der Reformation bedeutsames Pflaster: Vor den Toren des Ortes schlugen kaiserliche Truppen im April 1547 das Heer des protestantischen Schmalkaldischen Bundes entscheidend – mit erheblichen Folgen für die Machtverteilung im damaligen Sachsen.


Am ersten Juli-Wochenende wurde „Grand Opening“ gefeiert (nur sichtbar für eingeloggte Facebook-Nutzer)

Ein Holzschnitt zeigt die Schlacht bei Mühlberg von 1547 / Bild: gemeinfrei
Ein Holzschnitt zeigt die Schlacht bei Mühlberg von 1547 / Bild: gemeinfrei

Die neuen Eigentümer informieren auf einer spanischsprachigen Seite über ihre Pläne mit dem Schloss und zeigen Bilder: Entstehen könnten hier „Networking-Räume, Minilofts, Ateliers, eine Kunstgalerie, eine Taverne und Bio-Obstgärten“. Auf der Seite kann man auch für den Erhalt des Schlosses spenden.

Das Schloss wurde 1272 als „castrum mulberch“ erstmals erwähnt. Damals noch als Wasserburg der Herren von Ileburg, die einen Übergang über die Elbe schützte.

Nachdem das Schloss bei einem Stadtbrand schwer beschädigt worden war, ließ es Sachsen-Herzog Moritz 1545 als Renaissance-Jagdschloss wiederaufbauen. Zwei Jahre später sollte Moritz bei der Schlacht bei Mühlberg an der Seite von Kaiser Karl V. mitkämpfen.

Nach dem Sieg musste Moritz geschlagener Vetter die sächsische Kurwürde abgeben – Kurfürst Moritz war nun der neue starke Mann in Sachsen. Das Schloss wurde bei den Kämpfen nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Für Jagden vom Mühlberger Schloss aus hatte er jetzt keine Zeit mehr. Das Schloss beherbergte in den kommenden Jahrhunderten die Verwaltung des Amts Mühlberg. Das Schloss war Amtsgericht, Gefängnis und seit 1859 Hauptzollamt.

Die Wassergräben wurden Anfang des 19. Jahrhunderts trockengelegt. Zu DDR-Zeiten wurde das Schloss als Schule, Jugendklub, Stadtbibliothek, Stadtarchiv und zum Wohnen genutzt.

1999 wurde das Schloss privatisiert. Der neue Eigentümer hatte allerdings kaum Geld für die Sanierung. 2015 war eine Zwangsversteigerung für 292.000 Euro angesetzt. In diesem Rahmen dürfte sich auch der von den Mexikanern gezahlte Kaufpreis bewegen.

In Mühlberg/Elbe selbst beschäftigt sich inzwischen das Museum 1547 mit der oben erwähnten Schlacht zwischen katholischer Allianz und Schmalkaldischem Bund. Es befindet sich in der Propstei des ehemaligen Zisterziensterklosters von 1531 an der Klosterstraße 9.

Die mexikanische Botschaft in Berlin hat den Bericht der Lausitzer Rundschau geteilt (nur für eingeloggte Facebook-Nutzer sichtbar):

Weiterlesen:
Frank Claus schreibt in der Lausitzer Rundschau: „Mexikaner kaufen Schloss Mühlberg
Hier geht es zur Seite der neuen Schlosseigentümer (auf Spanisch): „Schloss Mühlberg Alemania
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Burg Hardenstein: Malerische Ruine an der Ruhr

Die Ruine der Burg Hardenstein / Fotos: Burgerbe,de
Die Ruine der Burg Hardenstein / Fotos: Burgerbe.de

Auf meiner Liste der Burgruinen, die man gesehen haben sollte, stehen die Reste der Burg Hardenstein zwischen Herbede und Witten weit oben. Die Ruine steht zwischen einem Wald und der sanft dahinplätschernden Ruhr.

Vom Wasser nur getrennt durch die Schienen der Ruhrtalbahn. Wenige Meter entfernt können Fußgänger und Radler den Fluss per mit der Ruhrtalfähre Hardenstein überqueren, der einzigen Fähre auf der Ruhr.

Die Burg entstand in den Jahren 1345 bis 1354 als Wasserburg unter Heinrich II. von Hardenberg, der gerade sein Gebiet bei Velbert hatte verkaufen müssen. Seine Nachfahren nannten sich dann von Hardenstein.
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